Studien zeigen: Gezieltes Beckenbodentraining hilft gegen Blasenschwäche www.thinkstockphotos.de

Studien zeigen: Gezieltes Beckenbodentraining hilft gegen Blasenschwäche

Was tun gegen Blasenschwäche? Ärzte raten zu gezieltem Beckenbodentraining. Zu Recht! Denn wie Wissenschaftler nun bestätigen,  können auf diese Weise  Symptome von Blasenschwäche gemindert und oft sogar komplett beseitigt werden.
Blasenschwäche ist behandelbar. Wie? Unter anderem durch gezieltes Training der Beckenbodenmuskulatur. Dass dieses Training wirklich etwas bringt, haben unabhängige Wissenschaftler des Cochrane-Instituts durch die Auswertung mehrerer Studien zu den Behandlungsmöglichkeiten von Blasenschwäche belegt. Die Cochrane Collaboration, ein weltweit unabhängiges Netzwerk von Wissenschaftlern, Ärzten und Patientenvertretern,  prüft und bewertet bereits vorhandene Studien zu Therapien. Damit unterstützt die Kollaboration Patienten und Ärzte bei der Auswahl von Behandlungsalternativen.

Formen der Blasenschwäche

Es gibt drei verschiedene Formen der Blasenschwäche, die auch Harninkontinenz genannt wird:

-    Belastungsinkontinenz: Sie bezeichnet den ungewollten Urinverlust bei körperlicher Anstrengung, z.B. während des Tragens schwerer Gegenstände, bei Niesen oder Husten. Die Ursache dafür ist eine Schwächung der Schließmuskulatur am Blasenausgang.
-    Dranginkontinenz: Hier handelt es sich um eine Blasenspeicherungsstörung. Der Harndrang kann nicht unterdrückt werden und es kommt zu unfreiwilligem Urinverlust. Zu dieser Form gehört auch eine überaktive Blase bzw. übersteigerter Harndrang.
-    Mischinkontinenz: Bei  dieser Form der Blasenschwäche leiden Patienten sowohl an Symptomen der Belastungsinkontinenz, als auch an Symptomen der Dranginkontinenz.

Wirkung des Beckenbodentrainings

Die größte Wirkung hat das Beckenbodentraining bei reiner Belastungsinkontinenz, so das Ergebnis der Forscher. Mit Training erzielten achtmal mehr Frauen eine Heilung, siebzehnmal mehr Frauen zumindest eine deutliche Besserung der Beschwerden.  

Ein gezieltes Beckenbodentraining hilft bei den anderen beiden Formen zwar auch, ist allein aber nicht ausreichend. Hier kommen zusätzlich meist Medikamente zum Einsatz, die die Blasenmuskulatur entspannen und das Fassungsvermögen der Blase erhöhen. Darüber hinaus ist ein Blasentraining hilfreich, bei dem die Abstände zwischen den Toilettengängen Schritt für Schritt vergrößert werden.

Die Experten raten betroffenen Frauen, über mindestens drei Monate ein individuelles Training unter fachlicher Anleitung in Einzel- oder Gruppentherapie durchzuführen. Die Wirkung kann den Studienergebnissen zufolge über ein Jahr anhalten. Dennoch ist es sinnvoll, über den Mindestzeitraum hinaus in Eigenregie weiter zu trainieren.