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Gesund mit Diehm

Herzinsuffizienz – Nicht auf die leichte Schulter nehmen

Herzinsuffizienz wird im Volksmund oft auch als Herzschwäche bezeichnet. Doch sie ist weitaus mehr als nur eine „Schwäche“ und kann sogar tödlich sein. Informationen rund um den menschlichen Körper und die Gesundheit – erklärt von Prof. Dr. Curt Diehm.
Rund vier Millionen Deutsche leiden an Herzinsuffizienz. Weltweit sind es geschätzt etwa 65 Millionen. Man kann also durchaus von einer „Volkskrankheit“ sprechen. Weil sie jedoch oft schleichend mit nachlassender Leistungsfähigkeit beginnt, nehmen viele sie auf die sprichwörtlich leichte Schulter. Dabei gilt gerade und auch bei einer Herzinsuffizienz: Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser lässt sich der Verlauf bremsen.

Wie entsteht eine Herzinsuffizienz?

Bei einer Herzinsuffizienz handelt es sich medizinisch gesehen um keine eigenständige Erkrankung, sondern vielmehr um eine Folge einer oder mehrerer Vorerkrankungen. So wird sie in rund zwei Dritteln durch koronare Herzerkrankungen verursacht, also durch Verengungen der Herzkranzgefäße durch Ablagerungen und Verstopfungen (Plaques). Dadurch vermindert sich die Pumpleistung des Herzens. Es kommt zu einer chronischen Herzschwäche. Auch Herzinfarkte, Bluthochdruck, Herzklappenerkrankungen oder Herzmuskelentzündungen gelten als typische Verursacher der Insuffizienz.

Symptome frühzeitig erkennen

Gerade ältere Menschen nehmen die ersten Symptome einer Herzinsuffizienz oftmals nicht ernst. Atemnot, nachlassende Leistungsfähigkeit, Müdigkeit oder Wassereinlagerungen an Füßen und Knöcheln werden häufig als Alterserscheinungen abgetan. Dabei geben sie einen wichtigen ersten Hinweis.

Denn wird die Erkrankung nicht frühzeitig behandelt, schreitet sie fort, kann bis zur Bettlägerigkeit und schließlich zum Tod führen. Allein in Deutschland – so schätzt man – sterben jährlich rund 40.000 Betroffene an einer Herzinsuffizienz.

Das Krebsrisiko steigt

In diesem Zusammenhang ist nun eine Studie der Uni-Klinik Düsseldorf zu einem weiteren wichtigen Resultat gekommen: Menschen mit einer chronischen Herzinsuffizienz erkranken nämlich auch deutlich häufiger an Krebs. Eine Auswertung der Daten von rund 100.000 Patienten mit Herzinsuffizienz ergab eine deutlich höhere Anzahl von Krebserkrankungen im Vergleich zu einer gleichgroßen Kontrollgruppe ohne Herzschwäche. Die Gründe dafür sind noch unklar, zumal typische Ursachen für Herzerkrankungen – wie Rauchen, Übergewicht, Diabetes oder Bewegungsmangel – gleichzeitig auch das Krebsrisiko erhöhen.

Dennoch bleibt als Schlussfolgerung: Wenn Sie bei sich eine Verminderung der Leistungsfähigkeit registrieren oder deutlich schneller als gewohnt außer Atem geraten, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Arzt darüber reden. Die Diagnose ist mit einer klinischen Untersuchung, einem Herz-Ultraschall/Echokardiographie und einem Belastungs-EKG schnell erstellt. Die Behandlung ist möglich. Die langfristigen Folgen dagegen können mit dem Tod enden.

Zur Person

Prof. Dr. med. Curt Diehm zählt zu den führenden Medizinern im Südwesten Deutschlands, er ist Autor zahlreicher Fach- und Patientenbücher und langjähriger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäßmedizin. Seit Mitte 2014 leitet er als Ärztlicher Direktor die renommierte Max Grundig Klinik in Bühl. Alle Beiträge dieser Serie zum Nachlesen unter www.max-grundig-klinik.de.

 

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