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Seriosität von Online-Apotheken

Immer mehr Deutsche bestellen Medikamente im Online-Handel. Das Deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) weißt nun darauf hin, dass viele der Versandapotheken nicht sicher sind und warnt vor Produkten bestimmter Arzneimittelanbieter. Diese seien oftmals wirkungslos oder stellen sogar ein Gesundheitsrisiko dar. Doch was sind wirklich die Vor- und Nachteile des Online-Medikamentehandel und wie kann man beim Kauf auf Nummer sicher gehen?

Der Versandhandel mit Arzneimitteln ist in Deutschland seit Jahresanfang 2004 erlaubt. In den Folgejahren entwickelte sich der Online-Markt für Medikamente rasant weiter. Eine Studie der Nielsen Company zeigt, dass immer mehr Deutsche das Internet nutzen, um ihre Arzneimittel dort zu kaufen. Ende des letzten Jahres haben bereits 62 Prozent aller Deutschen schon einmal Medikamente über ein Online-Versandhaus geordert.

Zum Leidwesen der Hersteller und der Kunden mischen sich auch immer Betrüger unter die seriösen Seitenbetreiber. Für diese stellt der Versandhandel ein lukratives Geschäft dar. Dabei geht es nicht nur um Potenzmittel. Die Internetauftritte dieser Betrüger gleichen denen der zuverlässigen Seiten und auch die Tabletten lassen sich meistens nicht von den Originalen unterscheiden. Weil auch immer mehr Seitenbetreiber in die Branche einsteigen, hat diese negative Entwicklung in den letzten Jahren immer größere Ausmaße angenommen. Eine aus dem Jahr 2008 erhobenen Studie der Europäischen Allianz für den Zugang zu sicheren Arzneimitteln (EAASM) zeigte, dass mehr als jedes zweite Arzneimittel, das Online bestellt wurde, gefälscht war.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, mahnen die Hersteller zur sorgfältigen Auswahl der Online-Apotheken und beschäftigen sich außerdem mit einem Sicherheitssystem, das 2013 erstmals getestet werden soll. Arzneimittelhersteller, Pharmagroßhändler und Apotheker schlossen sich zur Initiative „securPharm“ zusammen, um den Fälschungen Einhalt zu gebieten. Mittels eines Codes soll jede Packung zum Unikat gemacht werden. Die Medikamente werden jeweils beim Ein- und Austritt in die Vertriebskette erfasst und lassen sich so überwachen. Die Pharmabranche, die zu den Branchen gehört, welche am meisten von Fälschungen betroffen sind, erhofft sich so, den Betrügern stets einen Schritt voraus zu sein. Neben den Gefahren, welche die gefälschten Medikamente für die Patienten bedeuten können, sollen dadurch auch die immensen wirtschaftlichen Schäden der Arzneimittelhersteller und Verkäufer minimiert werden.

Erkennen seriöser Online-Apotheken

Um die Verbraucher vor den Betrügern zu schützen hat das Deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) auf seiner Internetseite (www.dimdi.de) eine Liste der Online-Apotheken mit behördlicher Erlaubnis veröffentlicht. Die aufgeführten Seiten sind zum Versandhandel berechtigt und dürfen auch das Sicherheitslogo des DIMDI auf ihrer Seite führen.

Außerdem werden die Verbraucher dazu angehalten, sich an bestimmen Details zu orientieren, mit denen man eine seriöse Seite erkennen kann. Das erste Merkmal hierfür ist ein Impressum mit vollständigen Pflichtfeldern, in dem alle nötigen Angaben (Name, Anschrift, Name des Apothekers, Apothekenkammer der Apotheke, zuständige Aufsichtsbehörde und deren Anschrift) gemacht werden müssen.

Für verschreibungspflichtige Medikamente muss auch bei der Online-Bestellung immer ein vom Arzt verschriebenes Rezept vorgelegt werden. Ebenfalls gilt zu beachten, dass es in Deutschland eine Preisbindung für rezeptpflichtige Arzneien gibt, was bedeutet, dass die Kosten online genauso hoch sind, wie im Laden. Diese Vorschrift gilt mittlerweile auch für ausländische Medikamente-Anbieter.

Nach Erhalt der Ware kann auch ein detaillierter Blick auf die Verpackung über die Echtheit des Medikamentes Aufschluss geben. Wenn es sich um gefälschte Waren handelt, ist das komplette Paket, von der Verpackung über die Gebrauchsanweisung bis hin zu dem Medikament selbst gefälscht. Deshalb werden die Sicherheitsmerkmale, wie Siegel und Hologramme auf den Verpackungen ständig weiterentwickelt, um die Patienten vor den Fälschern zu schützen.

Auch die Anzahl der Seiten, auf denen Preisvergleiche (z.B. medizinfuchs.de, apotheken-vergleich.com oder medvergleich.de) der Online-Medikamente stattfinden steigt. Da es sich hierbei um reine Suchportale handelt, sind die Seiten, auf die hier verwiesen werden, nicht automatisch sicher. Deshalb sollte bei allen Seiten auch immer das Register des DIMDI herangezogen werden, um eine sichere Abwicklung zu gewährleisten.

Welche Gefahren bergen die gefälschten Medikamente?

Die Inhaltsstoffe gefälschter Medikamente können teilweise stark von den Originalen abweichen. In den meisten Fällen, sind die Arzneimittel mit zu wenig oder zu viel des eigentlichen Wirkstoffes hergestellt worden. Bei harmlosen Fällen enthalten die Pillen nur Zucker und Mehl. Jedoch sind Giftstoffe wie Kleber oder Lacke nicht selten Inhalt gefälschter Waren. Diese können schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, die von Kopfschmerzen und Übelkeit, bis hin zu Nervenleiden und Organschäden führen können. Deshalb muss man bei Online-Bestellungen von Medikamenten immer vorsichtig sein.

Wenn man an der Echtheit oder der Wirkung der Medikamente zweifelt, sollte zuerst und im Interesse der eigenen Gesundheit ein Arzt oder Apotheker um Rat gefragt werden. Das kann das Schlimmste verhindern.



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APONEO Deutsche Versandapotheke:
www.aponeo.de
(Eine im DIMDI registrierte Apotheke.)



Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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