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Die Kosmetik-App ToxFox im Test

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Mit der kostenlosen ToxFox-App kann man prüfen, ob in Pflege- und Kosmetikprodukten hormonell wirksame Schadstoffe enthalten sind. Wie das funktioniert und ob sich die App lohnt: ToxFox im Test.
Mit der App ToxFox sagt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. Hormonen in Pflegeprodukten den Kampf an. Nachdem der Bund in einer Studie herausfand, dass 30 Prozent der 60.000 getesteten Pflege- und Kosmetikprodukte hormonell wirksame Stoffe enthielten, hat er als Reaktion die ToxFox-App entwickelt.

Warum gibt es die App?

Hormonell wirksame Chemikalien sind Stoffe, die im Körper wie natürliche Hormone wirken. Werden diese über Pflege- oder Kosmetikprodukte aufgenommen, kann das gesundheitliche Folgen haben. Der Bund nennt diesbezüglich Beispiele wie einen Rückgang der Spermienqualität, Förderung bestimmter Krebsarten wie Brust-, Prostata- und Hodenkrebs sowie eine verfrühte Pubertät bei Mädchen. Föten im Mutterleib, Kleinkinder und Pubertierende seien durch hormonell wirksame Chemikalien besonders gefährdet, da die Stoffe die gesunde Entwicklung stören könnten. Um Verbrauchern die Wahl von hormonfreien Produkten zu erleichtern, hat der Bund die App ToxFox entwickelt.

Wie ToxFox funktioniert

©Bund für Umwelt und NaturschutzNachdem man die App heruntergeladen hat, kann es sofort losgehen. Über die integrierte Scanner-Funktion scannt man den Strichcode auf der Produktpackung und erhält Auskunft über die Inhaltsstoffe. Ein rotes Warnzeichen oder ein grünes Herz zeigen an, ob das Produkt schädliche Chemikalien beinhaltet oder nicht. Alternativ zeigt die App Produkte nach Kategorien an oder sie können über die Stichwortsuche gefunden werden. Wird ein Produkt als bedenklich eingestuft, kann der Nutzer über einen Button eine Protest-Nachricht an den Hersteller schicken. Es soll ein Appell für schadstofffreie Produkte sein.  

Vorteile der App

Zunächst kann man sich darüber freuen, dass die ToxFox-App kostenlos ist. Auch die Handhabung überzeugt: Kaum hält man den Scanner an das Produkt, schon bekommt man ein Ergebnis. Und das ist ziemlich umfangreich: Die App zeigt nämlich nicht nur an, ob das Produkt schädliche Inhaltsstoffe beinhaltet, sondern auch welche. Zusätzlich werden diese detailliert erklärt. Der Nutzer weiß am Ende also genau, was in seinem Produkt enthalten ist und was es für vermeintliche gesundheitliche Schäden verursachen könnte. Damit ist ToxFox nicht nur für bereits gekaufte Produkte praktisch, sondern auch für unterwegs. Wer in der Drogerie steht und einen unbekannten Artikel testen möchte, bevor er ihn kauft, kann sich mit der App nützliche Informationen einholen.

Nachteile der App

Vom Duschgel über Zahnpasta bis zum Lippenstift: Die App bietet eine große Bandbreite an Produkten – 80.000 sind derzeit vertreten. Klingt bei durchschnittlich 10.000 Artikel pro Drogerie viel, jedoch stößt man beim Scannen immer wieder mal auf den Hinweis, dass es noch keine Informationen über das Produkt gibt. Da der Bund aber stets das Portfolio pflegt, sollte sich dieser Schwachpunkt mit der Zeit legen. Einen weiteren Minuspunkt gibt es für die Ausrichtung an sich: ToxFox liefert eben nur Auskunft über hormonell wirksame Schadstoffe. Ob noch andere schädliche Chemikalien in einem Produkt enthalten sind, erfährt der Nutzer nicht. Auch nicht bei Artikeln, die von der ToxFox-App ein grünes Herzchen bekommen.


©Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

ToxFox-App – Fazit

Wer bewusst einkaufen geht und darauf achten möchte, womit er sich täglich pflegt, wird auf ToxFox nicht mehr verzichten wollen. Trotz kleiner Lücken im Produktportfolio sind gängige Marken aus Drogerie und Apotheke vertreten. Da die Datenbank stetig erweitert wird, wird sich diese Lücke wahrscheinlich zunehmend schließen. Ob die App aber auf andere Schadstoffe erweitert wird, ist fraglich. Unterm Strich bekommt man eine sehr gute App mit hohem Nutzwert geboten.                  

Info
ToxFox ist sowohl für Android als auch für iPhone verfügbar. Nutzer anderer Smartphones können den Kosmetik-Check über die mobile Seite des Anbieters durchführen.
Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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