GNet extreme mit Kunstflugpilot Hannes Arch MARKUS BERGER

GNet extreme mit Kunstflugpilot Hannes Arch

Kunstflugpilot Hannes Arch ist dem Tod schon ein paar Mal knapp entgangen. Dabei spielt der Redbull Air Race Weltmeister nicht nur bei ungesicherten Kletterausflügen mit seinem Leben, sondern auch hoch oben in der Luft bei seinen gewagten Manövern…

Hannes Archs Leben stand wohl oft kopfüber. Und das nicht nur bei den ausgeführten Loopings während einer Flugkür. Der 45 jährige Flugstuntman und Pilot kam dem Tod auch außerhalb seines Sports sehr nahe, als er mit 30 Jahren an einer Autoimmunkrankheit erkrankte. Seine einschlägigen Erfahrungen ließen ihn so manches Mal über das Leben grübeln. Heute bringt ihn beinahe nichts mehr aus der Ruhe. Nicht umsonst lautet sein Lebensmotto: „Respect, accept and always stay grounded“ („Respektiere, akzeptiere und bleibe mit beiden Füßen am Boden“).

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GesünderNet: Deine kurioseste Verletzung war?

Hannes Arch: Ehrlich gesagt hatte ich keine kuriosen Verletzungen oder ich habe sie schon verdrängt.

GesünderNet: Wie viele und welche Verletzungen hast Du überhaupt schon gehabt.

Hannes Arch: Für 30 Jahre Extremsport eigentlich relativ wenig: Zweimal ist mir der Meniskus eingerissen, einmal hab ich mir die Hand gebrochen und einmal das Wadenbein, den Rest würde ich eher als „nicht erwähnenswert“ betrachten.

GesünderNet: Was war dein seltsamster Krankenhausaufenthalt?

Hannes Arch: Als ich mit 30 Jahren an einer Autoimmunerkrankung litt und mit Entzündungen am ganzen Körper und enormen Gewichtsverlust zu kämpfen hatte, ging es mit mir immer mehr bergab und man hatte bereits das Schlimmste befürchtet. Nach wochenlangem Krankenhausaufenthalt verzichtete ich letztendlich auf die Medikamente. Plötzlich setzte der Heilungsprozess bei mir ein und wenig später war ich wieder in Ordnung. Kein Arzt und kein Uni-Labor haben herausgefunden, was los war. Was Begegnungen mit Ärzten betrifft, so bin ich heute sehr skeptisch. Irgendwie gelange ich immer zum gleichen Bild: Zu spezialisiert und kaum jemand kümmert sich um den Menschen.

GesünderNet: Hast Du schon mal alternative Heilmethoden ausprobiert?

Hannes Arch: Klar, von Homöopathie bis Shiatsu, von Kräuterkunde bis alternativer Ernährung. Dennoch denke ich, dass die Kombination dieser Philosophien mit der Medizin das Optimum ist.

GesünderNet: Der beste Heilungsprozess, den Du an Dir erlebt hast…

Hannes Arch: Da denke ich auch immer an die 14 Tage septisches Fieber nach meiner Autoimmunerkrankung. Die Tatsache, dass es mir danach besser ging, ist für mich ein wahres Wunder. Seitdem vertraue ich auf das Selbstheilungsvermögen meines Körpers.

GesünderNet: Wie hilfst Du Dir bei Nervosität und in gefährlichen Situationen?

Hannes Arch: Fokus, alles passiert im Kopf! Zudem bin ich ganz selten nervös.

GesünderNet: Was glaubst Du hat Dir Dein Sport an körperlichen und seelische Fähigkeiten gebracht?

Hannes Arch: Ich glaube, dass ich vor allem mental und menschlich extrem viel in meinem Leben gelernt habe. Von den Erfahrungen als Bergsteiger, Kletterer oder als Kunstflugpilot. Ich glaube, meine Stärke liegt in der mentalen Kraft und dem Vermögen, die einfachen Dinge im Leben zu schätzen. Das ist, glaube ich, auch der Grund, weswegen ich neuerdings immer öfter als Key Note Speaker oder Motivationsspeaker von verschiedenen Firmen engagiert werde.

GesünderNet: Die extremste Lage, in die dich dein Sport bisher geführt hat?

Hannes Arch: Ohje, ich habe schon öfter beinahe den Löffel abgegeben, befürchte ich. Man kommt dem Leben dann schon recht nahe, wenn man den Tod vor Augen hat. Ob das nun in einer Felswand ist, ungesichert und fast abstürzend in mehreren hundert Meter Höhe oder bei anderen Gelegenheiten. Die heikelste Situation war aber beim Red Bull Air Race, als ich durch einen Flugfehler innerhalb nur weniger Zehntelsekunden die Kontrolle über mein Flugzeug verlor und mit fast 400km/h im Rückwärtsflug dem Wasser entgegenraste... man braucht auch Glück im Leben und einen sehr motivierten Schutzengel.

GesünderNet: Triffst Du besondere gesundheitliche Vorsorgemaßnahmen bevor Du losziehst?

Hannes Arch: Ja, das eine ist die Ernährung. Ich versuche mich relativ vollwertig zu ernähren. Das wichtigste ist aber die körperliche Fitness, und dass nicht nur dann, wenn ich losziehe, hier setze ich auf ein spezielles Zirkeltraining von “Milon”*, das System funktioniert perfekt, und der Zeitaufwand hält sich in Grenzen.

GesünderNet: Wo siehst Du den größten körperlichen Verschleiß in Bezug auf Deinen Sport?

Hannes Arch: Mein Rücken ist ziemlich mitgenommen, meine Lendenwirbel, meine Knie, die Gelenke in den Fingern vom Klettern. Hätte ich in meiner Jugend etwas mehr aufgepasst, wären diese Verschleißerscheinungen aber auch geringer. Dafür bin ich aber nicht verfettet und übergewichtig…

GesünderNet: Hast Du einen besonderen Gesundheitstipp für deine Sportkollegen?

Hannes Arch: Ich glaube, das Wichtigste ist es, ein Körperbewusstsein zu entwickeln und zu lernen, was der Körper braucht. Für mich heißt das, sich viel zu bewegen und wertvolle Nahrung zu mir zu nehmen.


* Beim Milon Zirkel werden Sitzposition, Hebelposition, Gewicht, Wiederholungen und Herzfrequenz auf einer persönlichen Chipkarte gespeichert. So werden die Fehler, die beim Training häufig gemacht werden, nämlich falsche Einstellung der Geräte, unkontrollierte Bewegungen, falsche Wahl der Gewichte und zu hohe Herzfrequenzen, ausgeschlossen.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team