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GNet extreme mit Matthias Haunholder

Eisige Höhen, halsbrecherische Abfahrten und das Gefühl den Boden unter den Füssen zu verlieren – was für den Normalsterblichen lebensbedrohlich klingt, ist für Matthias Haunholder ein bekanntes und beliebtes Feld. Der professionelle Freerider ist aus Filmen wie „Fire and Ice“ oder „A History of Snow“ bekannt. Zuschauer bekommen hier eine leise Ahnung von der Faszination des Sports, aber sehen auch, welchen Extremen sich Matthias aussetzt. Wir sprachen mit dem selbsternannten Schneejunkie über seinen Sport.

haunholder action
GesünderNet: Deine kuriosesteVerletzung war…

Matthias Haunholder:Ich habe mir letzten Winter bei einem Sprung über eine Felsklippe die Schulter ausgekugelt. Eigentlich dachte ich mir nicht viel dabei, hab sie von einem Freund gleich am Berg noch einrenken lassen und war dann den ganzen Tag noch beim Skifahren.

Am Abend hab ich dann gespürt, dass doch mehr kaputt sein muss, weil die Stabilität der Schulter praktisch nicht mehr vorhanden war. Nach drei Wochen habe ich mich dann unters Messer legen müssen. Das war bis dahin meine schwerste Verletzung!

GesünderNet: Wieviele Verletzungen hast Du überhaupt schon gehabt?

Matthias Haunholder:Eigentlich nicht wirklich viele: Eine gebrochene Rippe, ein paar Prellungen und einmal eine Meniskusverletzung.

GesünderNet: Deine seltsamste Begegnung mit einem Arzt:

Matthias Haunholder:Das war vor drei Jahren, als ich mir die Rippe gebrochen habe. Das war nämlich in Russland, genauer gesagt, in Sochi bei der Freeride World Tour. Der Unfall ereignete sich beim Skifahren und wegen des Contests waren mehrere Ärzte vor Ort, darunter natürlich auch russische Mediziner. Einer von ihnen checkte mich kurz durch und bestätigte den Rippenbruch und wollte mir noch am Berg Infusionen und Schmerzmittel verabreichen. Das erschien mir nicht ganz geheuer, weswegen ich die Behandlung verweigerte. Was aber gar nicht so leicht war, da der Arzt nicht der englischen- geschweige denn der deutschen Sprache mächtig war. 

GesünderNet: Hast Du schon mal alternative Heilmethoden ausprobiert? Welche und wie haben sie gewirkt?

Matthias Haunholder:Ich probiere meistens zuerst alternative Heilmethoden, bevor ich die Schulmedizin in Anspruch nehme. Angefangen von Akupunktur bis hin zu chinesischen Kräutern. Meistens hat es ganz gut funktioniert.

GesünderNet: Was war der beste Heilungsprozess, den Du an Dir erlebt hast

Matthias Haunholder:Meine Schulteroperation war ziemlich aufwendig (Knochentransplantation, etc.) Die Heilung verlief dafür aber wirklich hervorragend. Bereits nach fünf Monaten konnte ich schon wieder Surfen, nach sechs war ich schon wieder voll beim Skifahren und nach 7 Monaten bin ich geklettert und das auf meinem vorherigen Niveau - Ich habe mir sagen lassen, dass das nicht normal ist.

GesünderNet: Wie hilfst Du Dir bei Nervosität und in gefährlichen Situationen?

Matthias Haunholder:Ich bin eigentlich selten nervös. Ich mache sowieso nur das, was mir Spaß macht und dann überwiegt die Freude am Tun eigentlich immer.

GesünderNet: Gibt es denn eine Story, die Du uns erzählen kannst, wo Du Dich aus einer brenzligen Situation selbst befreit hast?

Matthias Haunholder:Vor einigen Jahren, habe ich mich beim Alpinklettern verstiegen und ich hatte keine Sicherungselemente mehr. Dann stand ich in der Sackgasse mit dem Wissen unter mir wartet ein 50m freier Fall... Ich konnte dann die Situation doch noch gut meistern.

GesünderNet: Was glaubst Du hat Dir Dein Sport an körperlichen und seelischen Fähigkeiten gebracht?

Matthias Haunholder:Alles was man braucht, um ein erfülltes Leben zu führen.

GesünderNet: Die extremste Situation, in die Dich Dein Sport bisher geführt hat?

Matthias Haunholder:…Gute Frage...Immer, wenn ich in Extremsituationen gewesen bin, habe ich erfahren, dass es noch weiter geht. Daher hat sich auch mein Limit immer verschoben, das heißt, was früher extrem war, ist es heute nicht mehr für mich.

GesünderNet: Triffst Du besondere gesundheitliche Vorsorgemaßnahmen bevor Du losziehst

Matthias Haunholder: Ich versuche, mich immer gesund zu ernähren und treibe sowieso jeden Tag Sport. Vorsorgemaßnahmen treffe ich nicht extra.

GesünderNet: Wo siehst Du den größten körperlichen Verschleiß in Bezug auf Deinen Sport?

Matthias Haunholder: Wenn man fit ist, braucht man sich über einen körperlichen Verschleiß keine Gedanken machen. Wenn man jedoch angeschlagen ist, sollte man sich stets erst regenerieren und besser keine extremen Aktionen nachgehen.

GesünderNet: Hast Du einen besonderen Gesundheitstipp für den (Deine?) Sportskollegen?

Matthias Haunholder: Viel trinken. Täglich Sport treiben und sich abwechslungsreich ernähren. Dann hat man schon die halbe Miete!

Quelle Action-Bilder: Josef Mallaun

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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