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Vorsicht vor Sonnenbrand

Urlaubszeit: Gefährliche Sonnenstrahlen

Wer sonnenbaden möchte, sollte nie auf den entsprechenden Schutz verzichten. Die Folgen können weit über einen Sonnenbrand hinausgehen, der ein paar Tage schmerzt und wieder abheilt: Denn die Haut vergisst keinen Sonnenbrand. Jahre später noch können schlimme Schäden die Folge sein.

Die eigene Haut, besser gesagt der eigene Hauttyp bestimmt, wie lange man in der Sonne bleiben kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen: Diese Zeit wird als die sogenannte Eigenschutzzeit bezeichnet. „Diese kann je nach Hauttyp ohne Sonnenschutz zwischen fünf und 45 Minuten liegen“, erklärt Dr. med. Juliane Habig von der Hautarztpraxis Dr. Habig in München.

Die Eigenschutzzeit bezieht sich auf einen Tag, so die Expertin weiter: „Sie hängt neben dem Hauttyp auch vom UV-Index ab und wird bei einem Index 8 standardisiert, was die Sommer-Mittagssonne in Mitteleuropa beschreibt.“ In anderer Umgebung, zum Beispiel, wenn man sich auf 3000 Metern Höhe im Schnee aufhält, wäre der UV-Index anders – in dem Fall höher.

Europäische Hauttypen

In unseren Breitengraden werden grundlegend vier Hauttypen unterschieden. Der keltische Typ hat rotblonde Haare, helle Augen und eine sehr helle Haut, häufig mit Sommersprossen. Ohne Schutz kann dieser Typ nur weniger als fünf bis zehn Minuten in der Sonne bleiben und wird fast nie braun.

Der nordische Typ mit blonden Haaren, heller Haut und hellen Augen wird ein wenig braun. Menschen dieses Hauttyps bekommen ungeschützt innerhalb von zehn bis 20 Minuten einen Sonnenbrand.

Der Mischtyp hat meist braune Haare, helle oder dunkle Augen und eine mittelhelle Haut. Ohne Schutz bekommt er in etwa 20 bis 30 Minuten einen Sonnenbrand. Der Mischtyp bräunt langsam, aber dennoch einfach.

Der mediterrane Typ ist von den europäischen Hauttypen am unempfindlichsten. Dunkle Haare, dunkle Augen und eine bräunliche Haut ergeben eine Eigenschutzzeit von etwa 45 Minuten. Der mediterrane Typ bräunt schnell und tief.

Gefährliche Sonnenstrahlen: UV-A und UV-B

UV-A-Strahlen machen etwa 90% des Sonnenlichts der Erde aus. Sie sind langwellig und dringen tief in die Haut ein. „Aufgrund dessen sind die UV-A-Strahlen für die Lichtalterung der Haut hauptverantwortlich: Neben der direkten Strahlenwirkung werden auch freie Radikale gebildet. Diese schädigen nicht nur die Hautzellen, sondern auch das Bindegewebe und die Haut in ihrer komplexen Struktur“, erklärt Dr. Habig.

UV-B-Strahlen hingegen sind kurzwelliger und erreichen hauptsächlich die Oberhaut. Damit sind sie aber keineswegs ungefährlicher: „Die UV-B-Strahlen schädigen die DNS, die Erbstruktur in den Zellen, was im weitern Verlauf zu Hautkrebs führen kann“, warnt die Expertin. Zudem gibt es Entzündungseffekte in der Haut und die Abwehrkräfte werden unterdrückt.

Haut vor Sonnenbrand schützen

Eine schützende Sonnencreme ist daher Pflicht. Sie kann ihren vollen Schutz allerdings nur entfalten, wenn sie großzügig aufgetragen wird: Grob kann man von einer Menge von mindestens 6 Esslöffeln pro Erwachsenenkörper ausgehen.

Multipliziert man seine Eigenschutzzeit mit dem Lichtschutzfaktor, ergibt sich daraus die theoretische Zeit bis zum Entstehen eines Sonnenbrands. Ein Beispiel: Hat man als Mischtyp eine Eigenschutzzeit von 20 Minuten und benutzt eine Sonnencreme mit dem Lichtschutzfaktor 20, wäre das bei 400 Minuten der Fall. „Man sollte dieses Limit allerdings nur zu maximal zwei Dritteln ausnutzen. Denn gestresst ist die Haut schon lange vor Erreichen der maximal errechneten Zeit“, bemerkt die Hautärztin.

Zudem ist es ratsam, sich eine halbe Stunde vor dem Sonnen einzucremen, damit der Sonnenschutz einziehen kann und wirkt. Nach dem Baden sollte man den Sonnenschutz erneuern, da er sich durch Wasser abwaschen kann.

Weitere Informationen zu unserer Expertin Dr. med. Juliane Habig finden Sie auf der Praxishomepage.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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