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Die richtige Pflege nach dem Sonnenbad

Urlaub am Strand ist Entspannung pur. Für Haut und Haar bedeuten Sonne, Chlor- und Salzwasser jedoch Stress. Dermatologe Dr. med Afschin Fatemi gibt Tipps für die richtige Pflege nach dem Sonnenbad.
Was tun Sonne, Schweiß und Co. meiner Haut und meinen Haaren an?   
Dr. Fatemi: Die Haut ist in der heißen Jahreszeit oft spröde und trocken. Das liegt daran, dass durch die Produktion von Schweiß vermehrt Flüssigkeit über die Haut abgegeben wird und diese so schneller austrocknet. Sonneneinstrahlung und Klimaanlagen verstärken diesen Effekt. Die UV-Strahlung der Sonne kann die kollagenen Fasern der Haut schädigen, was zu Elastizitätsverlust führt. Das Risiko für einen schmerzhaften Sonnenbrand oder Pigmentflecken steigt. Salz- und Chlorwasser tun ihr Übriges, damit die Haut trocken wird. Das Haar wird strohig, stumpf, widerspenstig und bleicht aus, da das farbbildende Keratin angegriffen wird.

Wie sollte ich meine Haut behandeln, wenn ich vom Sonnenbaden an Strand und Meer nach Hause komme?
Dr. Fatemi: Zunächst muss die Haut von Resten der Sonnencreme und Salz- bzw- Chlorwasser gründlich befreit werden. Das geht am besten mit lauwarmem Wasser und mildem feuchtigkeitsspendendem Duschgel, denn die Haut ist gereizt. Deswegen sollte man auch die Hände von Peelings oder anderen scharfen Reinigungsgegenständen lassen. Nach dem Duschen sollte die Haut mit einem Handtuch nur leicht trocken getupft werden. Anschließend kann sie mit After-Sun-Produkten gepflegt werden, die ihr die notwendige Feuchtigkeit zurückgeben.

Was sind die Eigenschaften von After-Sun-Produkten?
Dr. Fatemi: After-Sun-Produkte basieren auf stark wasserhaltigen Öl-in-Wasser-Emulsionen und beruhigen irritierte Haut. Sie können schnell einziehen und kühlen die Haut angenehm. Neben einigen entzündungshemmenden Naturstoffen wie Aloe Vera, Ringelblume und Hamamelis enthalten Aftersun-Produkte auch Glycerin, das den Wassergehalt in der Hornschicht auffüllt und vor Austrocknung schützt. Sehr häufig wird auch Panthenol eingesetzt, welches die Zellteilung und so die Regeneration der Haut erhöht. Gleichzeitig schützt es gegen Austrocknung.

Was muss ich tun, wenn ich mir einen Sonnenbrand geholt habe?
Dr. Fatemi: Ein Sonnenbrand macht sich erst nach einigen Stunden richtig bemerkbar. Die Haut ist dann besonders empfindlich, schließlich handelt es sich beim Sonnenbrand mindestens um Verbrennungen ersten Grades. Zum Lindern der Entzündung sollte die Haut zunächst mit kühlenden feuchten Umschlägen versorgt werden. Zur Pflege sollte eher eine lipidreiche Lotion aufgetragen werden. Diese darf keine Parfümstoffe enthalten, um die Haut nicht zusätzlich zu reizen. Gerade bei Sonnenbrand ist Panthenol ein sinnvoller Bestandteil, um die Wundheilung zu fördern. Bis die Haut vollkommen abgeheilt ist, kann es schon einmal zwei Wochen dauern. Auch wenn die Sonne wieder ruft, sollte man der Haut unbedingt Ruhe gönnen und den Schatten aufsuchen.

Gibt es sinnvolle Hausmittel für sonnengereizte Haut?
Dr. Fatemi: Es gibt unterschiedliche Wickel, um die Haut zu kühlen. Ein in kühlem grünem Tee getränktes Tuch eignet sich hervorragend, um Rötungen zu lindern und hilft der Haut bei der Regneration. Denn grüner Tee ist reich an hautberuhigenden Gerbstoffen und Polyphenolen. Einen sehr kühlenden und feuchtigkeitsspenden Effekt haben Wickel auf die fingerdick Quark gestrichen wird. Solange auflegen bis der Wickel warm wird, dann ein zweites Mal wiederholen und abschließend die Haut mit lauwarmen Wasser reinigen.

Bei einem starken Sonnenbrand pellt sich oft die Haut. Was kann ich dann tun?
Dr. Fatemi: Das Pellen der Haut beginnt erst nach einigen Tagen. Das liegt daran, dass die Haut dann beginnt, sich zu regenerieren. Die obersten geschädigten Hautzellen werden abgestoßen. Hier heißt es abwarten und die Haut regelmäßig mit Feuchtigkeitslotion eincremen. Reißen Sie die Haut nicht ab. Entfernen Sie nur die Hautreste, die schon locker sind.

Warum bilden sich manchmal Pigmentflecken auf der Haut?
Dr. Fatemi: Die UV-B-Strahlen der Sonne sorgen zwar für einen gebräunten Teint, sind aber auch für die Bildung von Pigmentflecken verantwortlich. Durch die Sonne wird übermäßig viel des körpereigenen braunen Farbstoffs Melanin entwickelt, was zu den bräunlichen Flecken führt. Betroffen sind dabei vor allem die Sonnenterrassen wie Stirn, Nase, Dekolleté und Handrücken. Gerade Frauen mit einem hohen Estrogenspiegel durch Schwangerschaft oder Antibabypille neigen unter erhöhter Sonneneinstrahlung häufig zu Pigmentflecken.

Wie pflege ich meine Haare am besten nach dem Sonnenbad?
Dr. Fatemi: Vor allem nach dem Kontakt mit Chlor- oder Salzwasser ist es wichtig, das Haar gründlich mit klarem Wasser auszuspülen und mit einem Feuchtigkeitsshampoo zu waschen. Um dem Haar wieder Glanz und Geschmeidigkeit zu geben, sollte es, vor allem die Spitzen, mit Panthenol, Proteinen oder Keratin versorgt werden, zum Beispiel in Form von Intensiv-Haarkuren. Wichtig ist hier, dass keine alkoholhaltigen Produkte verwendet werden. Diese trocknen das Haar zusätzlich aus.

Quelle: Pressemitteilung ABC Healthcare
Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team