Bildgebende Verfahren – Wie funktioniert die Endoskopie? thinkstockphotos.de

Bildgebende Verfahren – Wie funktioniert die Endoskopie?

Die Endoskopie ist ein schonendes bildgebendes Verfahren, das einen Blick in die Hohlorgane und Körperhöhlen des Menschen ermöglicht. Sie dient als Diagnoseinstrument, ist für die Medizin aber vor allem für kleine invasive Eingriffe von Nutzen. Wie genau funktioniert die Endoskopie?
Bei einer Endoskopie, wird eine kleine Sonde, ein Endoskop, zur Spiegelung von Körperhöhlen und Hohlorganen in das Innere des Körpers eingeführt. Mit einer Endoskopie können nicht nur die inneren Strukturen von Organen und Gelenken betrachtet werden, sondern auch sogenannte minimal-invasive Eingriffe vorgenommen werden. Ein schonendes Verfahren für Patienten, denen so eine größere Operation erspart bleibt.

Entwickelt wurde das bildgebende Verfahren bereits Anfang des 19. Jahrhunderts von dem Frankfurter Arzt und Erfinder Philipp Bozzini. Das erste Endoskop ging im Zweiten Weltkrieg allerdings verloren, weshalb die Technologie erst gegen Mitte des 20. Jahrhunderts in Form eines Instruments zur Augenuntersuchung wieder zum Vorschein kam.

Einsatzbereiche der Endoskopie

Der Begriff Endoskopie setzt sich aus den griechischen Wörtern „endon - innen“ und „skopein – betrachten“ zusammen. Grundsätzlich kann man mit Hilfe eines Endoskops fast alle Hohlräume und Gelenkhöhlen des Körpers von innen betrachten. Vor allem kommt eine Endoskopie aber im Bereich des Magen-Darm-Trakts, zum Beispiel zur Feststellung von Magengeschwüren und zur Darmkrebsvorsorge  zum Einsatz. Ursprünglich diente die Endoskopie hauptsächlich als Diagnoseinstrument, heute werden in vielen medizinischen Bereichen, von der inneren Medizin über Orthopädie bis hin zur Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Operationen endoskopisch durchgeführt. Ein endoskopischer Eingriff hat den Vorteil, dass keine großen Narben entstehen und sich der Heilungsprozess eines Patienten verkürzt.

Das Endoskop

Je nach Einsatzgebiet kommen unterschiedliche Endoskope zum Einsatz. Man unterscheidet zwischen starren, halbstarren und flexiblen Endoskopen. Während starre Endoskope aus dünnen Metallrohren unter anderem zur Untersuchung des Bauchraumes, Gebärmutteruntersuchungen oder zur Betrachtung der Bronchien eingesetzt werden, werden flexible Endoskope, bestehend aus Glasfaserbündeln, zur Spiegelung des Verdauungstrakts, der Harnwege aber auch zur Untersuchung der Blutgefäße verwendet.

Zwar variieren die Endoskope entsprechend ihrem Einsatzgebiet, das Grundprinzip bleibt aber immer gleich. Jedes Endoskop besteht aus einem optischen System aus Prismen und Linsen oder einer hochwertigen Miniaturkamera, die während des Eingriffs in Echtzeit das Bild auf einen Monitor überträgt, und aus einer Beleuchtungseinrichtung mit Kaltlicht. Um die Hohlorgane oder Körperhöhlen zugänglich  zu machen, verfügen Endoskope außerdem über eine Luftpumpe, Vorrichtungen zum Spülen oder Absaugen, sowie Kanäle durch die spezielle Instrumente, zum Beispiel zur Entnahme von Gewebeproben, eingeführt werden können.

In der Regel ist ein Endoskop nicht dicker als 14 Millimeter. Das dünnste Endoskop, das in der Medizin zum Einsatz kommt, hat einen Durchmesser von nur 5 Millimetern. Auch die Länge der Endoskope variiert, je nachdem welche Köperregionen untersucht werden sollen. Ein flexibles Endoskop zur Spiegelung des Dickdarms kann beispielsweise bis zu 2 Meter lang sein.

Inzwischen besteht sogar die Möglichkeit, eine kleine Videokapsel zu verschlucken, die dann auf natürlichem Weg durch den Verdauungstrakt wandert und entsprechende Bilder aufnimmt.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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