Heilgewürze I – viele Gewürze und Pflanzen sind wahre Lebensspender thinkstockphotos.com

Heilgewürze I – viele Gewürze und Pflanzen sind wahre Lebensspender

Gewürze können mehr als bloß Geschmack ins Essen bringen. Warum erklärt Prof. Dr. med. Curt Diehm in seinem dieswöchigen Gastbeitrag.
Das Wissen über die heilende Wirkung bestimmter Pflanzen, Gewürze und Lebensmittel ist lange Zeit verschütt gegangen. Neuerdings leben und kochen aber wieder mehr Menschen mit dem Bewusstsein, mit den Zutaten auch gleichzeitig einen gewünschten gesunden Nebeneffekt zu erzielen.

Die nützliche Kraft vieler Heilpflanzen ist heute unumstritten. Schon die Neandertaler wussten um die vorbeugende und heilende Wirkung verschiedener Pflanzenarten. So wurde Scharfgabe und Kamille als Arzneistoffreste in 50.000 Jahre altem Zahnstein gefunden. Historiker und Medizinhistoriker  gehen fest davon aus, dass man damals bereits Heilpflanzen zu medizinischen Zwecken eingesetzt hat. Bekanntlich wirkt das in der Kamille enthaltene Azulen ausgeprägt entzündungshemmend. Bekanntlich haben bereits Frühmenschen ihren Körper gepflegt und geschmückt.

Heilpflanzen sind bei Ärzten heute beliebt wie nie. Die Statistik zeigt, dass Ärzten Phytopharmaka im Wert von mehreren Millionen Euro verordnen. Im Rahmen der Selbsttherapie nehmen Patienten pflanzliche Arzneimittel für über eine 959 Milliarde Euro ein. Die drei wichtigsten Anwendungsgebiete und Indikationen sind Erkältung, insbesondere Husten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Beschwerden von Magen und Darm.

Pflanzliche Arzneien: Gut verträglich und nebenwirkungsarm

Nach einer repräsentativen Umfrage der GfK-Marktforschung, berichten 53 Prozent der befragten Frauen, dass sie regelmäßig pflanzliche Arzneimittel einsetzen, um Beschwerden zu lindern. Vor allem Frauen ab 60 Jahren verwenden häufig Tinkturen, Salben und Kapseln, die allesamt auf natürlichen Wirkstoffen basieren.

Bei den Männern sieht die Situation etwas anders aus: nur drei von zehn Männern nutzen gelegentlich pflanzliche Arzneimittel. Experten der Bundesvereinigung deutscher Apothekenverbände bestätigen, dass natürliche Arzneimittel besser verträglich sind und weniger Nebenwirkungen haben als „harte“ Medikamente. Ein Beispiel ist Johanniskraut, das nachgewiesenermaßen günstig bei Depressionen wirkt.

Ärzte in Deutschland, die zunehmend arabische Patienten behandeln, werden immer wieder konfrontiert mit der Naturheilkunde des Orients. Muslimische Ärzte müssen ihrer Zeit weit voraus gewesen sein. Rezepte aus der arabischen Heilkunst in der Epoche zwischen 700 bis 1300 n. Chr. zeigen, dass die damaligen Ärzte und Heiler Pflanzen und Kräuter massiv einsetzten, um Kranke zu kurieren. Noch heute kennen viele arabische Patienten die Wirkung von Heilpflanzen.

Hier finden Sie einen Überblick, welche Gewürze und Pflanzen welche Wirkung erzielen.

Der Autor

Prof. Dr. med. Curt Diehm zählt zu den führenden Medizinern im Südwesten Deutschlands, er ist Autor zahlreicher Fach- und Patientenbücher und langjähriger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäßmedizin. Seit Mitte 2014 leitet er als Ärztlicher Direktor die renommierte Max Grundig Klinik in Bühl. Alle Beiträge dieser Serie zum Nachlesen unter www.max-grundig-klinik.de.






Hier finden Sie alle Beiträge der Serie Gesund mit Diehm
Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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