Hautkrebs - Neue Therapien geben Anlass zur Hoffnung thinkstockphotos.com

Hautkrebs - Neue Therapien geben Anlass zur Hoffnung

In der Behandlung von schwarzem Hautkrebs gibt es Fortschritte, wie auf dem 25. Hautkrebskongress berichtet wurde. Eine entscheidende Rolle kommt dabei dem Immunsystem selbst zu.
Der schwarze Hautkrebs gehört zu den Krankheiten mit der höchsten Sterberate. Das Maligne Melanom zeigte sich in der Vergangenheit gegen Therapieansätze weitgehend resistent, Chemotherapien verzeichneten, wenn überhaupt, nur leicht lebensverlängernde Wirkungen. Auf dem 25. Deutschen Hautkrebskongress, der kürzlich in München statt fand, konnte nun erstmals über wichtige Fortschritte bei der Behandlung von fortgeschrittenem Hautkrebs berichtet werden.

Schon seit dem Jahr 2010 ist ein Präparat mit dem Namen Ipilimumab auf dem Markt, dessen Einsatz zwar Wirkung, jedoch nur sehr geringe zeigt. In diesem Sommer scheint ein Durchbruch bei der Medikamentenentwicklung gelungen. Denn nach jahrelangem Stillstand sind zwei neue sogenannte Immunmodulatoren zugelassen worden. Diese beiden zur Gruppe der PD-1 blockierenden Antikörper zählenden Immunmodulatoren erhöhen jetzt erstmals die Therapiechancen und könnten, so die Hoffnung, in geringem Umfang sogar heilend wirken. Die Überlebenschancen steigen damit in einem Krebsbereich, der bislang als nahezu unheilbar galt. Die neue Kombinationstherapie ist zudem vom Patienten gut verträglich.

Diese Ergebnisse, die die beiden Hautkrebsexperten Prof. Dr. Carola Berking und Prof. Dr. Dirk Schadendorf in München vorgestellt haben, sind ein großer Schritt und läuten möglicherweise eine neue Ära sein. Vielleicht können in Zukunft Patienten mit Malignem Melanom tatsächlich zu einem größeren Prozentsatz wieder ganz gesund werden. Bei der Therapie mit PD-1 blockierenden Antikörpern wird zunächst auch auf eine Chemotherapie verzichtet.  Die jetzt eingesetzten Antikörper sind eine Art Zauberformel, bei der das körpereigene Immunsystem als Schlüssel zur Bekämpfung des Krebses eingesetzt wird. Diese sogenannten Krebsimmuntherapien gehören in der Pharmaindustrie zu den derzeit am heißesten diskutierten Ansätzen. Hierin liegt möglicherweise die Chance, unterschiedliche Krebsarten dauerhaft in den Griff zu bekommen.

Hautkrebs ist in Deutschland längst als gefährliche Volkskrankheit erkannt. An dem von zu viel UV-Licht ausgelösten Krebs erkranken jährlich in Deutschland rund 200.000 Menschen, etwa zehn Prozent davon sind von dem gefährlichen schwarzen Hautkrebs betroffen. Wichtig ist vorbeugen, in dem man sich vor allem auch in jungen Jahren nur bedingt der prallen Sonne aussetzt und Sonnenbrand vermeidet. Zur Vorsorge gehören auch regelmäßige Untersuchungen beim Hautarzt, der frühzeitig gefährliche Veränderungen an der Haut erkennt.  

Gute Informationen zur Hautkrebsforschung und zur Prävention liefert auch www.hiege-stiftung-gegen-hautkrebs.de

Der Autor

Prof. Dr. med. Curt Diehm zählt zu den führenden Medizinern im Südwesten Deutschlands, er ist Autor zahlreicher Fach- und Patientenbücher und langjähriger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäßmedizin. Seit Mitte 2014 leitet er als Ärztlicher Direktor die renommierte Max Grundig Klinik in Bühl. Alle Beiträge dieser Serie zum Nachlesen unter www.max-grundig-klinik.de.






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