Schlaganfälle bei jüngeren Menschen gestiegen thinkstockphotos.com

Schlaganfälle bei jüngeren Menschen gestiegen

Die Anzahl junger Schlaganfall-Patienten hat weltweit seit 1990 um 25 Prozent zugenommen. Diese Erkenntnis wurde im Lancet veröffentlicht.

Ein Schlaganfall galt lange Zeit vor allem als Erkrankung älterer Menschen. Eine aktuelle Untersuchung der Auckland University of Applied Science hat nun festgestellt, dass immer mehr jüngere Menschen von Schlaganfällen betroffen sind. Die Zahl der 20- 64-Jährigen nahm in den vergangenen 23 Jahren um 25 Prozent zu. Das sind 31 Prozent aller Schlaganfälle. Etwa 83.000 Menschen erreichen nicht einmal das 20. Lebensjahr, bevor sie einen Schlaganfall erleiden.

Als Folgeuntersuchung der 2010 von der Weltbank in Auftrag gegebenen Global Burdon of Deseases, haben sich die internationalen Forscher um Valery Feigin, Leiter des National Institute for Stroke and Applied Neurosciences in Auckland, die Schlaganfälle herausgepickt. Insgesamt analysierten sie 119 Studien, davon 58 aus High-Income/wohlhabenden Staaten und 61 aus Low- und Middle-Income/weniger wohlhabenden Staaten.

Die Ergebnisse: Neben der Erkenntnis, dass Schlaganfälle vermehrt bei jüngeren Menschen auftreten, fanden die Forscher heraus, dass zwar mehr Leute aufgrund einer akuten Ischämie einen Schlaganfall erleiden, die meisten Todesfälle aber durch einen Schlaganfall als Folge einer Massenblutung im Hirn (51,7 %) auftreten, obwohl diese seltener als halb so oft sind.

Für das Jahr 2030 prognostizieren die Forscher einen Anstieg der Todesfälle in Folge von Schlaganfällen um über 50 Prozent. Und das, obwohl die Anzahl der Schlaganfalltodesopfer pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 20 Jahren (1990-2010) gesunken ist. Gleichzeitig ist die Zahl der Todesopfer aber um 26 Prozent auf 5,9 Millionen im Jahr 2010 gestiegen.

Da es sich bei den genannten Zahlen um weltweite handelt, können die Daten für einzelne Länder vollkommen anders aussehen. Feigin weist vor allem auf den Unterschied zwischen High-Income und Low- und Middle-Income Staaten. Die Sterberate liegt bei den Letztgenannten um 42 Prozent höher, die Zahl der Behinderungen und Folgekrankheiten um 46 Prozent.

Um zukünftig Schlaganfällen vorzubeugen, sollte auch und vor allem in die Aufklärung bezüglich gesunder Ernährung respektive Lebensweise investiert werden. Schließlich sei der Konsum von Salz, Kalorien, Tabak und Alkohol Risikofaktoren, schreibt Graeme J Hankey von der University of Western Australia in einem Kommentar zur Veröffentlichung von Feigin und ihren Kollegen.

Hier gibt es weitere Informationen zur Studie