Es fröstelt sehr - Das schützt die Haut im Winter www.istockphoto.com/druvo

Es fröstelt sehr - Das schützt die Haut im Winter

Die Haut zieht, juckt und ist rissig im Winter. Kein Wunder, denn draußen wartet die bissige Kälte und drinnen herrscht trockene Heizungsluft. Bei solchen Temperaturunterschieden braucht die Haut eine starke und funktionierende Schutzbarriere, um die Winterszeit gut zu überstehen. Wir zeigen Euch wie man die Haut schützt.

Man muss sich zunächst bewusst werden, dass die Haut im Winter sehr viel mehr an Feuchtigkeit verlieren kann als im Sommer. Das liegt zum einen daran, dass im Winter die Luftfeuchtigkeit stark absinkt und zum anderen herrscht durch das Heizen in der Wohnung so etwas wie Wüstenklima. Darüber hinaus verteilt sich der Hauttalg, auch Sebum genannt, welches in der oberen Lederhaut produziert wird, bei niedrigen Temperaturen nur schlecht. Bei Temperaturen ab 8 Grad plus wird die Talgproduktion sogar völlig eingestellt. Das Sebum ist aber für die Geschmeidigkeit unserer Hornschicht, die oberste Hautschicht, wichtig und schützt unserer Haut wie eine Barriere auch gegenüber diversen Hautkrankheiten. Für die Haut bedeutet das unter dem Strich, dass ihr regelmäßig Feuchtigkeit und Fett zugeführt werden sollte.

Die richtige Pflege zur richtigen Zeit

Für die Winterhaut kann eine fettige und reichhaltige Pflege hilfreich sein. Dabei muss man zwischen vier verschiedene Gegebenheiten unterscheiden. Einerseits sollte man die Tag- und Nachtpflege anpassen, anderseits muss man sich fragen, wovor man die Haut schützt, vor der kalten Luft draußen oder von der heißen Luft drinnen. Je nachdem, hat die Haut nämlich ganz unterschiedliche Bedürfnisse.

Eine wasserhaltige Feuchtigkeitscreme ist beispielsweise bei sehr kalten Temperaturen für die Haut schädlich. Hier sollte man besser auf eine fettreiche Creme mit geringem Wassergehalt zurückgreifen. Sitzt man hingegen den ganzen Tag in einem gut beheizten Büro, sollte man unter die normale Tagespflege noch eine Feuchtigkeitspflege zusätzlich auftragen.

Dem Wasserverlust der Haut kann man am besten nachts entgegenwirken. Hier kann man zur üblichen Nachpflege eine zusätzliche Feuchtigkeitscreme oder ein Feuchtigkeitsfluid beigegeben.

Keinen unüberlegten Tausch machen

Manche Kosmetiker sagen bei der winterlichen Hautpflege gerne die Faustregel auf: „Tag- und Nachtcreme über den Winter vertauschen.“ Dies kann durchaus richtig sein. Bevor man aber damit anfängt, sollte man unbedingt die Inhaltsstoffe der Cremes überprüfen und sich möglicherweise nochmals beim Dermatologen oder Kosmetiker beraten lassen. Denn manchmal enthalten Nachtcremes Wirkstoffe, die bei Tageslicht eine unerwünschte Reaktion auslösen, und deswegen für das Auftragen unter Tage ungeeignet sind.

Die richtige Tagescreme im Winter

Eine fetthaltige Tagescreme kann die Hautbarriere unterstützen und der Schutzfunktion der Haut im Winter neuen Schwung geben. Dabei sollte man auf einen hohen Anteil an pflanzlichen Ölen achten, denn diese stabilisieren den Feuchtigkeitsgehalt in der Haut. Da die Haut im Winter manchmal rissig und damit anfällig für verschiedene Erreger wird, sollten hautberuhigende und entzündungshemmende Wirkstoffe wie Kamille-Extrakte und Vitamin E enthalten sein. Bei sehr spröder und rissiger Haut sollten wundheilende Stoffe, wie D-Panthenol oder Aloe Vera, hinzukommen.

Die richtige Nachtcreme im Winter

Wie gesagt sollte der Haut über Nacht viel Feuchtigkeit zugeführt werden. Eine gute Nachtcreme sollte aber nicht nur feuchtigkeitsspendende Eigenschaften haben. Wichtig sind zudem feuchtigkeitsbindende Wirkstoffe wie Urea oder Hyaluronsäure. Dazu sollte sie reich an pflegenden Ölen sein, wie z.B. Avocado- und Nachtkerzenöl.

Natürlich sollte bei all der äußerlichen Pflege nicht vergessen werden, dass die Haut noch am besten versorgt ist, wenn wir regelmäßig und ausreichend viel trinken.

 

Quellen:

Elsässer, Sabine, Körperpflegekunde und Kosmetik - Ein Lehrbuch für die PTA-Ausbildung und die Beratung in der Apothekenpraxis, 2. Auflage, Springer Verlag, Heidelberg, 2008, S. 191

Trinkkeller, Herrmann, Dermatologie und medizinische Kosmetik – Leitfaden für die kosmetische Praxis, 2. Auflage, 2. Auflage, Springer Verlag, Heidelberg, 2007, S. 184 - 186

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team