Die Präventionsangebote von AOK & Co. - Sport und Ernährung www.istock.com

Die Präventionsangebote von AOK & Co. - Sport und Ernährung

Der Winter ist, was die Ernährung und die Bewegung anbetrifft, sicherlich eine lasterhafte Zeit für den Durchschnittsbürger. Ein Blick in den Spiegel offenbart den Meisten: Du musst mal wieder Sport machen! Diät halten! Gesünder leben! Oft fehlt jedoch eine zündende Idee. Wie legt man los? Einige Krankenversicherungen warten mit guten Tipps auf…

Unsere Gesundheit kostet Geld. Sobald wir krank werden und einen Arzt aufsuchen, müssen Gelder in unsere Behandlungen investiert werden, die teilweise schwindelerregend hoch und mit keinem Gehalt zu zahlen sind. Nur bekommen wir von dieser Tatsache nichts mit, denn dank unseres Krankenversicherungswesens fallen wir durch keine riesigen Löcher, die eine ärztliche Behandlung in unseren Geldbeutel reißen würde. Wir landen recht weich auf unserem Speckpo und lassen uns gegen die Rückenschmerzen ruhig noch eine Massage verschreiben.

Doch hat der Einzug der Praxisgebühr und immer geringer werdenden Zuschläge für Medikamente und Behandlungen  seitens der Krankenversicherungen eine Sache klar werden lassen: Wir müssen vorbeugen. Unnötige Zivilisationskranken zeugen von einer verantwortungslosen Haltung uns selbst und der Gesellschaft gegenüber. Wir müssen bewusster auf unsere Gesundheit achten.

Genau diesen Präventionsgedanken haben die Krankenversicherungen aufgegriffen und halten neben unterschiedlichen Tipps für mehr Bewegung auch Fitness- und Cardiokurse, sowie Diät- und Ernährungsseminare für Ihre Mitglieder ab.

Sportliche Tipps und gesunde Rezepte

Auf den Homepages vieler Krankenversicherungen finden sich Tipps und Tricks für ein gesünderes Leben. Meist von Ernährungsexperten, Ärzten und Fitnesslehrer zusammengestellt, bieten die Artikel gute Ideen und fundierte Ratschläge. Die Ergo Versicherungsgruppe beispielsweise gibt momentan Tipps, wie man seine Wintergemütlichkeit ablegt und mit gezielten Übungen den weihnachtlichen Speckrollen zu Leibe rückt. Von Cardio-Training, bei dem Bewegungseinheiten von mindestens einer halben Stunde Länge vorgeschlagen werden, über Fitness- und Krafttraining, bei denen auch die Muskulatur geformt wird, werden gute Methoden zum Fitwerden genannt.

Da Gesundheitsziele nicht nur mit Sport erreicht werden, gibt es auf den Versicherungsseiten auch zahlreiche Rezepte für leckere Gerichte. Beruhigend zu lesen: Man soll sich satt essen und besser auf einseitige Diäten verzichten. Für einen schmackhaften Start in den Frühling stehen auf der Seite der DAK zum Beispiel 550 Rezepte zum Download für alle bereit. Sternekoch Thilo Bischoff und Ernährungsberaterin Hanna-Kathrin Kraaibeek kreierten hier Frühstück, Snacks, Mittag- und Abendessen für einen ganzen Monat, so dass man in Eigenregie eine gesunde Ernährungskur machen könnte. Die leckeren Rezepte findet man momentan auch in Postkartenformat in allen Tengelmann- und Kaiserfilialen.

Selbsttest

Sich gesundheitsbewusst verhalten sollte generell jeder. Manchmal wird man sich dieser Tatsache jedoch erst bewusst, wenn die ersten Zipperlein auftreten. Wer nicht gleich einen Rundumcheck beim Arzt machen, sondern zunächst ein allgemeines Bild davon haben möchte, wie es um die eigene Gesundheit steht, kann einen Selbsttest durchzuführen. Einen sehr guten Dienst leistet hier die BKK mit ihrem Fitnesscheck. Hier muss man mehrere unterschiedliche Fragen zur körperlichen Konstitution beantworten und bekommt im Anschluss sofort eine Auswertung in Form einer PDF-Datei. Darin wird zunächst das eigene Fitnessprofil dargelegt und anhand dessen aufgezeigt an welchen körperlichen Baustellen es zu arbeiten gilt. Fehlt es einem beispielsweise an der Kondition, werden im Anschluss viele Ausdauerübungen aufgeführt. Die Testwerte werden mit Normwerten von Personen gleichen Alters und Geschlechts verglichen. Bei den Normwerten werden Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination unter die Lupe genommen. Der Test wird von der Universität Karlsruhe begleitet und ständig optimiert, kostet keinen Cent und ist auch von Nichtmitgliedern durchführbar.

Präventionskurse

Dass es Präsenzveranstaltungen geben muss, bei denen Trainer, Ärzte und Experten live einem erklären, wie man sich fit hält, ist klar. Und natürlich haben Versicherungen begonnen, hier Kurse anzubieten oder ihren Mitgliedern Zuschüsse zu gewähren, sofern diese eigenständig sich bei Sport- oder Ernährungskursen anmelden. Meist läuft das Ganze so ab, dass man unter gewissen Vorgaben sich beispielsweise bei einem Rückengymnastikkurs, der von einem Sportinstitut, einem Gesundheitshaus oder ähnliches angeboten wird, anmeldet. Zunächst zahlt man den Kurs aus eigener Tasche und geht dann nach Abschluss mit einer Teilnahmebestätigung des Instituts samt Rechnung zur Krankenversicherung und erhält dann einen Teil der Beiträge zurückerstattet.

Da diese Förderungen, wie gesagt, bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen, sollte man vorab mit seiner Krankenversicherungen diese abklären. Im Handlungsleitfaden des GKV (Gesetzliche Krankenversicherungen) Spitzenverbandes wurde in Zusammenarbeit mit mehreren großen Krankenversicherungskassen festgehalten, welche Kurse nicht förderungsfähig sind: „Angebote, die sich nicht explizit und inhaltlich erkennbar auf die sechs Kernziele (Stärkung der Physis sowie der Psyche, Verminderung von Risikofaktoren, Einbindung in gesundheitsfördernde Aktivitäten, Verbesserung der Bewegung, Bewältigung psychosomatischer Probleme) des Gesundheitssports beziehen, können nicht gefördert werden.

Dies umfasst

• Angebote des allgemeinen Freizeit- und Breitensports

• Maßnahmen, die vorwiegend dem Erlernen einer Sportart dienen

• Maßnahmen, die einseitige körperliche Belastungen erfordern

• reine oder überwiegend gerätegestützte Angebote

• Angebote, die an die Nutzung von Geräten bestimmter Firmen gebunden sind

• Dauerangebote

• Angebote für Kinder unter sechs Jahren (diese Zielgruppe wird über den Setting-Ansatz erreicht)“

Mehr zum Leitfaden erfährt ihr hier.

Weiterhin muss man an 80 Prozent des jeweiligen Kurses mindestens teilgenommen haben. Besteht der Kurs also aus 10 Einheiten, darf man nur zwei verpassen. Die Kurse müssen fortlaufend sein und einen Anfangs- und Endtermin haben. Jugendlichen bis 16 Jahren können solche Kurse sogar vollständig rückerstattet werden. Alle weiteren Einzelheiten können auf den Seiten der eigenen Versicherung nachgelesen bzw. mit einem Kundenberater besprochen werden.

In diesem Sinne lohnt es sich immer einmal, auf den Seiten der eigenen Versicherung herumzusurfen und sich zu informieren. Es gibt etliche weitere Veranstaltungen, Tipps und Ratschläge im Angebot, die weiterhelfen oder zumindest inspirieren können.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team