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Ungesunde Lebensmittel

Gesundheitsexperten fordern eine Kaloriensteuer

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Gesundheitsexperten fordern eine Kaloriensteuer für ungesunde Lebensmittel. Chips, Süßigkeiten und Pizza sollen teurer gemacht werden, damit Verbraucher vermehrt zu Obst und Gemüse greifen. Das anvisierte Ziel ist eine niedrigere Erkrankungsrate an Diabetes. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) zeigte sich über diese Pläne erfreut.

Die Idee einer Kaloriensteuer ist nicht neu: Schon 2011 führte Dänemark eine Fett-Steuer ein, in Frankreich existiert eine Cola-Steuer und seit Ende letzten Jahres müssen auch in Mexiko fett- und zuckerreiche Lebensmittel teurer bezahlt werden. Andere Länder haben in diesem Punkt die Nase schon längst vorn.

Volkskrankheit Diabetes

Diabetes zählt in Deutschland zu den größten Volkskrankheiten und die Tendenz ist weiter steigend. Laut Einschätzungen des Robert-Koch-Instituts leben in Deutschland etwa 4,6 Millionen Zuckerkranke im Alter zwischen 18 und 79 Jahren. Bei den über 70-jährigen leidet bereits jeder Dritte an Diabetes.

Hier kommen die ungesunden Lebensmittel ins Spiel: Der Konsum von zu vielen fett- und zuckerreichen Lebensmitteln in Kombination mit mangelnder Bewegung macht letzten Endes krank.
Mit einer erhöhten Besteuerung dieser Lebensmittel sollen Ernährungsgewohnheiten nachhaltig geändert werden, sodass es gar nicht erst zur Erkrankung kommt.

Erhöhte Mehrwertsteuer für Süßes und Fettiges

Konkret gefordert haben die Gesundheitsexperten Edgar Franke (SPD) und Erwin Rüddel (CDU), die Mehrwertsteuer derjenigen Lebensmittel aufzuschlagen, die auf 100 Gramm mit einem Kalorienwert von 275 Kilokalorien oder mehr zu Buche schlagen. Darunter zählen zum Beispiel Nuss-Nougat-Creme, Kartoffelchips, Schokoriegel und viele Arten von Fastfood.

Für viele Lebensmittel gilt derzeit ein einheitlicher Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer für ungesunde Lebensmittel auf 19 Prozent wäre eine denkbare Lösung, so die DDG. Gleichzeitig soll die Steuer für gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse bewusst gering gehalten werden.

Mit zukünftigen Preisanstiegen werde der Verbraucher aufgeweckt, was mit einem bloßen Appell an das individuelle Verhaltensmuster gescheitert ist, so der DDG Präsident Dr. med. Erhard Siegel. Eine Einführung der Kaloriensteuer wäre laut Siegel „endlich eine effektive Strategie gegen das weitere Ansteigen der Volkskrankheiten wie Adipositas, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.“

Preisanstieg bei Zigaretten und Alkopops wirksam

Dass ein Preisanstieg seine Wirkung zeigt, wurde bereits durch die Anti-Raucher-Kampagne bewiesen: In den letzten zehn Jahren hat sich der Anteil der Jugendlichen, der zwischen zwölf und 17 Jahren zur Zigarette greift, um die Hälfte halbiert, heißt es auf der Seite der DDG. Eine Verteuerung der Alkopops senkte die Nachfrage der Alkoholmischgetränke ebenfalls erheblich.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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