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Sexualität

Grüne fordern Sex auf Rezept für Pflegebedürftige

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Wer nicht selber kann, darf andere ranlassen: Pflegebedürftige sollen Sex auf Rezept bekommen, fordert Elisabeth Scharfenberg, pflegepolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion. Was hinter der sogenannten Sexualassistenz steckt.
Laut Scharfenberg sollen Pflegebedürftige und Schwerkranke in Zukunft Geschlechtsverkehr mit Prostituierten auf Rezept bekommen: „Eine Finanzierung für Sexualassistenz ist für mich vorstellbar. Die Kommune könnte über entsprechende Angebote vor Ort beraten und Zuschüsse gewähren“, äußerte sich die pflegepolitische Sprecherin der Grünen gegenüber der Welt am Sonntag. Genauere Angaben zum vermeintlichen Prozedere existieren bis dato nicht.

Sexualassistenz nach Vorbild der Niederlande

Das Sex-auf-Rezept-Konzept stammt aus den Niederlanden. Hier besteht bereits seit einigen Jahren die Möglichkeit, sich als Pflegebedürftiger Dienste von zertifizierten Prostituierten bezahlen zu lassen. Damit die Sexualassistenz bezuschusst wird, müssen Betroffene via Attest nachweisen, dass sie sich nicht auf andere Weise befriedigen und die Dienstleistung selbst nicht bezahlen können.

Kritik aus der eigenen Partei

Dass dieser Vorschlag auf Gegenwind stoßen musste, war abzusehen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach saget der Bild-Zeitung: „Wir brauchen keine bezahlte Prostitution in Altersheimen, schon gar nicht auf Rezept. Was wir brauchen, ist mehr Intimität für die Heimbewohner.“
Kritik gab es auch aus der eigenen Partei. Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen, postete auf Facebook: „Kann man denn als Bundestagsabgeordnete gut gemeinte Ideen nicht einfach mal im Koffer lassen, wenn sie so offensichtlich dazu dienen können, uns als weltfremde Spinner abzustempeln?“

Fürsprecher

Auf Zustimmung stößt Scharfenbergs Plädoyer für Sex auf Rezept hingegen bei „Pro Familia“ – ein Verbund für Beratungsstellen für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung. Seit mehreren Jahren fordert der Verbund eine Klärung etwaiger Ansprüche auf Sexualassistenz und deren Finanzierung.
Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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