Rezension: Das Schmerz-Buch Nils Borgstedt

Rezension: Das Schmerz-Buch

Professor Dr. med. Matthias Karst widmet sich in seinem Schmerz-Buch ebenjenem. Er erklärt, was Schmerz überhaupt ist und wie man mit ihm umgehen kann – sei er akut oder chronisch, leicht oder stark. Dabei bleibt das Buch immer eines: auch für Nicht-Mediziner verständlich.

Das Schmerz-Buch gliedert sich in vier Kapitel. Nach einem kurzen Abriss, was Schmerz überhaupt ist und wie er entsteht, beschreibt Karst kurz, wie man akuten Schmerz behandeln kann. Den Schwerpunkt des Buches bildet aber die zweite Schmerzvariante, der chronische Schmerz.

Chronischer Schmerz als zentrales Thema

Ganze drei Kapitel beschäftigen sich mit seiner Entstehung, den begünstigenden Faktoren und – als Kern des gesamten Buches – mit seiner Behandlung. Dabei beschreibt Karst die Möglichkeiten, Vorzüge und Risiken von medikamentösen und einer nichtmedikamentösen Schmerztherapie. Praxisbeispiele, Merkkästen und Aufzählungen, etwa eine Übersicht über die gängigsten Schmerzmedikamente, veranschaulichen das Geschriebene und geben weiterführende Informationen. Für Betroffene gibt der Autor ausführlich Tipps, was man selbst zur Schmerzbehandlung tun kann. Abgerundet wird das 152 Seiten starke Buch mit einem kleinen Lexikon der verwendeten medizinischen Fachbegriffe und weiterführender Literatur.

Ganzheitliches Konzept

Die neuen Wege, zu deren Beschreitung Karst in der Schmerztherapie ermutigen möchte, beschreiben im Grunde einen ganzheitlichen Ansatz. Die drei großen Säulen menschlichen Lebens sollten gemeinsam betrachtet werden, um den chronischen Schmerz in den Griff zu kriegen: man muss sich die physische, psychische aber auch die soziale Verfassung des Betroffenen ansehen. Fachübergreifend kann dann die Behandlung des Patienten in Angriff genommen und optimiert werden. Das nennt Karst die Multimodale Therapie. „Unter multimodaler Therapie versteht man […] eine von mehreren Fachgruppen getragene Unterstützung des Patienten darin, das Vertrauen in die körperliche Funktionsfähigkeit wiederherzustellen und wieder soziale Aktivitäten aufzunehmen (functional restoration)“, heißt es im Buch.

Schmerztherapeuten, Psychotherapeuten, Psychologen, Ärzte sowie Ergo- und Kunsttherapeuten arbeiten Hand in Hand. Ziel der Behandlung ist dabei vorwiegend, den Patienten darin zu unterstützen mit dem Schmerz klar zu kommen und ihm so das Heft des Handelns wieder in die Hand zu geben. Die Linderung des Schmerzes ist nicht das vordergründige Ansinnen der Behandlung. Vielmehr soll durch positive Erfahrungen die alte Schmerzerfahrung allmählich in den Hintergrund rücken.

Fazit

Mit dem Schmerz-Buch gelingt es dem Autor, das große Thema Schmerz ausführlich zu beleuchten ohne sich dabei in Fachchinesisch zu verlieren. Ein gutes Buch, um sich als Laie schnell einen Überblick zu verschaffen.

Steckbrief zum Buch

Autor: Prof. Dr. med. Matthias Karst
Titel: Das Schmerz-Buch – Neue Wege wagen
Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH, Hannover
152 Seiten
ISBN: 978-3-89993-850-0
Preis: 19,99 €