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Ausgeträumt!

Mythen rund um Schlaf und Schlafgewohnheiten

Rund ein Drittel ihres Lebens verbringen Menschen im Bett, eine Zeit, die bedeutsam für alle Körperfunktionen sowie die geistige und seelische Gesundheit ist. Laut dem DAK-Gesundheitsreport leiden jedoch derzeit 80 Prozent der Arbeitnehmer nach eigenen Aussagen unter schlechtem Schlaf, also Ein- und Durchschlafschwierigkeiten beziehungsweise Müdigkeit trotz ausreichender Nachtruhe. Zahlreiche Mythen ranken um das Thema Schlafgesundheit, doch entpuppen sich viele davon bei näherer Betrachtung als unhaltbar. Robert Zeiß, Schlafexperte vom Puritas Gesundheits- und Wohlfühlhaus, räumt mit bekannten Vorurteilen auf.
Mythos 1: Hauptsache Schlaf, der Ort ist unwichtig.

„Für eine Nacht mag das gelten, dauerhaft ist von einem Schlaf in beispielsweise sitzender Position abzuraten“, erklärt Robert Zeiß. „Nur im Liegen und mit genügend Platz für unbewusste Bewegungen kann der menschliche Körper ausreichend entspannen. Idealerweise sollte der Raum darüber hinaus kühl, dunkel und ruhig sein, dann wird die Nacht auch erholsam.“

Mythos 2: Harte Matratzen sind besser als weiche.

„Weiche Matratzen können auch schlicht durchgelegene Matratzen sein, so entstand vermutlich dieser Mythos“, meint Robert Zeiß. „Aber auch wenn manche Menschen gut auf harten Matratzen schlafen, heißt das noch nicht, dass diese zwangsläufig besser sind. Menschen sind Gewohnheitstiere, sonst hätten sie im Mittelalter nicht auf Stroh schlafen können. Im Idealfall liegt die Wirbelsäule in der Seitenposition waagerecht und in Rückenlage in S-Form. Empfehlenswert ist eine individuell angepasste Matratze, dann hat der Körper überall die erforderliche Unterstützung.“

Mythos 3: Ältere Menschen benötigen weniger Schlaf.

„Das ist eine Annahme, die mittlerweile durch die Forschung widerlegt wurde“, sagt der Schlafexperte von Puritas. Vor allem nach dem Eintritt ins Rentenalter beginnen viele Menschen mit einem Mittagsschlaf und benötigen dann natürlich weniger Nachtruhe. „Rechnet man die Anzahl der geschlafenen Stunden zusammen, liegt die Summe meist zwischen sieben und acht Stunden – also im normalen Bereich.“

Mythos 4: Gut getestete Matratzen sind auch gut.

„Jein“, meint Robert Zeiß. „Natürlich kann ein unabhängiger Test Faktoren wie Qualität der Oberstoffe und Schäume oder die Atmungsaktivität bewerten. Aber es gibt nicht die Matratze für alle. Entscheidend ist meiner Meinung nach, dass die Matratze individuell passt – und zwar nicht nur in Bezug auf das Gewicht, sondern auch auf die Körpergröße und Gewichtsverteilung.“

Mythos 5: Einmal im Monat sollten Matratzen gewendet werden.

Robert Zeiß dazu: „Das kann man nicht pauschal sagen, denn dabei kommt es sehr auf die Matratze an. Auf symmetrisch angelegte Standard-Matratzen trifft dies tatsächlich zu, sie sind von beiden Seiten und von beiden Enden aus identisch aufgebaut und werden durch regelmäßiges Wenden gleichmäßig belastet. Hochwertige und individuell angepasste Matratzen nehmen hingegen Rücksicht darauf, dass Schultern anders einsinken als Bauch oder Becken, sie haben also nur eine ‚richtige‘ Seite. Diese Matratzen dürfen natürlich nicht gewendet werden, da man dann nicht mehr korrekt einsinkt.“
 

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