Der Glühwein - Ein Heißgetränk mit Tücken thinkstock.de

Der Glühwein - Ein Heißgetränk mit Tücken

Winterzeit ist Glühweinzeit. Zu einem richtigen Weihnachtsmarkt gehört einfach der verführerische Duft des mit verschiedenen Gewürzen versetzten Heißgetränks. Ein Irrglaube ist jedoch, dass heißer Glühwein den Körper wärmt und die Kälte abhält. Darüber hinaus ist der warme Wein eine echte Kalorienbombe. Wir haben das beliebte Getränk genauer unter die Lupe genommen.


Alkohol kühlt aus

Sie kennen das ja: Der erste Anlaufpunkt auf einem Weihnachtsmarkt ist meistens der Glühweinstand. Man möchte erst einmal richtig warm werden, bevor es mit dem gemütlichen Bummel losgeht. Mit einer solchen Vorgehensweise wird jedoch genau das Gegenteil erreicht, obwohl der heiße Wein im ersten Moment wohltuend wirkt. Der im Glühwein enthaltene Alkohol erweitert die Blutgefäße, sodass mehr Blut an die Hautoberfläche gelangt. Dadurch gibt der Körper die Wärme schneller als vorher ab, im Endeffekt friert man nach einem Glühwein also mehr als zuvor. Mehr trinken hilft da auch nicht, denn pro 50 Gramm Alkohol nimmt die Körperwärme um 0,5 Grad ab. Die eigene Kalorienbilanz hingegen nimmt zu.

Glühwein als Kalorienbombe

Der Glühwein ist eine echte Kalorienbombe. Schuld daran ist der Zucker, der aber aus geschmacklichen Gründen auf keinen Fall fehlen darf. Zwischen 80 und 100 Kalorien pro 100 Milliliter stecken im durchschnittlichen Glühwein. Auf Weihnachtsmärkten sind Tassen oder Gläser mit einem Fassungsvermögen von 200 ml üblich. Das bedeutet im Klartext: Ein Glas Glühwein deckt ein Zehntel des täglichen Kalorienbedarfs und selten bleibt es nur bei einem Glas.


Wie wird Glühwein hergestellt?

Zur Herstellung von Glühwein wird in der Regel roter, selten auch weißer, Wein mit verschiedenen Gewürzen (üblicherweise Zimt, Gewürznelken, Zitronenschale, Sternanis) erwärmt und nach Geschmack gesüßt. Bei der Zubereitung sollte der Glühwein keinesfalls über 80 Grad erhitzt werden oder sogar kochen, da der im Wein enthaltene Alkohol ab 78 °C verdampft. Außerdem verändern die Gewürze ihren Geschmack nachteilig. Noch viel gravierender ist jedoch die durch erhöhte Temperatur verursachte Entstehung des Zuckerabbauproduktes Hydroxymethylfurfural.  Diese chemische Verbindung gilt als krebserregend.

Nur ein guter Wein gibt auch einen leckeren Glühwein. Industriell produzierter Glühwein wird häufig aus billigen Massenweinen hergestellt und dann sehr stark gesüßt, um die schlechte Qualität des verwendeten Weins zu kaschieren. Ein besseres Getränk mit erheblich weniger Zucker erhält man, wenn man qualitativ hochwertigeren Wein entsprechend würzt und dann nur wenig süßt.


Alkoholgehalt und Wirkung

Der Gesetzgeber schreibt bei Glühwein einen Alkoholgehalt von sieben Prozent vor, im Durchschnitt liegt er aber zwischen neun und zehn Prozent. Nicht gerade viel, dennoch entfaltet das Heißgetränk durch den Zucker schneller seine Wirkung. Die Darmschleimhaut nimmt insgesamt zuckerhaltige und auch kohlensäurehaltige Getränke besser auf. Menschen, die weniger Alkohol vertragen, sollten diese Tatsache nicht unterschätzen.  
Gegen das ein oder andere Glas Glühwein während der Weihnachtszeit ist natürlich nichts einzuwenden – schließlich weckt der Genuss des Heißgetränks freudige Festtagsgefühle und schmeckt auch noch gut. Im Hinblick auf Ihre Gesundheit und Figur sollten Sie es jedoch besser bei maximal zwei Gläsern pro Weihnachtsmarktbesuch belassen.


Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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