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Die Heilpflanze Nachtkerze thinkstockphotos.de

Die Heilpflanze Nachtkerze

Diese Heilpflanze kommt vor allem zur Behandlung von Hauterkrankungen zum Einsatz: Die Nachtkerze. Wie sie wirkt und welche Inhaltsstoffe ihren Titel als Heilpflanze rechtfertigen? – Wir geben Ihnen einen Überblick.
Gelbe Rapunzel, Nachtrose, gelber Nachtschatten, Abendlicht – Alles Namen für ein und dieselbe Pflanze: die ursprünglich aus Nordamerika stammende Oenothera biennis, besser bekannt unter dem Namen Nachtkerze. Die verschiedenen Umschreibungen der Heilpflanze kommen nicht von ungefähr. Denn als Nachtschattengewächs öffnen sich ihre duftenden hellgelben Blüten erst in der Nacht und wirken in der Dämmerung wie eine leuchtende Kerze. Da ihre Blüten am nächsten Morgen wieder abfallen, ist die Nachtkerze ansonsten eher unscheinbar. Hierzulande ist sie vor allem an trockenen Standorten wie Bahndämmen oder Straßenrändern zu finden. Sie kann bis zu einem Meter hoch wachsen und blüht von Juni bis Oktober.

Was macht die Nachtkerze zur Heilpflanze?

Ihre Wurzeln sind essbar. Ihren Status als Heilpflanze hat sie aber ihren Samen und dem darin enthaltenen Öl zu verdanken. Dieses enthält unter anderem die mehrfach gesättigten Omega-6-Fettsäuren Linolsäure und Gamma-Linolensäure. Als essentielle (=lebenswichtige) Fettsäuren sind sie im Körper mitunter für den Aufbau und Erhalt der Zellmembran der Haut verantwortlich. Sie unterstützen deren Barrierefunktion und beugen Flüssigkeitsverlusten vor. Vermindert sich der Anteil der Fettsäuren in der Haut, verliert sie an Elastizität. Sie wird trocken und schuppig. Da der Körper Omega-6-Fettsäuren nicht selbst bilden kann, muss man diese über die Nahrung zu sich nehmen.

Nachtkerzenöl zur Hautregeneration

Äußerlich als Inhaltsstoff von Cremes, mit Umschlägen oder pur auf die Haut aufgetragen, fördert Nachtkerzenöl die Regeneration und Funktionsfähigkeit der Haut. Es hilft gegen Juckreiz und Schuppung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hebt insbesondere die positive Wirkung von Nachtkerzenöl gegen Symptome der Hautkrankheit Neurodermitis hervor. Aber auch bei anderen Hautkrankheiten wie Schuppenflechte kann die Heilpflanze Linderung verschaffen, wobei dies nicht in allen Fällen klinisch bestätigt werden konnte.

Weitere Anwendungsgebiete von Nachtkerzenöl

Erwiesen hingegen ist die Wirksamkeit von Nachtkerzenöl bei diabetischer Neuropathie, durch Diabetes verursachte Nervenschäden, sowie Mastodynie, Schmerzen in der weiblichen Brust. Betroffene wenden Nachtkerzenöl in diesen Fällen als Nahrungsergänzungsmittel innerlich in Kapselform an. Selten können dabei Kopfschmerzen, Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden als mögliche Nebenwirkungen auftreten.

Außerdem soll die Nachtkerze beruhigend und krampflösend wirken. Erfahrungsberichte deuten auf eine positive Wirkung der Nachtkerze bei Menstruationsbeschwerden, zur Behandlung von Wunden und bei der entzündlichen Gelenkserkrankung Arthritis hin.

In diesen Fällen ist bei der Anwendung von Nachtkerzenöl Vorsicht geboten

Da Nachtkerzenöl ebenso hormonregulierend wirkt, ist Frauen, die an östrogenabhängiger Brustkrebserkrankung leiden, von der Einnahme von Nachtkerzenöl dringend abzuraten. Auch Epileptiker sollten auf Nachtkerzenöl besser verzichten, da der Verdacht besteht, die Heilpflanze könne epileptische Anfälle fördern.

Generell sollte vor der Einnahme von Nachtkerzenöl ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team