Obst und Gemüse – am besten fünfmal am Tag thinkstockphotos.com
Die wertvollen Inhaltsstoffe von Obst und Gemüse

Obst und Gemüse – am besten fünfmal am Tag

Obst und Gemüse sind aber natürlich nicht nur gut für das Herz, wesentliche Körperfunktionen werden gestärkt, wenn wir regelmäßig zu Gemüse und Obst greifen. Hier eine Liste von Obst- und Gemüsesorten und ihre Wirkung auf unseren Körper.
Es gilt heute als gesichert, dass Obst und Gemüse das Sterberisiko durch Herzinfarkt senkt. Die European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) Studie hat gezeigt, dass jeder Apfel, jede Kiwi, jede Paprika das Sterberisiko durch Herzinfarkt um vier Prozent verringert, vorausgesetzt dass diese Obstsorten täglich konsumiert werden. Die EPIC-Studie untersuchte in 23 europäischen Ländern insgesamt 519.000 Studienteilnehmer auf ihre Lebensgewohnheiten. Es war bis dato die größte Ernährungsstudie überhaupt.

Hier eine Liste von Obst- und Gemüsesorten und ihre Wirkung auf unseren Körper:

Sanddornsaft gut für das Herz?

Viele Inder sind der Auffassung, dass Sanddorn gut für das Herz sei. Die Beeren sind reich an Antioxidanzien und gesunden Fettsäuren. Lange war es ein Problem, einen hochqualitativen Saft aus der Pflanze zu gewinnen. Inzwischen gelingt es jedoch mit einer Zentrifugentechnik, den Saft herzustellen, der unter anderem viel Vitamin C enthält. Allerdings fehlen bislang belastbare Studien, die beweisen, dass Sanddornsaft „beerenstark“ für das Herz ist.

Warum Broccoli so gesund ist

Epidemiologische Ernährungsstudien haben gezeigt, dass Broccoli das Risiko deutlich senkt, an verschiedenen Krebsarten, etwa Prostata- und Blasenkrebs, zu erkranken. Eine starke Krebs hemmende Wirkung besitzt ein Extrakt aus Broccoli-Sprossen, berichten amerikanische Forscher. So sinkt beispielsweise bei Ratten, die mit einem Broccoli-Extrakt gefüttert werden, das Nasenkrebsrisiko dramatisch. Die amerikanischen Wissenschaftler schreiben in CANCER Research, dass wahrscheinlich bereits normale Gemüseportionen sich bei Menschen positiv auswirken würden.

Die vor Krebs schützende Wirkung geht offenbar auf den Inhaltsstoff Isothiozyanat zurück. Dieser Inhaltsstoff wird mit dem Urin ausgeschieden und schützt die Blase vor der Krebsentstehung. In diesem Gemüse finden sich auch Substanzen, die die Haut vor schädlicher UV-Strahlung schützt. Broccoli ist zudem reich an sekundären Pflanzenstoffen (Coumestane), die für die Kollagenbildung wichtig ist, also für eine gesunde, glatte Haut und für ein straffes Bindegewebe.

Reife Äpfel gesünder?

Offenbar haben reife, bunte Äpfel und Birnen einen besonders hohen Anteil an hochwirksamen Antioxidanzien. Beim Abbau des grünen Blattfarbstoffes Chlorophyll entstehen in den Früchten die gleichen Abbauprodukte wie in den farbigen Blättern von Laubbäumen, wie Forscher der Universität Innsbruck feststellten. Diese gesunden sogenannten nicht fluoreszierenden Chlorophyll-Abbauprodukte (NCC) liegen vor allem in der Schale und in dem direkt darunter befindlichen Fruchtfleisch.

Bananen: Ideal für zwischendurch

Bananen wurden ursprünglich in Südostasien 4000 Jahre vor Christus kultiviert. Durch Araber gelangten sie nach Afrika. Portugiesische Seeleute führten sie im Jahr 1600 in Mittel- und Südamerika ein. Über tausend verschiedene Bananensorten sind heute bekannt.

Bananen sind die ideale Zwischenmahlzeit. Sie machen satt und dennoch nicht dick. Reife Bananen haben etwa 95 kcal/100g. Sie enthalten kaum Fett und wenig Wasser, dafür reichlich Ballaststoffe. Sie sind vor allem kaliumreich und enthalten verschiedene Kohlenhydrate. Sie wirken auch auf den Serotoninhaushalt und sind dadurch Stimmung aufhellend.

Limetten: Ein vitaminreiches Kraftpaket

Bei uns liegt der Bekanntheitsgrad der Limette deutlich hinter jenem der Zitrone. Dabei bietet die Limette vielerlei gesundheitliche Vorzüge. Limetten enthalten zwar weniger Vitamin C und D als Zitronen. Sie haben dafür aber wichtige Mineralstoffe wie Calcium, Kalium und Phosphor. Reife Limetten erkennt man an ihrer gelb-grünen Schale. Tiefes dunkelgrün deutet auf fehlende Reife, intensive Gelbfärbung auf Überreife hin. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Früchte unbehandelt sind. Meist sind Limetten kernlos, das gelblich-grüne Fruchtfleisch ergibt fast doppelt so viel Saft wie das einer Zitrone. Nachteil: Limetten halten sich weniger lang als Zitronen, weil ihre dünneren Schalen sehr schnell austrocknen.

Granatäpfel verbessern die Durchblutung

Granatäpfel waren vor Jahren noch ein exotischer Genuss und nur in Feinkostgeschäften erhältlich. Heute liegen diese gesunden Früchte, die im Kühlschrank aufbewahrt werden sollten, in jedem Supermarkt. Vom Fruchtsaft profitieren Patienten mit zu hohem Cholesterinspiegel – aber auch Bluthochdruckpatienten und Dialysepatienten. Bei Dialysepatienten wurde nachgewiesen, dass durch die Zufuhr von Granatapfelsaft die Entzündungswerte deutlich gesenkt werden können. Die Schäden durch freie Radikale waren niedriger und sie mussten seltener wegen Infektionen ins Krankenhaus.

Granatäpfel wirken sich sehr positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus. Der Blutdruck sinkt, die Patienten haben weniger Herz-Kreislauf-Probleme.  Granatäpfel enthalten neben Vitamin C auch Kalium, Eisen und Calcium sowie Flavonoide, Farbstoffe also, denen eine antioxidative Wirkung nachgesagt wird.

Maronen sind gesund

Maronen sind keine Fettmacher, sondern haben positive gesundheitliche Eigenschaften. Maronen waren früher vor der Kartoffel-Ära im Mittelmehrraum ein Grundnahrungsmittel der armen Leute.

„Wintergemüse“

Im Winter wird eine gesunde Ernährung umso wichtiger, denn durch die vielen Infekte steht unser Immunsystem vor einer steten Herausforderung. Ein klassisches Wintergemüse ist Kohl. Kohl liefert eine große Menge an Mineralien sowie wichtige Ballast- und sekundäre Pflanzenstoffe wie Carotinoide und Polyphenole. Es gilt als gesichert, dass diese sekundären Pflanzenstoffe das Immunsystem aktivieren. Kohl besitzt auch den Vorteil, dass er äußert kalorienarm ist.

Grünkohl: Das gesündeste Wintergemüse

Grünkohl enthält viele jener Vitamine, die in der unfreundlichen, nasskalten Jahreszeit die Immunabwehr des Körpers stärken. Neben den Vitaminen sind auch Ballaststoffe gesund. Im Grünkohl ist in hohen Konzentrationen das Antioxidanz Querzentin enthalten, das sich auch in Zwiebeln, Äpfeln, Brombeeren und Preiselbeeren befindet. Diese Substanz gehört zu den Flavonoiden. Ein weiterer, sehr günstiger Stoff ist Indol-3-Carbinol, der Krebs hemmende Eigenschaften besitzt. Dieser Pflanzenfarbstoff ist übrigens auch in Blumenkohl, Rettich und vor allem in Broccoli enthalten. Fazit: Grünkohl ist vermutlich das wertvollste aller Wintergemüse.

Rosenkohl

Rosenkohl enthält sehr viel Vitamin C, fast doppelt so viel wie Zitronen. Als sekundärer Pflanzenstoff finden sich in Rosenkohl viele Glucosinolate. Dieser sekundäre Pflanzenstoff enthält auch den charakteristischen Bitterstoff.

Rotkohl

Die blauviolette Verfärbung des Rotkohls kommt durch Anthocyane. Diese Flavonoide haben starke antioxidative Eigenschaften und beugen Entzündungen vor.

Weißkohl

Weißkohl enthält sehr viel Vitamin C und Thiocyanate. Als Sauerkraut zubereitet ist Weißkohl ein sehr gesundes probiotisches Lebensmittel, das sich sehr günstig auf die Darmflora auswirkt. Mit Weißkohl versuchten schon so bekannte Seefahrer wie James Cook Skorbut zu verhindern.

Wirsing

Wirsing enthält viele Elektrolyte, insbesondere viel Kalium und Magnesium. Darüber hinaus hohe Konzentrationen an Vitamin A. Wirsing hat eine entwässernde Wirkung.

Rote Bete

In Rote Bete findet sich viel Eisen und Magnesium. Eisen in rote Bete kann vom Körper besser aufgeschlüsselt werden, wenn gleichzeitig Vitamin C aufgenommen wird. Rote Bete wirkt durch den Pflanzenfarbstoff Betanin nachweislich blutdrucksenkend.

Knollensellerie

Knollensellerie enthält viel Vitamin B und viele ätherische Öle. Hippokrates hat diese Knolle bereits bei Nervenstörungen empfohlen. In der Naturheilkunde wird Sellerie als Schleimlöser eingesetzt.

Fenchel

Fenchel enthält hohe Mengen an Vitamin C und Vitamin A. Ätherische Öle aus dem Fenchel werden in der Naturheilkunde bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Die ätherischen Inhaltsstoffe im Fenchel sind Anethol und Fenchon.

Zum Autor

Prof. Dr. med. Curt Diehm zählt zu den führenden Medizinern im Südwesten Deutschlands, er ist Autor zahlreicher Fach- und Patientenbücher und langjähriger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäßmedizin. Seit Mitte 2014 leitet er als Ärztlicher Direktor die renommierte Max Grundig Klinik in Bühl. Alle Beiträge dieser Serie zum Nachlesen unter www.max-grundig-klinik.de.

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Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team