Das Restless Legs Syndrom – Ursache, Symptome, Behandlung istockphoto.com/pierredesvarre

Das Restless Legs Syndrom – Ursache, Symptome, Behandlung

Viele Menschen leiden unter Schlafproblemen. Nicht immer sind Einschlafprobleme die Ursache. Auch das Restless Legs Syndrom, kurz RLS, kann unruhige Nächte hervorrufen.
Rund 5 bis 10 Prozent der Deutschen leiden unter dem RLS. Dabei kann es sich um Sportler ebenso wie um Sportmuffel, um alte wie um junge Menschen handeln. Bei den Betroffenen kann das Syndrom große Probleme verursachen. Denn an Schlaf ist nicht zu denken, wenn die Füße nachts nicht ruhig liegen bleiben wollen. So kann das RLS am Tag zu extremen Erschöpfungszuständen führen.

Obwohl so viele Menschen betroffen sind, gibt es immer noch keine klaren Erkenntnisse, woher das Syndrom stammt und was man dagegen tun kann. Denn am Tag haben die wenigsten Patienten Probleme, die Beine ruhig zu halten. Sie können am Tag ungestört schlafen. Aber sobald die Sonne untergegangen ist und man sich zum Schlafen hinlegt, fangen die Beine wieder an zu zucken. Man spürt ein ständiges Kribbeln, Reißen oder Ziehen in den Beinen. Außerdem können Sie auch unkontrollierbar zittern. Diese Symptome halten dann so lange an, bis man aufsteht, einige Schritte oder Kniebeugen macht und so den Blutfluss in den Beinen aktiviert. So kann es sein, dass einige Patienten in der Nacht mehrere Kilometer gehen, statt zu schlafen. Dabei ist das RLS unabhängig davon, was man am Tag gemacht hat, ob man Sport getrieben oder auf der Couch herumgelegen hat.

Mit etwas Glück finden die Betroffenen nach ihrem nächtlichen Spaziergang etwas Schlaf. Doch meistens beginnen die Symptome wieder, sobald man sich hingelegt hat. Teilweise wachen die Patienten auch auf, weil das Zittern und Ziehen in den Beinen sie aufweckt.

Die Folgen vom RLS


Man muss nun kein Wissenschaftler sein, um sich denken zu können, welche Folgen das Restless Legs Syndrom haben kann. Wer nachts nicht schläft, ist am Tag müde. Erschöpfungszustände sind normal. Auch die anderen Folgen von Schlaflosigkeit, wie Konzentrationsstörungen, ein geschwächtes Immunsystem oder Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Probleme treten häufig auf, wenn der Körper nicht zur Ruhe kommt.

Wie entsteht das RLS?

Noch wissen Neurologen und Schlafforscher nicht genau, warum so viele Menschen unter dem Restless Legs Syndrom leiden. Frauen sind hier übrigens etwas häufiger betroffen als Männer. Es gibt Vermutungen, dass Fehlfunktionen im Nervenstoffwechsel die Ursache für das RLS sein können. Dabei kann der Organismus den Botenstoff Dopamin nicht richtig verarbeiten. Dopamin ist eine Vorstufe von Adrenalin und Noradrenalin und unter anderem für die Kommunikation zwischen Nerven und Muskeln zuständig. Wird der Botenstoff nicht richtig verarbeitet, ist auch diese Kommunikation gestört. Zudem gibt es auch eine genetische Komponente. So sind Menschen häufiger betroffen, in deren Familie schon RLS-Fälle aufgetreten sind. Kinder leiden nur selten, das Syndrom tritt aber häufig schon vor Erreichen des 30. Lebensjahres auf. Bei einem familiären RLS beginnen die Symptome leicht und nehmen im Lauf der Jahre an Intensität zu.

Das Restless Legs Syndrom kann aber auch die Folge einer anderen Erkrankung sein. Dabei lösen meist neuronale Krankheiten die Probleme aus. Zu den Primärkrankheiten zählen Parkinson, Multiple Sklerose oder die diabetische Polyneuropathie. Weiterhin gibt es Fälle, bei denen Nierenleiden oder Eisenmangel das RLS ausgelöst haben. Letztendlich kann das RLS zu den Nebenwirkungen bestimmter Medikamente wie Antidepressiva und Psychopharmaka gehören. Die letzte Gruppe, die besonders gefährdet ist, sind Schwangere. Bei den Frauen verschwindet das RLS mit der Geburt des Kindes in der Regel aber wieder. Das RLS kann aber auch auftreten, ohne dass solchen klaren Ursachen festgestellt werden konnten.

Was hilft gegen das RLS?


Sofern sich die Symptome in Grenzen halten, kann man versuchen, mit Magnesiumpräparaten die Zuckungen in den Griff zu bekommen. Werden die Beschwerden stärker, helfen nur Medikamente, die in biochemische Prozesse des Nervensystems und des Gehirns eingreifen. Bei diesen Medikamenten können leider häufig Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Schwindel auftreten. Doch im Austausch für eine erholsame Nacht, ist der Preis noch verhältnismäßig gering.
Wenn Du nachts öfter Probleme mit den Beinen hast, solltest Du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Erst nach einer gründlichen Untersuchung kann man letztendlich feststellen, was wirklich hinter den Problemen steckt. Bevor man Medikamente nimmt, die in den Dopamin-Haushalt eingreifen, sollte man alle anderen möglichen Verursacher ausschließen. Eisenmangel oder schlechte Nierenwerte können ebenfalls RLS auslösen, sind aber deutlich einfacher zu behandeln. Wenn hier die Werte wieder normal werden, hören auch die Beine auf zu zucken. Sobald alle anderen Ursachen ausgeschlossen wurden, hilft am Ende der so genannte L-Dopa-Test. Dabei nimmt der Betroffene mit Einsetzen der Symptome eine Dosis Levodopa ein. Dies wird im Gehirn in Dopamin umgewandelt und die Probleme verschwinden normalerweise sofort. Gemeinsam mit dem behandelnden Arzt kann der Betroffene entscheiden, ob er dann dieses Präparat dauerhaft einnehmen will. Und dauerhaft muss es sein, denn noch gibt es keine Heilung für das Restless Legs Syndrom.

Andere Mittel gegen RLS


Bevor man sich zu dieser Therapie entscheidet, kann man auch mit Verhaltensänderungen versuchen, das Problem in den Griff zu bekommen. Dazu gehören beispielsweise Sportarten wie Laufen, Radfahren oder Wandern, Hauptsache die Beine werden beansprucht. Dabei darf man es aber nicht übertreiben. Denn wenn man gerade in den Abendstunden intensiv trainiert, können sich die Probleme verstärken. Andere Sportarten, die helfen können, sind Yoga, Pilates oder Tai Chi.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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