Wie ein Nagel in der Fußsohle – Der Fersensporn istockphoto.com/TheCrimsonMonkey

Wie ein Nagel in der Fußsohle – Der Fersensporn

Wer einen Fersensporn hat, kann oft nicht richtig auftreten. Oft ist jede Belastung der Ferse mit Schmerzen verbunden, sodass langes Stehen oder Gehen nicht möglich ist. Hier erfahrt Ihr, wie der Fersensporn entsteht und wie man ihn therapieren kann.

anatomie ferse
Der Volksmund erwähnt den Fersensporn immer wieder in Verbindung mit den unterschiedlichen Schmerzen im Fersenbereich. Dabei ist der „wirkliche“ Fersensporn eine knöcherne Ausziehung am Fersenbein. Man unterscheidet dabei zwischen dem dorsalen und dem plantaren Fersensporn. Der dorsale Fersensporn ist eine Ansatzverknöcherung im Bereich der Achillessehne. Der plantare, der auch häufiger vorkommt, entsteht im Bereich der Fußsohlenmuskulatur oder an der Plantarfaszie, also der Sehnenplatte der Fußsohle.

Die Sporne können sich ganz unterschiedlich formen und haben im Durchschnitt eine Größe von 2 bis 15 Millimetern. Häufig laufen sie zum Ende hin, ähnlich wie ein Vogelschnabel, spitz zu, weswegen das Belasten der Ferse auch zu punktuellen Schmerz führen kann. Am stärksten macht sich der Schmerz in den Morgenstunden bemerkbar machen, wenn man die ersten Schritte macht.

Wie kommt es zum Fersensporn?

Der Fersensporn tritt mit zunehmendem Alter immer häufiger auf. Eine Überlastung und Abnutzung der Fersenmuskeln und des Fersenknochens sind ebenso Gründe, weswegen er entstehen kann. Das kann unter anderem mit Übergewicht, Fehlstellung der Füße oder Bindegewebsschwäche zusammenhängen. Plattfüßige Menschen und solche mit Knick- und Senkfüße sind besonders gefährdet.

Was gibt es für Behandlungsmöglichkeiten?

Es gibt unterschiedliche Behandlungsformen. Eine häufige Lösung ist das Arbeiten mit Einlagen, die beispielsweise den Absatz heben und so zu einer Entlastung der Ferse führen. Auch gibt es solche Einlagen, die Aussparungen am Fersensporn haben, sodass der Druck auf die Ferse punktuell aufgehoben wird. Unter anderem werden hier auch Wärmeapplikationen eingesetzt, die eine zusätzliche schmerzlindernde Funktion haben.

Dazu empfehlen sich verschiedene Übungen zur Dehnung der Waden- und Fußmuskulatur. Diese versprechen die Stabilisierung der Achillessehne, die mit der Plantarfaszie zusammenkommt, und so auch eine Linderung bei Fersenspornschmerzen. Hierzu sollte man am besten einen Krankengymnasten oder einen Physiotherapeuten befragen. Solche Übungen kann man aber auch vorsorglich betreiben. Eine altes Rezept besagt beispielsweise, dass man sich immer während des Zähneputzens auf die Fußballen stellt und den Körper gerade auf und abhebt. Das sorgt für starke Füße und Waden.

Im schlimmsten Fall wird man um eine Fersenspornabtragung durch eine Operation nicht herumkommen. Auch möglich ist eine Behandlung mit Stoßwellen. Dabei wird mit Hilfe einer fokussierten Stoßwellenvorrichtung eine akustische Druckwelle erzeugt. Trifft diese auf Gewebearten mit einem bestimmten Widerstand, wie z.B. Knochen, wird das Hindernis abgetragen. Doch auch bei dieser Behandlungsform darf nicht mit einem sofortigen Therapieerfolg gerechnet werden. Hier braucht es ebenfalls eine gewisse Heilungsphase, bis man wieder schmerzfrei ist.

 

Quellen:

Carl J. Wirth und Ludwig Zichner, Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Fuß. Das Standardwerk für Klinik und Praxis, Georg Thieme Verlag, 2002

Jürgen Krämer, Joachim Grifka, Thomas Kalteis, Orthopädie, Springer Verlag, 2004

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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