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Kritik an Ausschreibungspraxis der Krankenkassen

Das Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) gilt seit Jahresbeginn 2011. Es erlaubt den Krankenkassen, sich auf einen einzigen Impfstoff-Hersteller pro Bundesland festzulegen. Dabei entstehen vermehrt Engpässe, kritisieren Experten und fordern eine Anbietervielfalt für den Impfstoffmarkt.

Den Krankenkassen obliegt es, seit Inkrafttreten des AMNOG 2011, sich mittels einer Ausschreibung auf genau einen Impfstoff-Hersteller pro Bundesland festzulegen. Dadurch erhöhen sich die Ersparnisse der Krankenkassen, da Ausgaben gezielt verabschiedet werden können. In einer Pressemitteilung von „ a1.direkt“ kritisieren Experten die Ausschreibungspraxis, weil sie in dieser Vorgehensweise eine Gefahr für die Bevölkerung sehen.

„Es ist grotesk, dass Beitragszahler zum Opfer der Sparwut einzelner Krankenkassen werden“, erklärt Dr. Markus Krämer, Leiter der A1 Versandapotheke in Lorsch. A1 liefert seit acht Jahren Impfstoffe und Arzneimittel an etwa 4.000 Arztpraxen. Der Bundesgesundheitsminister sei gezwungen, der Ausschreibungspraxis einen Riegel vorzuschieben, fordert Krämer weiter.

Bei der Produktion von Impfstoffen handle es sich um ein komplexes und hochempfindliches Herstellungsverfahren, bei dem es immer zu Schwierigkeiten kommen könne. Diese führen zu Lieferschwierigkeiten der Hersteller und gipfeln in vermeidbaren Engpässen.

Leidtragende seien alle, die sich deshalb nicht rechtzeitig oder gar nicht gegen die entsprechenden Krankheitserreger impfen können. Neben Krämer treten auch weitere Experten für eine Anbietervielfalt auf dem Impfstoffmarkt ein.
Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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