Karies und Baktus stoppen thinkstock

Karies und Baktus stoppen

Rate this item
(0 votes)
„Iss nicht zu viel Süßes, sonst bekommst du Löcher in den Zähnen.“ Ein oft gesprochener Satz, vor allem von Eltern. Doch was genau beim Verzehr von Süßigkeiten mit den Zähnen geschieht, wissen nur wenige. Beachten Eltern bestimmte Faktoren, kommen Karius und Baktus aber trotz zwischenzeitlicher Naschphasen nicht zum Zug.

„Kariesbildung hängt nicht nur von der Menge an Eis, Schokolade und Weichgummi ab“, betont Holger Langer, Facharzt für Kinder- und Jugendzahnmedizin der Kinderzahnarztpraxis Oppspring. „Auch die Zeiten, in denen Naschkatzen sie zu sich nehmen, sowie die Art und der Zeitpunkt der Zahnpflege spielen eine wichtige Rolle.“ Besonders tückisch: Einige Lebensmittel können mit ihrem versteckten Zuckergehalt die Zähne unbemerkt angreifen.

Der Feind isst mit

Billionen von zunächst nützlichen Bakterien tummeln sich in unserem Mund. Dabei sitzen die Mikroorganismen auf Schleimhäuten, Zunge und Zahnflächen. Mit der Stärkung der Immunabwehr und dem Schutz der Schleimhäute erfüllen sie wichtige Aufgaben. Mangelnde Mundhygiene führt jedoch dazu, dass sie sich ungehemmt vermehren und die verschiedenen Bakterienarten aus dem Gleichgewicht geraten. In diesem Fall können die desinfizierenden Enzyme in unserem Speichel die erhöhte Bakterienanzahl nicht mehr bewältigen und es entsteht ein schädlicher Belag, auch Plaque genannt. Hier liegt die eigentliche Ursache der Kariesbildung. Denn: Verzehren kleine Schleckermäulchen zuckerhaltige Lebensmittel, ernähren sie damit die feindlichen Mikroorganismen. Vor allem die in der Plaque sitzenden Streptokokken wandeln die zugeführten Kohlehydrate dann zu Säure um, welche wiederum Löcher in den Zahnschmelz frisst.

Feste Nasch- und Pflegezeiten

Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge wirken sich direkt während oder nach Hauptmahlzeiten verzehrte Süßigkeiten weniger schädlich auf die Zahngesundheit aus als eine über den Tag verteilte Zufuhr der gleichen Menge. Im letzteren Fall stellen Bakterien vergleichsweise viel mehr Säure her, die den Zahnschmelz auch noch über einen längeren Zeitraum angreifen kann. Kinder daher lieber zu einem Dessert greifen und etwa eine halbe Stunde nach der Mahlzeit die Milchzähne putzen lassen. „Diesen Zeitraum benötigt der Zahnschmelz, um sich vor allem nach Aufnahme von säurehaltigen Nahrungsmitteln wieder zu erhärten und vor dem Bürstenabrieb zu schützen“, erklärt Holger Langer.

Verborgenen Zucker erkennen

Zuckerhaltige Lebensmittel stellen nicht per se eine Gefahr für die Zahngesundheit dar. Jedoch gibt es unter ihnen besonders tückische Exemplare. Hierzu zählen etwa klebrige Snacks, die Honig, Karamell oder Lakritz enthalten. „Sie ummanteln Zähne für eine lange Zeit und bieten Bakterien einen guten Nährboden“, warnt Holger Langer. Trotz Zahnreinigung bleiben meistens noch hartnäckige Reste in den Zwischenräumen kleben. Nach dem Verzehr dieser Lebensmittel empfiehlt sich daher unter Berücksichtigung der genannten Wartezeit eine besonders intensive Zahnpflege von mindestens drei Minuten, um das Wachstum schädlicher Bakterien einzudämmen. Dabei unbedingt auch zur Zahnseide greifen. Bei Produkten mit der Aufschrift „zuckerfrei“ geben Eltern am besten besonders Acht: Zwar sind sie frei von Haushaltszucker, auch Saccharose genannt, enthalten jedoch oftmals andere Formen von Kohlehydraten, die das Kariesrisiko genauso erhöhen. Stehen Inhaltsstoffe wie Glukose oder Glukosesirup, Maltose oder Malzextrakt auf dem Produkt, handelt es sich um Trauben- oder Malzzucker. An vorderster Stelle der Inhaltsliste steht dabei immer der prozentual am meisten im Nahrungsmittel enthaltene Stoff.

Weitere Informationen finden Sie unter www.kinderzahnarztpraxis-oppspring.de.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team