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Mit Licht durch die dunkle Jahreszeit

Licht und Wärme sind speziell im Herbst Mangelware. Dabei wirkt sich Licht sehr positiv auf unser Wohlbefinden aus. Generell fällt es leichter auf Wärme zu verzichten als auf Licht. Eine häufige Folge: Herbstdepression. Aber gibt es sie wirklich und was kann man tun, um den Licht-Akku wieder aufzufüllen?

Dass Licht und Wärme in der dunklen Jahreszeit wichtig sind, zeigt uns die norwegische Stadt Rjukan. Vor einigen Wochen hieß es in der in einem Tal gelegenen Kleinstadt: „Es werde Licht“! Der Ärger darüber, dass die Sonne dort nicht richtig durchdringen kann, ließ die Bewohner handeln. Obwohl Rjukan nicht zum dunkelsten Teil Norwegens gehört, mussten die 3000 Einwohner in den Wintermonaten bisher auf Sonne, natürliches Licht und Wärme verzichten. Der Grund: Die Sonnenstrahlen reichten nicht bis ins Tal. Damit sich das ändert, wurde das Projekt „Mirror Projects Solspeil“ ins Leben gerufen. Das etwa 615.000 Euro teure Projekt wurde unter anderem von der Firma "Solar Tower Systems GmbH" aus Starnberg bei München realisiert. Ende 2012 beauftragte man das deutsche Unternehmen mit Design, Herstellung und Entwicklung. Keine leichte Aufgabe. Doch inzwischen kann man mithilfe riesiger Sonnenspiegel den sonst recht düsteren Ort erhellen.

Licht macht glücklich

Zurück nach Deutschland: Auch hier sehnt man sich nach tagelangem Schleierhimmel nach Licht und Wärme. Viele Menschen leiden unter dem Lichtmangel so sehr, dass sich unter Umständen auch eine leichte Depression abzeichnen kann. Doch die sogenannte „Herbstdepression“, ausgelöst durch lichtkarge Monate, ist bei Psychologen recht umstritten. Jeder Mensch hat mit den Folgen des reduzierten Tageslichts zu kämpfen, jedoch nur in geringem Maße. Weniger Licht verursacht eine Erhöhung des Melatonin-Spiegels. Melatonin ist ein Hormon, das uns in übermäßiger Produktion die Stimmung im Winter verdirbt.

"Melatonin produziert der Körper normalerweise nachts, wenn es dunkel ist, in verstärktem Maß“, sagt Prof. Jürgen Zulley vom Schlafmedizinischen Zentrum der Universität Regensburg gegenüber „nano“, dem Wissenschaftsportal. Fehlt also auch tagsüber ausreichend Licht, bleibt der Melatonin-Spiegel erhöht. Angst vor einer Herbstdepression muss man allerdings auch bei leichten Stimmungsschwankungen nicht direkt haben. Nur zwei Prozent der Bevölkerung leiden nach Angaben des Forschers an einer therapiebedürftigen Form der Herbstdepression.

Licht aus der Steckdose

Bleiben Licht und Wärme längere Zeit aus, gibt es einfache Hilfsmittel, um uns die Laune nicht ganz verderben zu lassen. Den Bewohnern von Rjukan ist mit Hilfe des aufwendigen Spiegel-Projekts in Sachen Licht auf jeden Fall geholfen. Zum Glück lässt sich die Sonne hierzulande öfter blicken. Und sind die Wolken mal hartnäckigerer Natur, macht man sich das Licht eben selbst. Dafür gibt es spezielle Geräte für eine Eigenlichttherapie. Die sogenannten Lux-Power-Geräte strahlen mit einer Lichtstärke von 10.000 Lux.

Die Geräte für die Eigenlichttherapie gibt es ab etwa 100 Euro zu kaufen. Die Anwendung ist ganz einfach: Man setzt sich vor das Gerät und schaut in die Lichtquelle. Wie viel Haut dabei bedeckt ist, spielt keine entscheidende Rolle. Ausschlaggebend ist die Lichtstärke, die über das Auge an das Gehirn weitergegeben wird und so letztlich die Stimmung beeinflusst. Bereits eine halbe Stunde soll bewirken, dass sich das Wohlbefinden deutlich erhöht, das garantiert Hersteller „Phillips“. Auch "Stiftung Warentest" urteilt, dass Tageslichtlampen Anflüge einer Herbstdepression gezielt entgegenwirken können.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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