Zahnpflege - Umdenken beim Zähneputzen? thinkstockphotos.com

Zahnpflege - Umdenken beim Zähneputzen?

Jahrelang wurde uns eingetrichtert, wir sollen unsere Zähne mit gleichmäßigen, runden Bewegungen säubern. Doch allem Anschein nach ist das für die Zähne nicht gesund. Umlernen ist angesagt.

Schon als Kinder haben wir gelernt, die Zähne drei Minuten zu putzen und dabei kreisende Bewegungen mit der Zahnbürste zu machen. Doch für viele Experten ist diese Technik veraltet. Mit kreisenden Bewegungen bekommt man die Zähne nicht nur schlecht sauber, es besteht sogar die Gefahr, dass man Schmutzpartikel und Bakterien unter das Zahnfleisch schiebt, wo daraus Entzündungen entstehen können. Für Kinder mag die Technik noch OK sein, weil sie einfach zu lernen ist. Teenager sollten dagegen ihre Putz-Technik ändern, um die Zähne richtig zu reinigen.

Zahn-Experten wie Professor Stefan Zimmer, Chefarzt und Inhaber des Lehrstuhls für Zahnerhaltung und präventive Zahnmedizin an der Universität Witten/Herdecke, raten zur so genannten Fegetechnik. Dabei wird die Zahnbürste leicht schräg am Übergang vom Zahn zum Zahnfleisch angesetzt. Mit einer kleinen Wisch-Bewegung wird der Schmutz vom Zahnhals ausgehend Richtung Mund-Mitte gefegt. Man putzt also nur noch in eine Richtung, vom Zahnfleisch weg von rot nach weiß.

Jeder zweite putzt falsch

Diese Technik scheint momentan noch wenig bekannt zu sein. So hat eine Untersuchung der Universität Witten/Herdecke zusammen mit einem großen Versicherungsunternehmen aus dem Jahr 2012 ergeben, dass von den 1.025 Befragten zwischen 14 und 69 Jahren mehr als die Hälfte (57 Prozent) mit der Kreisel-Methode putzt. Mit den erwähnten Risiken, Zahnbelag und Bakterien unter den Zahnfleischrand zu schieben.

Wie lange putzen

Auch die Empfehlung, drei Minuten zu putzen, sollte man nicht als allgemeingültig betrachten. Denn es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg, dass drei Minuten ausreichend sind bzw. nicht länger geputzt werden sollte. Da jedes Gebiss verschieden ist, braucht jeder Mensch unterschiedlich lange, um alle Zahnbeläge zu entfernen. Zudem ist jeder Mensch unterschiedlich geschickt beim Putzen. Daher kann es auch schon einmal fünf Minuten dauern, bis die Zähne richtig gereinigt sind. Allerdings sollte man hier vorsichtig sein. Denn wer zu fest drückt riskiert so genannte Putz-Schäden. Dabei wird durch zu langes und zu kräftiges Putzen der Zahnschmelz abgerieben. Hier kann es helfen, einmal mit einer Zahnfärbetablette zu testen. Diese sind in der Apotheke erhältlich und färbt Zahnbelag ein. So kann man einfach sehen, wie viel Zahnbelag nach dem Putzen noch vorhanden ist.

Wer gründlich putzt, muss das auch nur zweimal am Tag machen, sagt Zimmer. Zudem sollte man einmal am Tag mit Zahnseide die Zwischenräume reinigen.

Wer seine Zähne richtig und gründlich putzt, reduziert das Risiko für Karies und Paradontitis. Aber auch die Leistung kann davon profitieren. Denn es kann sein, dass eine Entzündung, die im Mund beginnt, sich im ganzen Körper ausbreitet. Das kann man mit der richtigen Putztechnik verhindern.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team