Aloe Vera bis Sheabutter– Schönmacher-Wirkstoffe - Teil 4 istockphoto.com/DomenicoGelermo

Aloe Vera bis Sheabutter– Schönmacher-Wirkstoffe - Teil 4

Die Schönheitsindustrie hat eine Menge an Wirkstoffen und Substanzen auf den Markt gebracht, von denen wir teilweise nicht wissen, was sie genau sind, wo sie eingesetzt werden und welche Wirkungen sie haben. Wir bieten Euch hier einen kleinen Überblick über die bekanntesten Wirkstoffe in Kosmetika…

 

Aloe Vera (Aloe barbadensis)

Die Aloe-Pflanze wächst vornehmlich in sehr heißen und trockenen Gebieten. Seit über 1.000 Jahren ist ihr Saft als Pflege- und Heilstoff bekannt. Sie hat eine feuchtigkeitsspendende, antimikrobielle und regenerierende Wirkung auf die Haut und wird deshalb auch gerne in Wundheilsalben, aber auch in verschiedenen Gesichts- und Handcremes verwendet. Aloe Vera hat zudem eine hautberuhigende, entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung. Auch eine leichte UV-Filterung wird durch Aloe Vera erreicht. Aus diesem Grunde eignet es sich auch hervorragend als Sunblocker und Aprés-Sun-Creme. 

Arganöl (Argania spinosa)

Arganöl ist das sehr aufwendig gewonnene Öl des Argan- bzw. Eisenbaum. Um einen Liter davon herzustellen werden etwa 30 Kilo der Früchte des Argan-Baumes benötigt. Das ist die Ernte von bis zu fünf Bäumen und erklärt plausibel den relativ hohen Preis des Öls. Das Öl hat einen sehr hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren (80 Prozent). Argan-Öl enthält Linolsäure und Oleinsäure. Die beiden machen damit den größten Anteil der essentiellen Fettsäuren aus. Zudem hat das Öl einen sehr hohen Anteil an natürlichen Antioxidantien zum Schutz vor freien Radikalen, die für Haut und Körper schädlich sind. Für die Kosmetik ist Argan-Öl auch deshalb interessant, weil es Sterole (eine Gruppe von biochemisch wichtigen Naturstoffen) wie Schottenol und Spinasterol enthält. Diese haben eine zellstimulierende Wirkung und helfen bei der Glättung von Fältchen.

Ceramide

Ceramide sind Verbindungen des Aminoalkohols Sphingosin mit verschiedenen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren. Sie finden sich vor allem in der Hornschicht der Haut. Dort haben sie vor allem eine hautstabilisierende Funktion, indem sie die einzelnen Hornhautschichten zusammenhalten. Darüber hinaus schützen körpereigene Ceramide die Haut als eine Art Barriere davor auszutrocknen und verhindern das Eindringen von Fremdstoffen. Ist der Ceramidgehalt in der Haut verringert, verliert sie ihre Struktur und wird faltig und schuppig. Ceramidmangel wird vor allem bei reifer Haut festgestellt. Deswegen werden Ceramide auch vorwiegend in unterschiedlichen Fluids und Cremes verwendet. Allerdings wird in der Forschung angezweifelt, ob die äußere Anwendung von Ceramiden dazu führen kann, dass sie sich in der Hornschicht festsetzen und die Funktion der körpereigenen Ceramide übernehmen. Vor allem bei gesunder Haut ist dies sehr schwer nachzuweisen, weshalb eine einfache fetthaltige Creme wohl denselben Effekt hat. Eher zu empfehlen ist eine ceramidhaltige Salbe bei einer Haut mit geschädigter Hornhaut, hier wurden positive Wirkungen beobachtet.

Sheabutter

Sheabutter wird aus den Nüssen des Shea- oder Karitébaums gewonnen, der in Zentralafrika beheimatet ist. Die Nüsse enthalten mehr als 50% Fett. Die Gewinnung ist dennoch ein sehr aufwendiger Prozess. Sheabutter zeichnet sich durch einen hohen Anteil unverseifbaren Fetts aus. Sie gibt der Haut Feuchtigkeit und sorgt für Elastizität. In der Kosmetik bestimmt sich oftmals das Hauptvolumen in Haut- und Körpercremes. Besonders hilfreich ist der Einsatz von Sheabutter auf neurodermitischer Haut. Hier kann sie beruhigend wirken. Auch ein begehrtes Einsatzgebiet sind Haarkosmetik-Produkte. Sie wirkt besonders gut bei trockenem und sprödem Haar.

 

Quellen:

Bräutigam Brigitte, Lotion, Cream & Badeschaum: Natürliche Kosmetik Selber Machen, Books on Demand, 2010

Elsässer Sabine, Körperpflegekunde und Kosmetik, Springer Medizinverlag, 2. Auflage, 2008

 

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team