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Die Heilpflanze Beifuß (Artemisia vulgaris) thinkstockphotos.com; Heilpflanze Beifuß

Die Heilpflanze Beifuß (Artemisia vulgaris)

Die Natur hält mit ihren vielfältigen Pflanzen zahlreiche Helferlein für unsere Gesundheit parat. In unserem Heilpflanzen Special stellen wir diese vor. Heute: Beifuß.
Optisch macht der Beifuß nicht viel her – gelb-weiße oder gräuliche Blütenkörbe, längliche grüne Blätter, grüne Stängel. Fertig. Ganz anders, ist es um seine gesundheitliche Wirkung bestellt. Dem Korbblütler wird eine verdauungsfördernde und krampflösende Wirkung attestiert. Zudem soll er antibakteriell, druchblutungs- und wehenfördernd wirken. Viele dieser Wirkungen lassen sich durch die zahlreichen Bitter- und Gerbstoffe sowie der Zusammensetzung des ätherischen Öls erklären. Dieses besteht unter anderem aus Campher, Thujon, Linalool. Zudem enthält das Kraut Flavonoide, Hydroxycumarine, Polyine und Triterpene. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind die stark bitteren Sesquiterpenlactone.

Das Beifuß-Einsatzgebiet: Krämpfe aller Art, Magen-Darm-Beschwerden, Regelschmerzen und Wechseljahresbeschwerden. Bei Heilanwendungen kommen alle Bestandteile des Beifußes, also Wurzel, Blätter und Rispen, in Tinkturen oder Tees zum Einsatz. Früher wurde der Beifuß noch weit häufiger eingesetzt, beispielsweise bei Epilepsie, Neurosen und Schlaflosigkeit.

Einjähriger Beifuß (Artemisia annua)

Eine besondere Art des Beifußes, der einjährige Beifuß, wird zudem als Ergänzung in der Krebstherapie eingesetzt. Grund dafür sind so genannte Artesunate, die „zerstörerisch auf schnell wachsende Krebszellen“ wirken, wie Thomas Efferth vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in der taz erklärt. Diese Stoffe kommen im einjährigen Beifuß in deutlich höherer Konzentration vor als im gewöhnlichen Beifuß. Auch in der Malariabehandlung finden die Wirkstoffe des einjährigen Beifußes Anwendung.

Schattenseiten

Der Beifuß hat aber auch seine Schattenseiten. Zum einen ist er ein häufiger Auslöser für allergische Reaktionen bei Heuschnupfenpatienten (vgl. Apotheken-Umschau), zum anderen kann er in zu hohen Dosen und über einen längeren Zeitraum angewendet toxisch wirken.

Beifuß in der Küche

Nichtsdestoweniger wird die „Mutter aller Kräuter“ – wie  der Beifuß aufgrund seiner zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten über Jahrhunderte genannt wurde – auch in der Küche eingesetzt. Die verdauungsfördernde Wirkung des Beifußes macht ihn zu einem beliebten Gewürz vor allem bei fetten Gerichten, wie Aal, Ente oder Schweinefleisch. Beim Kochen sollten nur die Zweigspitzen mit geschlossenen Blüten verwendet werden, als Gewürz sind die Blätter ungenießbar, da sehr bitter. Enterzeit für den Beifuß ist von Juli bis Oktober.

Weitere Namen für Beifuß

Im Volksmund wird der Beifuß, der in Asien, Europa und Nordafrika beheimatet ist, häufig auch Mugwurz, Wilder Wermut, Buckkraut, Jungfernkraut, Weiberkraut, Sonnenwendkraut, Besenkraut genannt.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team