Ansteckungen vorbeugen - Teil 1 istockphoto.com/kzenon

Ansteckungen vorbeugen - Teil 1

Während einer Grippewelle entwickeln manche Menschen eine beinahe sportliche Disziplin darin, sich möglichst vor einer Ansteckung zu schützen. Unser Experte, Dr. Christoph Pooth, klärt auf, welche Maßnahmen Sinn machen und welche weniger.

Saubere Hände

Um sich selbst und andere vor einer Ansteckung zu bewahren, sind saubere Hände das A und O aller Sorgfaltsregeln. Wie oft passiert es, dass wir uns in die Hände oder in ein Taschentuch niesen und später einem Freund dieselbe Hand geben. Die oberste Regel lautet, gleich nach dem Niesen oder Naseabwischen die Hände zu reinigen. „Wenn möglich sollte tatsächlich eine Händedesinfektion, bzw. Händewaschen erfolgen, da der Übertragungsweg der Erkältungsviren hauptsächlich über Tröpfcheninfektion und Handkontakt stattfindet“, erklärt Dr. Pooth. „Für chronisch Kranke gibt es auch Händedesinfektionsflaschen für unterwegs, die einen großen Prozentsatz der Viren unschädlich machen.“ Im Übrigen schützen Taschentücher die Hand auch nicht davor, mit den Viren in Kontakt zu kommen Deswegen gilt es auch hier, die Hände zu waschen.

Nieser stoppen

Allerdings braucht man den Nieser nicht zu unterdrücken. Gemeint ist viel eher, dass man nicht wild durch die Gegend niesen sollte. Dr. Pooth empfiehlt: „Da ein Großteil der Erkältungskrankheiten über die Luft oder durch direkten Kontakt zu anderen Personen übertragen werden, sollte die Hand, aber besser noch der Arm oder der Ellbogen, vor den Mund gehalten werden.“

Desinfizieren von Türgriffen, Tastaturen, etc.

Besonders im Winter sieht man manchmal Menschen im öffentlichen Verkehrsmittel mit großem Widerwillen und mit den Fingerspitzen die Türen öffnen. Dieser Ekel, mag er bewusst oder reiner Instinkt sein, ist jedenfalls absolut begründet. Das ist auch die Meinung des Experten: „Es gibt Untersuchungen, zum Befall von Türgriffen und auch Tastaturen in öffentlichen Einrichtungen, mit Krankheitserregern, die gezeigt haben, dass es tatsächlich zu einer häufigeren Wiederansteckung der Personen kam, die in Kontakt mit diesen kamen.“ Deshalb kann das Desinfizieren solcher häufig berührter Oberflächen von einer erneuten Ansteckung helfen, besonders in Gebäude mit hohem Personenaufkommen.

Bettwäsche, Kleidung, etc. nach Erkältung waschen

Dass ein regelmäßiges Auswechseln der Bettwäsche zu einer vernünftigen Hygiene gehört, ist bekannt. Doch einige sehr hygienische Kandidaten legen nach der Genesung von einer Erkältung oder einer Grippe einen Großwaschtag ein, um auch wirklich alle Viren aus dem Haushalt verschwinden zu lassen. „Das ist in dieser Form eigentlich völlig unnötig“, sagt Dr. Pooth. „Die Überlebenszeit der Erreger an der Luft ist relativ kurz und eine Übertragung durch Wäsche oder Kleidung sehr unwahrscheinlich.“

Mundschutz

In einigen asiatischen Ländern gehört der Mundschutz zum Alltag in öffentlichen Gebäuden. Die Hintergründe hierfür sind allerdings sehr verschieden und im Vergleich zu Europa durch ein anderes Gesundheitsverständnis begründet. Auch hier in Deutschland sieht man ab und an Leute mit Mundschutz herumlaufen und fragt sich, ob das vielleicht ein guter Schutz sein könnte. Dazu sagt Dr. Pooth: „Ein Mundschutz kann sicherlich einen persönlichen Schutz bieten und verhindert natürlich auch die Ansteckung anderer. Dennoch kann bei Erkältungen im Hinblick auf ein gut funktionierendes Immunsystem aus ärztlicher Sicht darauf ruhig verzichtet werden.“

 

Unser Experte: Dr. med. Christoph Pooth, München

dr pooth

Facharzt für Allgemeinmedizin
Arzt für Natuheilverfahren

Mehr Infos zu Dr. Pooth: www.drpooth.de

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team
 

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