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Blasenschwäche vermeiden – 5 Tipps

Der Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz hat fünf Tipps veröffentlicht, wie man eine Blasenschwäche vermeiden kann. Ein wichtiger Faktor: Der Beckenboden.
Rund sechs Millionen Menschen in Deutschland haben eine Funktionsstörung der Blase. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer; von allen Frauen über Sechzig haben schätzungsweise 40 Prozent Probleme mit der Blase. Wer frühzeitig vorbeugt, kann das Risiko für eine Blasenschwäche senken. Fünf Maßnahmen gehören unbedingt dazu:

1. Den Beckenboden nicht überlasten

Der Beckenbodenmuskel unterstützt den Verschlussmechanismus der Blase. Ist er geschwächt, schließt die Blase bei Belastung nicht richtig und es kann passieren, dass beim Niesen oder beim Sport ungewollt Urin verloren geht. Einer solchen Belastungsinkontinenz können Frauen vorbeugen, indem sie möglichst alles vermeiden, was den Beckenboden auf Dauer überlastet. Dazu gehören zum Beispiel häufiges schweres Heben und starkes Übergewicht. Wer sich leicht und ballaststoffreich ernährt, vermeidet überflüssige Pfunde und sorgt seinem Beckenboden zuliebe für einen leichten Stuhlgang. Ein weiterer Pluspunkt ist es nicht zu rauchen, denn chronischer Raucherhusten übt starken Druck auf den gesamten Bauchraum aus.

2. Nach der Schwangerschaft gegensteuern

Eine besondere Herausforderung für den Beckenboden sind Schwangerschaft und Geburt. Viele Frauen leiden nach der Entbindung zumindest vorübergehend an einer Blasenschwäche. Damit sich daraus keine ausgeprägte Inkontinenz entwickelt, sollten sie so bald wie möglich mit einer Rückbildungsgymnastik beginnen.

3. Frühzeitig den Beckenboden trainieren

Schon junge Frauen tun gut daran, ihren Beckenbodenmuskel zu stärken, um ihn für spätere Belastungen zu wappnen. In manchen Fitness-Studios gibt es Geräte zum Beckenbodentraining, die das Anspannen und Entspannen optisch darstellen und so greifbarer machen. Manche Frauen finden es angenehmer, ihren Beckenboden zuhause zu trainieren. Wirksame Übungen, die für Frauen jeden Alters geeignet sind, gibt es auch beim BGV unter www.frauen-blasenschwaeche.de.

4. Blasenentzündung vermeiden und nicht reizen

Die Dranginkontinenz, die mit zunehmendem Alter an Bedeutung gewinnt, kommt durch eine starke Verspannung der Blasenmuskulatur zustande. Eine häufige, aber vermeidbare Ursache sind wiederholte Blasenentzündungen. Um Keimen das Eindringen in den Harntrakt zu erschweren, kommt es auf eine gute Intimhygiene an. Wichtig ist es außerdem, das Immunsystem zu stärken sowie Füße und Unterleib stets warm zu halten. Milde, pH-hautneutrale Waschlotionen schützen die Scheidenflora und machen sie widerstandsfähiger gegen Bakterien und Pilze. Luftdurchlässige Unterwäsche ist besonders hygienisch, weil Keime sich dort nicht so gern aufhalten. Gelangen dennoch Bakterien in den Harntrakt, so werden sie durch ausreichendes Trinken rasch wieder ausgespült. Blasenfreundliche Getränke sind Wasser, Früchte- oder Kräutertee. Alkohol, kohlensäurehaltige und stark zuckerhaltige Getränke können bei empfindlichen Personen die Blase reizen und sollten daher Ausnahmen bleiben. Eine Blasenentzündung, deren Symptome innerhalb eines Tages nicht nachlassen, muss mit Antibiotika behandelt werden.

5. Körper und Seele entspannen

Entspannungsmethoden können dazu beitragen, auch die Blasenmuskulatur zu lockern. Viele Frauen profitieren von beruhigenden Tees, einem ausgleichenden Hobby oder Entspannungsmethoden wie Yoga oder Thai Chi. Wenn das nicht ausreicht, können Medikamente helfen, welche die verkrampfte Blasenmuskulatur entspannen und so den übersteigerten Harndrang abmildern.

Bei der Ausbildung einer Blasenschwäche spielen meist mehrere Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel eine Bindegewebsschwäche, hormonelle Veränderungen oder Krankheiten. Daher lässt sie sich trotz Vorbeugung nicht immer verhindern. Dennoch lohnen sich die genannten Maßnahmen, denn sie können dazu beitragen, die Beschwerden deutlich zu lindern.

Pressemitteilung Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz e.V.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team
 

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