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Anatomie und Funktion der Harnblase

Wozu dient eigentlich die Blase und wieso können wir bewusst steuern, wann wir sie entleeren möchten? Die Antwort verbirgt sich in der ausgeklügelten Anatomie des Harntraktes. Diese sorgt dafür, dass es läuft – oder eben auch nicht.
Der tägliche Gang zur Toilette ist für uns selbstverständlich. Doch wodurch können wir unseren Harndrang überhaupt bewusst steuern? Ein Blick auf die Anatomie und Funktion der Blase liefert die Antwort.

Funktion der Blase

Harn ist das Produkt, das bei der Blutreinigung der Niere entsteht. Die Harnblase (vesica urinaria) ist ein dehnbares Hohlorgan, das im Zusammenspiel mit der Harnröhre und den Blasenschließmuskeln zum einen dazu dient, den Harn zu sammeln und zum anderen, ihn nach außen zu transportieren. Auf diese Weise wird der Körper entgiftet.

Die Blase spielt für unsere Gesundheit also eine essentielle Rolle. Insgesamt ist sie in der Lage etwa 500 Milliliter Urin zu speichern, wobei ihr Gesamtvolumen zwischen 900 und 1500 Milliliter umfasst, abhängig von der Körpergröße eines Menschen. Dehnungsrezeptoren in der Blasenwand informieren das Gehirn, wenn das Volumen der zunächst schlaffen Blase und somit die Spannung in der Blasenwand zunimmt. Bereits bei einer halb gefüllten Blase verspürt man deshalb den Drang, eine Toilette aufzusuchen. Dieser Reiz lässt sich willentlich unterdrücken.

Anatomie der Blase

Die Blase befindet sich im unteren Teil der Bauchhöhle, innerhalb des kleinen Beckenbereichs, und setzt sich aus vier Teilen zusammen: Dem Harnblasendach, dem Blasenkörper, dem Blasengrund und dem Blasenhals. Zwar erfüllt sie bei Mann und Frau die gleichen Funktionen, ihre Anatomie unterscheidet sich aber in einigen Punkten. So sitzt die Blase bei Frauen vor der Gebärmutter. Bei Männern grenzt sie ans Rektum an.

Ein dünnes Bauchfell trennt das Harnblasendach und den Harnblasenboden von den anderen inneren Organen. Es sorgt dafür, dass sich die eng beieinander liegenden Organe fast reibungslos verschieben lassen. Im Blasengrund befindet sich ein glattes, dreieckiges Feld aus Schleimhaut (Trigonum). In dessen seitliche Eckpunkte münden die Harnleiter, über die der Harn von der Niere in die Blase transportiert wird. Den vorderen Eckpunkt des Schleimhautfeldes bildet der trichterförmige Blasenhals, der wiederum in die Harnröhre übergeht. Diese leitet den Harn schließlich aus dem Körper. Während die weibliche Harnröhre im Durchschnitt nur 2,5 bis 4 Zentimeter lang ist, ist die männliche Harnröhre mit circa 20 Zentimetern deutlich länger. Da Bakterien durch eine kürzere Harnröhre schneller in die Blase gelangen können, sind Frauen deutlich anfälliger für Blaseninfektionen als Männer.

Die Schließmuskulatur der Blase

Die Schließmuskulatur der Blase setzt sich aus glatter und quergestreifter Muskulatur zusammen. Die glatte Muskulatur, der sogenannte innere Sphinktermuskel, verläuft ringförmig um den Blasenhals. Der aus quergestreifter Muskulatur bestehende äußere Sphinktermuskel befindet sich am Ende der Harnröhre in engem Kontakt zum Beckenboden. Während sich die quergestreiften Muskelfasern beim Mann über die gesamte Länge der Harnröhre ziehen, umgeben sie bei der Frau nur ein Drittel davon. Sie sorgen in kontrahiertem Zustand dafür, dass der Urin in Ruhe, aber auch bei zusätzlicher Belastung in der Blase verbleibt. Im Gegensatz zum inneren Sphinkter, lässt sich der äußere Sphinkter bewusst steuern, als einziger Muskel des Harnapparats. Da die Niere ständig Harnstoff produziert, würden wir ohne diese muskuläre Kontrolle ununterbrochen pinkeln.

Muskeln der Blasenwand

Die Beckenbodenmuskulatur unterstützt die Schließmuskulatur der Blase zusätzlich, indem sie die Harnröhre und den Harnblasenhals in Position hält. Gleichzeitig hilft sie aber auch dem Detrusormuskel beim Entleeren der Blase. Der Detrusor, als Teil der Blasenwand, ist aus drei unterschiedlichen glatten Muskelschichten aufgebaut: Die inneren und äußeren längsgeschichteten Muskelfasern umschließen zirkulär angeordnete Muskelfasern. Dieser spezifische, korbgeflechtartige Aufbau ermöglicht ein gleichmäßiges Zusammenziehen der Blase.

Begibt man sich nun auf die Toilette, erschlafft die Schließmuskulatur am Blasenausgang. Die Dehnungsrezeptoren nehmen die gefüllte Blase wahr und senden den sogenannten Miktionsreflex ans Rückenmark. Gleichzeitig zum Erschlaffen der Schließmuskulatur bewirkt dieser ein Zusammenziehen des Detrusormuskels, der nicht willentlich gesteuert werden kann. Auf diese Weise gelangt der Urin über die Harnröhre nach außen und wir können erleichtert durchatmen.


Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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