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Wie funktioniert die Magnetresonanztomographie (MRT)?

In unserer Artikelreihe zu bildgebenden Verfahren erklären wir wie diese funktionieren und für welche Untersuchungen sie eingesetzt werden. Heute stellen wir die Magnetresonanztomographie (MRT) vor.

Wenn man umgangssprachlich davon spricht, anlässlich einer Untersuchung in die Röhre zu kommen, ist häufig eine MRT-Untersuchung gemeint. Die Magnetresonanztomographie, kurz MRT, ist ein bildgebendes Verfahren, mit dem sich vor allem Weichteile wie Hirnsubstanz, Knorpel oder Bandscheiben gut darstellen lassen.

Im Unterschied zur „zweiten“ Röhre, der Computertomographie (CT), funktioniert die MRT nicht mit Röntgenstrahlen, sondern erzeugt die Bilder mittels Magnetfeld. Bei einer Magnetresonanztomographie, auch Kernspinntomographie genannt, wird die zu untersuchende Region einem Magnetfeld ausgesetzt, das 50.000-mal stärker ist als das Magnetfeld der Erde. In diesem starken Magnetfeld richten sich automatisch alle Protonen des Körpers parallel zum Magnetfeld aus, anstatt wie gewöhnlich in alle möglichen Richtungen zu zeigen.

Zur Erläuterung: Alle Gewebe des menschlichen Körpers bestehen aus Atomen, die wiederum aus Protonen, Elektronen und Neutronen bestehen. Die Protonen drehen sich dabei ständig um die eigene Achse, wie ein Kreisel – bildlich gesprochen. Durch diesen Kernspin sind sie magnetisch geladen.

Nachdem sich die Protonen im Magnetfeld ausgerichtet haben, wird kurzeitig ein Störsignal in Form von Radiowellen einer bestimmten Frequenz und Stärke gesendet. Die Protonen werden so durcheinander gewürfelt und nehmen Energie aus den Radiowellen auf. Anschließend werden die Störimpulse wieder abgestellt, die Protonen richten sich wieder in Magnetfeldrichtung aus und geben die aufgenommene Energie in Form von Radiowellen wieder ab. Diese Abgabe kann man messen und die Daten werden an einen Computer übermittelt.

Je nach Gewebeart im Körper dauert es unterschiedlich lange, bis die Protonen sich wieder ausgerichtet haben. Dadurch unterscheiden sich die gemessenen Signale und der Computer kann aus diesen ein Schnittbild der Körperregion berechnen und darstellen. Verschiedene Gewebe werden dann durch unterschiedliche Helligkeitsstufen wiedergegeben. Um bestimmte Gewebe besser voneinander abgrenzen zu können, wird dem Patienten bei Bedarf ein Kontrastmittel gespritzt, das die Signale bestimmter Regionen verändert.

Vorteil MRT: Keine Strahlenbelastung

Der Vorteil der Magnetresonanztomographie liegt vor allem darin, dass der Körper keiner radioaktiven Strahlung ausgesetzt wird. Zudem ist es bei der MRT möglich, Schnittbilder aus verschiedenen Perspektiven und Winkeln aufzunehmen. Dadurch lassen sich Organe und andere Weichteile sehr detailliert darstellen.

Eine MRT dauert je nach Bedarf von wenigen Minuten bis zu einer Stunde, selten auch länger. In der Regel macht ein MRT-Gerät starken Lärm, weshalb der Patient mit Ohrenschützern ausgestattet wird. Um ein möglichst genaues Bild zu erhalten, sollte der Patient jegliche Bewegung vermeiden.

Alle metallischen beziehungsweise magnetischen Gegenstände müssen aus dem Untersuchungszimmer entfernt werden. Das gilt insbesondere für Piercings, Ohrringe oder anderen Schmuck. Vor einer Untersuchung muss zudem abgeklärt werden, ob der Patient Metallteile im Körper hat, zum Beispiel Implantate, künstliche Gelenke, Schrauben, Drähte oder Metallplatten infolge einer vorangegangen Verletzung oder eine Spirale zur Verhütung.

Nebenwirkungen bei einer MRT

Negative Begleiterscheinungen einer MRT ohne Kontrastmittel sind bei gesunden Menschen momentan nicht bekannt. Auf bestimmte Kontrastmittel reagieren manche Patienten allergisch. Die Symptome können von Übelkeit bis zum Kreislaufzusammenbruch reichen.

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Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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