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Aufgedeckt – Brustkrebs auch bei Männern

Entgegen der landläufigen Meinung, dass Brustkrebs eine frauenspezifische Erkrankung sei, können auch immer wieder Männer von Brustkrebs betroffen sein. Ein regelmäßiges gesetzliches Brustkrebs-Früherkennungsprogramm gibt es bisher allerdings noch nicht.

Die Zahl der Erkrankungen beim Mann ist in Deutschland mit bis zu 600 im Jahr nicht besonders hoch. Entsprechend schlecht ist die Datenlage zu Diagnostik und Therapie. Ob und wieweit man Erkenntnisse aus dem Krankheitsbild bei Frauen auf den Mann übertragen kann, ist derzeit noch nicht befriedigend geklärt. Um aussagekräftige Studien durchführen zu können, ist, wie bei allen seltenen Krankheiten, die Anzahl an Patienten zu gering. Dennoch gibt es Risikogruppen, die vermehrt zu Brustkrebs neigen.

Brustkrebs beim Mann – Risikogruppen

Es gibt zwei männliche Risikogruppen, bei denen die Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken deutlich erhöht ist. Zum einen sind es Männer mit dem so genannten Klinefelter-Syndrom, zum andern solche, in deren Familien gehäuft Brustkrebs bei Frauen aufgetreten ist. Männer mit Klinefelter-Syndrom haben ein zusätzliches weibliches X-Chromosom und ein 15- bis 50-fach erhöhtes Brustkrebsrisiko. Eine regelmäßige Untersuchung der Brust ist auch bei Männern angeraten.

Vor allem aber sollte ein Arzt konsultiert werden, wenn folgende Symptome auftreten, die vom Deutschen Krebsinformationsdienst zusammengestellt wurden:
  • ein Knoten oder eine Verhärtung nur in einer Brust, meist unter oder in der Nähe der Brustwarze, oft unregelmäßig geformt, schmerzlos,
  • eine Veränderung der Brustwarze oder des Brustwarzenhofs, zum Beispiel eine Einziehung oder eine Verklebung mit dem darunter liegenden Gewebe,
  • eine länger andauernde Entzündung oder Ausfluss aus der Brustwarze, egal ob durchsichtig, weißlich oder blutig,
  • längere Zeit vergrößerte oder verhärtete Lymphknoten in der Achselhöhle

Ein Auftreten dieser Symptome muss nicht gleich die Diagnose Brustkrebs zur Folge haben, abklären lassen sollte man es aber in jedem Fall. Und Männer sollten die Sache ernst nehmen. Da häufig der Brustkrebs bei einem Mann erst sehr spät erkannt wird, ist die Sterberate relativ hoch. Ein gesetzliches Programm für die Früherkennung von Brustkrebs ist beim Mann bisher noch nicht eingeführt worden. Es gilt also: Selbst ist der Mann.

Regelmäßiges Abtasten und Früherkennungsuntersuchungen, die Mann beim Arzt durchaus aktiv einfordern sollte, erhöhen die Chancen den Krebs in einem frühen Stadium zu bemerken. Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto höher sind die Überlebenschancen des Betroffenen – das gilt für beide Geschlechter.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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