Die Schulter – Unglaublich beweglich, aber auch anfällig www.thinkstockphotos.de

Die Schulter – Unglaublich beweglich, aber auch anfällig

Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des Menschen. Das hat jedoch nicht nur Vorteile, denn gleichzeitig ist das Schultergebilde auch sehr instabil und damit besonders verletzungsanfällig. Weil der Schulterapparat zentral für die alltägliche Bewegung ist, sollten ganz besonders hier Verletzungen gewissenhaft versorgt werden. Wir geben Euch hier eine Übersicht zum Aufbau der Schulter und zu den Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Schulterverletzungen.

Aufbau der Schulter

Die Schulter verbindet die Arme mit dem Rumpf des menschlichen Körpers und setzt sich aus drei wesentlichen Knochen zusammen: Schulterblatt, Schlüsselbein und Oberarmknochen. Diese werden durch Bänder (Ligamente) zusammengehalten. Dabei ist der äußerste Knochen, das Schulterdach, nur über Schultereckgelenk und das daran anschließende Schlüsselbein mit dem Rest des Skeletts verbunden.
Schulter Anatomie beschriftet
Das Schultergelenk ermöglicht es uns Bewegungen auszuführen. Es besteht aus Oberarmkopf und Gelenkpfanne, die von einer Kapsel umschlossen ein Kugelgelenk bilden. Am Kopf des Oberarmes setzen die Sehnen von mehreren Muskeln an (Rotatorenmanschette), die für das Bewegen und die Kraft der Arme verantwortlich sind.

Verletzungsmöglichkeiten und Ursachen der Schulterschmerzen

Da das Schultergelenk nur unzureichend umschlossen und damit nicht abgesichert ist, kann es vorkommen, dass das Gelenk auskugelt. Hierbei springt der Oberarmkopf aus der Gelenkspfanne. Ruckartige und extreme Bewegungen können Grund dafür sein. Besonders häufig sind allerdings kleinere Blessuren, wie Gelenksentzündungen, Bänderdehnungen oder Zerrungen. Diese entstehen meist durch Überbelastung und einseitige Beanspruchung der Schulter.

Werden die Verletzungen nicht richtig und effektiv behandelt, kann dies früher oder später zu irreparablen Schäden am Bewegungsapparat führen. Außerdem steigern solche Verletzungen die ohnehin schon hohe Instabilität der betroffenen Region.

Thermisch behandeln oder gleich Medikamente?

In der Anfangsphase und bei leichten Schmerzen sind Salben und thermische Behandlungen eine mögliche Lösung, da sie die Durchblutung fördern und so den Heilungsprozess begünstigen. Kälte ist bei chronisch akutem Schmerz sinnvoll, Wärme hingegen bei chronisch schwellenden Schmerzen. Für beide Behandlungen gilt: Nimmt der Schmerz zu, sollten die Maßnahmen sofort eingestellt werden. Salben enthalten natürliche Wirkstoffe, die entzündungs- und schmerzlindernd wirken. Nachteil dieser Cremes ist, dass sie die betroffenen Regionen bei tiefreichenden Verletzungen meist von den gering konzentrierten Wirkstoffen nicht erreicht werden.

Für alle weiteren Behandlungsmaßnahmen sollte ein Arzt herangezogen werden. Vor allem wenn es um die Einnahme von Medikamenten geht, sollte unbedingt eine fachmännische Meinung eingeholt werden.

Ebenfalls bei starken Schmerzen kann eine Injektion für eine schnelle Schmerzlinderung sorgen. Die Wirkstoffe können in ihrer Konzentration variiert und gezielt verabreicht werden. Auch hierzu ist ein Arztbesuch zwingend erforderlich.

Klinische Untersuchungen

Bei schweren und komplexen Schädigungen des Schulterapparates, ist ein Besuch beim Facharzt oder in einer Klinik unerlässlich. Die dort durchgeführten klinischen Untersuchungen setzten sich aus drei wesentlichen Methoden zusammen. Zuerst überprüft der Arzt generelle Bewegungsmuster und Verhaltensweisen der Schulter auf gewisse Unregelmäßigkeiten. Dieser Inspektion folgt die Untersuchung der Schulterfunktionen. Dazu gehört die uneingeschränkte Beweglichkeit, die durch diverse Tests überprüft wird. Mechanische Behinderungen oder andere Störungen können so erfasst und gedeutet werden. Auch eine Stabilitätsprüfung gehört zum klinischen Teil der Untersuchung dazu. Eventuell instabile Regionen können so aufgespürt werden.

Am Ende dieser Betrachtungen kann der Arzt in der Regel eine Verdachtsdiagnose stellen. Diese gibt dann den weiteren Untersuchungsweg vor. Ziel der nächsten Maßnahmen ist es, den Schmerzauslöser sichtbar zu machen und möglichst genau zu lokalisieren.

Bildgebende Verfahren

Am Anfang dieser Feststellungsmethoden steht das klassische Röntgen. Durch die Verdachtsdiagnose aus den klinischen Untersuchungen kann der Arzt die Schulter genauso abbilden, dass die vermutete Verletzung sichtbar wird. Besonders gut lassen sich knöcherne Verletzungen mit den Röntgenbildern erkennen.

Wird der Arzt hier nicht fündig, kann er die Darstellung durch Ultraschallbilder erweitern. Hierbei können vor allem die Weichteile des Schultergelenkes gut und sogar in Bewegungsphasen betrachtet werden. Verletzungen der Rotatorenmanschette werden hierbei oftmals sichtbar.

Die nächste Darstellungsmöglichkeit liefert eine Computertomographie (CT oder auch MRT). Hierbei erhält der Arzt eine optimale räumliche Abbildung der Schulter. Im Vorfeld von Operationen wird oft ein CT-Bild herangezogen.

Sind auch hier keine Auffälligkeiten erkennbar gibt es noch eine Möglichkeit nach dem Auslöser zu suchen. Die Arthroskopie ermöglicht es mittels einer kleinen Kamera, die operativ ins Schultergelenk eingeführt wird, einen Blick in die Schulter zu werfen.

Bevor es zu einem operativen Eingriff kommt, sollten möglichst alle diese Register gezogen werden. So kann die Schmerzursache umso genauer beschrieben werden, was auch die Aussicht auf Heilung verbessert.

Operationsverfahren

Wenn Medikamente sowie beruhigende und physiotherapeutische Maßnahmen keine Besserung erzielen, sollte in Absprache mit dem Facharzt eine Operation in Betracht gezogen werden. Die Operationsverfahren richten sich hierbei jeweils nach Art der Verletzung.

So haben mechanische Beschwerden oder pathologische Veränderungen im Schultergelenk stets zielgerichtete Operationen zur Folge. Mit diesen soll beispielweise eine verlorengegangene Stabilität wiederhergestellt werden, sodass die ungehinderte schmerzfreie Funktion gewährleistet ist. Ebenso sollen Spätschäden oder gar ein Zweiteingriff für Korrekturen vermieden werden.
Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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