Zahl der Paracetamol-Vergiftungen sinkt www.thinkstock.de

Zahl der Paracetamol-Vergiftungen sinkt

Eine Überdosis des Schmerzmittels Paracetamol kann tödlich sein. Darüber haben wir auch in unserem Kopfschmerzen-Special berichtet. Forscher aus Großbritannien haben jetzt nachgewiesen, dass nach der Begrenzung der Packungsgröße weniger Menschen an Paracetamol-Vergiftungen gestorben sind. 

Was viele nicht wissen: Paracetamol belegt nach Alkohol Platz zwei auf der Liste der häufigsten chemischen Vergiftungsursachen, die zwischen 2002 und 2012 beim deutschen Giftinformationszentrum Nord eingegangen sind.

Die Spanne zwischen verträglicher und giftiger Dosis des Wirkstoffes ist sehr gering.  Je nach Körpergewicht und Vorschäden der Leber können schon sechs bis acht Gramm gefährlich werden, schreibt „spiegel-online“. Eine Tablette enthält in der Regel 500 Milligramm.

Die britische Regierung hat daher bereits im Jahr 1998 eine Begrenzung der Packungsgröße angeordnet. Der Erfolg zeigt sich jetzt nach einer Langzeitstudie. In England und Wales starben in den letzten zehn Jahren weniger Menschen an Paracetamol-Vergiftungen als in den Jahren zuvor. Die Ergebnisse zeigen einen eindeutigen Trend: Nach der Einführung der kleineren Packungen reduzierte sich die Zahl der Suizide und der Vergiftungen mit ungeklärter Ursache um 43 Prozent.

Trotz der Erfolge fordern die Forscher im „British Medical Journal“ die Packungsgrößen noch weiter zu reduzieren oder die Konzentration in den Tabletten zu verringern. Zwischen den Jahren 2000 und 2009 starben immer noch durchschnittlich 121 Menschen an einer Paracetamol-Vergiftung, zum Teil in Verbindung mit Alkohol.

Das  deutsche Bundesgesundheitsministerium beschloss daher 2009 die Packungsgrößen auch in Deutschland zu beschränken. Seitdem dürfen Apotheker die Tabletten nur noch nach Rezept oder in Schachteln mit maximal zehn Gramm verkaufen.

Mehr Infos zur Studie unter: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/paracetamol-kleine-packungen-von-schmerzmittel-retten-leben-a-881999.html
Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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