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Stallluft gegen Allergien

Wie eine aktuelle Untersuchung ergeben hat, scheinen Bakterien aus der Stallluft mitverantwortlich zu sein, ob ein Kind an Allergien leidet oder nicht.
Dreck reinigt den Magen und wer viel draußen ist, ist seltener krank – über den Wahrheitsgehalt solcher Aussagen  lässt sich trefflich streiten. Was allerdings stimmt: Kinder, die auf dem Bauernhof aufwachsen, leiden seltener an Allergien und Asthma als Stadtsprösslinge. Über ein Dutzend Studien haben nachgewiesen, dass dem so ist. Erika von Mutius, Allergologin und Kinderärztin aus München, ist seit Jahren auf der Suche nach dem Grund dafür. Nun ist ihr mit Kollegen aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden eine Entdeckung geglückt.

Bei der Frage, ob ein Kind an Allergien oder Asthma erkrankt, scheint die Hülle abgestorbener Bakterien eine Rolle zu spielen, die eigentlich auf den Ausscheidungen von Kühen leben. Neben vielen anderen Partikeln enthält der Stallstaub in der Luft auch eben diese Endotoxine. Im Versuch mit Mäusen wurde nachgewiesen, dass durch diesen Reiz das Immunsystem, vereinfacht ausgedrückt, in geringem Maße lahm gelegt wird. Dadurch reagiert es auf Allergene nicht mehr überempfindlich. Das auslösende Enzym, das nun entdeckt wurde, ist das Enzym A20. Ihre Erkenntnisse hat das Forscherteam kürzlich im Fachmagazin „Science" veröffentlicht.

Bei Versuchen mit menschlichem Gewebe konnten die Ergebnisse ebenfalls nachgewiesen werden. Die Forscher analysierten mit Zellkulturen von Lungengewebe gesunder Probanden und Asthma-Patienten, wie die Zellen auf Endotoxine reagieren. Das Ergebnis: Bei den Gesunden bildeten sich weniger der für Allergien typischen Entzündungsmoleküle als bei den Kranken. Darüber hinaus war das Enzym A20 bei den gesunden Probanden in größeren Mengen in den Zellen vorhanden als bei Asthmatikern. Daraus schließen die Forscher, dass A20 ein wichtiger Faktor beim Schutz vor Allergien und Asthma darstellt.

Interessant: Der Schutzmechanismus wird bereits in im Mutterleib aktiviert und in den ersten ein bis zwei Lebensjahren vollkommen ausgebildet.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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