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So wichtig ist Sonnenschutz

Die Hautbarriere – Unser „Haut-Konto“

„Unsere Haut ist ein eigenes, geschlossenes Ökosystem“, sagt Dr. von Liebe. Was die Einwirkung von Strahlen anbetrifft, hat sie unterschiedliche Mechanismen entwickelt, durch die sie sich schützen kann. Dazu gehört die Hornschichtverdickung („Lichtschwiele“) und die Pigmentierung durch Melanin („Hautbräunung“). Die Höhe des Eigenschutzes der Haut hängt vor allem von der individuellen Konstitution und dem Hauttyp ab. Er passt sich der jeweiligen UV-Intensität an. Dieser körpereigene Schutz reicht jedoch nicht unendlich. Man muss sich das Ganze wie eine naturgegebene Barriere vorstellen, die mit den verstreichenden Jahren immer dünner und durchlässiger wird, je öfter man sie beansprucht. Das Immunsystem der Haut kann die Defekte, die beispielsweise durch die UV-Strahlen entstehen, zwar über Jahre unterdrücken, dies aber letztendlich nur bis einem gewissen Grad. Deswegen sollte man schon sehr früh, nach Ärzte-Rat sogar von Kindesbeinen an, vorsorgen. In gewisser Weise spart man auf eine Art „Haut-Konto“, hat man das Konto irgendwann beispielsweise aufgrund jahrelanger und zahlreicher Solarium-Besuche und Sonnenexpositionen überzogen, werden die Defekte in Form von bösartigen Tumoren auf der Haut sichtbar.


Schutzmaßnahmen

Wie bereits erwähnt ist es wichtig, Kinder stets mit ausreichendem Sonnenschutz zu versorgen. Die Kinderhaut ist noch empfindlicher, ihre Lederhaut noch schwächer als die der Erwachsenen. „Umso wichtiger ist es, Kinder nicht allzu lange mit blanker Haut der Sonne auszusetzen“, sagt die Ärztin besorgt.

„Wichtig ist es, Sonnenbrände zu vermeiden. Denn jeder Sonnenbrand erhöht das Hautkrebs-Risiko erheblich“, betont Dr. von Liebe.“ Des Weiteren sollte man freiliegende Hautpartien stets mit einen Sonnenschutzmittel behandeln. Man sollte aber dringend darauf achten, dass diese sowohl im UV-A- als auch im UV-B-Bereich schützen. Am besten trägt man die Sunblocker mindestens 30 Minuten vor dem Sonnenbad auf.

Seit einigen Jahren versuchen sich die Forschung und die Bekleidungsindustrie an der Entwicklung von Kleidung mit integriertem Sonnenschutz. Hier werden UV-absorbierende Mikropigmente bereits bei der Polymerherstellung fest in der Polyestermatrix verankert. So soll die Schutzfunktion über die Lebensdauer des Kleidungsstücks hinweg erhalten bleiben ohne sich durch Tragen, Waschen oder Reinigen der Textilien zu verringern. Das ist insbesondere auch für Sportler, die sich viel unter dem freien Himmel aufhalten, interessant, denn dieser anziehbare Sonnenschutz bietet einen Lichtschutzfaktor von mindestens 80. Beispielsweise bietet die Firma Hyphen von der Stiftung Warentest als sehr gut befundene Sonnenschutzkleidung und spezielle UV-Schutzartikel für Kinder.

„Überhaupt wird dringend empfohlen, jährlich, aber spätestens alle zwei Jahre, sich einem Hautcheck zu unterziehen“, sagt die Ärztin, “ da der Hautkrebs speziell bei der hellhäutigen Bevölkerung drastisch zunimmt.“


Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team
 

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