GNet extreme mit Surf-Heldin Bethany Hamilton BethanyHamilton.com

GNet extreme mit Surf-Heldin Bethany Hamilton

Bethany Hamilton ist ein Wunder auf zwei Beinen. Der Surf-Profi wurde im Alter von 13 Jahren von einem Tigerhai vom Brett gerissen. Das Raubtier trennte mit seinen messerscharfen Zähnen ihren linken Arm vom Körper ab. Trotzdem steht die junge Frau heute wieder auf dem Board. Einarmig und doch stark und selbstbewusst reitet Bethany Hamilton auf den rasenden Wellen der Weltmeere, ohne auch nur ein bisschen ihrer Freude am Surfen eingebüßt zu haben.

Wenn das Schicksal einem mit einer derartigen Wucht trifft, wie es bei Bethany Hamilton der Fall war, dann bleibt man entweder liegen und verabschiedet sich vom Leben oder man rafft sich mühsam wieder auf und kommt stärker denn je zurück. Die US-Amerikanerin ist ein Vorbild, ein Leitbild für den Glauben an sich und an die Courage, „ja“ zum Leben zu sagen. Es zu nehmen, wie es kommt und das Beste daraus zu machen. Ihre beeindruckende Geschichte wurde 2011 verfilmt (Heart of a Soul Surfer). Wir hatten die Ehre, mit der „Unverwüstlichen“ zu sprechen…

 bethany in action

GesünderNet: Deine kurioseste Verletzung war…

 

Bethany Hamilton: Einmal bin ich bei richtig schwerem Seegang gesurft. Gerade als ich aufgeben wollte, fiel ich vom Board und wurde von den Wellen durch ein Riff geschliffen. Dabei rieb mir ordentlich den Hintern auf. Das Dumme war, dass ich am nächsten Tag einen sehr langen und ziemlich unangenehmen Flug hatte…

GesünderNet: Wie viele bzw. welche Verletzungen hast Du überhaupt schon gehabt?

 

Bethany Hamilton: Die nennenswerteste Verletzung war der Verlust meines Armes aufgrund des Haiangriffs mit 13 Jahren. Außerdem hat ich eine tiefe Schnittwunde durch die Finne meines Boards und eine kleine Knieverletzung.

GesünderNet: Dein seltsamster Krankenhausaufenthalt/Deine seltsamste Begegnung mit einem Arzt?

Bethany Hamilton: Der Anblick des Arztes, der an meinem Armstumpf herumhantierte.

GesünderNet: Hast Du schon mal alternative Heilmethoden ausprobiert?

Bethany Hamilton: Ich mag Akupunktur sehr gerne. Ich versuche, moderne Medizin so gut es geht zu vermeiden.

GesünderNet: Deine beste Erfahrung in Sachen Heilung ist

Bethany Hamilton: Ich arbeite mit Dr. Dustin Dillberg von der „Pain Free Kauai“ hier in Haiwaii zusammen, der integrative Medizin* praktiziert. Er berät mich immer meiner Situation entsprechend. Wir arbeiten vornehmlich mit Akupunktur in Verbindung mit einem sogenannten „egoscue menu“. Letzteres besteht aus einer Kombination verschiedener Dehnübungen, die genau auf mich in meiner jeweiligen Situation abgestimmt sind. Mit dieser Methode mache ich regelmäßig die besten Heilungserfahrungen.

GesünderNet: Wie hilfst Du Dir bei Nervosität und in heiklen/gefährlichen Situationen?

Bethany Hamilton: Ich checke immer zuerst die Seeverhältnisse und wäge jedes Mal für mich ab, ob ich rauspaddeln soll oder nicht. Ich respektiere die See enorm, aber ich bin auch immer bereit mit dem zu dealen, was da draußen auf mich wartet. Wenn es darauf ankommt, versuche ich mich auf mein Ziel zu fokussieren und gebe alles um es zu erreichen. Ich glaube, es ist überlebenswichtig, in gefährlichen Situationen ruhig zu bleiben.

GesünderNet: Gibt es denn eine Story, die Du uns erzählen kannst, in der Du Dich aus einer brenzligen Situation selbst befreit hast?

Bethany Hamilton: Die offensichtlichste Geschichte ist mein überlebter Haiangriff. Als das passierte, blieb ich erstaunlich ruhig. Ich betete und glaubte fest an Gott. Ich dachte an nichts anderes als daran, das Ufer zu erreichen. Der Vater meiner Freundin Alana Blanchard paddelte vor mir weg, und ich hielt mich mit meinem heilen Arm an seinen Surfshorts fest. Alana paddelte neben mir und achtete darauf, dass ich nicht in Ohnmacht falle. Die ganze Zeit, dachte ich nur daran, dass alles wieder gut werden würde, wenn wir den Strand erreichen. Dank meinen Helfern und dem Arzt wurde ich dann tatsächlich gerettet.

Wenn ich mich an die Zeit danach zurückerinnere, dann bin ich erstaunt, wie „unverwüstlich“ ich eigentlich mit 13 Jahren war. Nachdem ich begriffen hatte, dass mein Arm für immer weg war, akzeptierte ich die Sache und kehrte schnell in meinen Alltag zurück. Neben der Tatsache, dass meine Familie und Freunde mir zur Seite standen, war ich vor allem deswegen dazu fähig „einfach“ weiterzumachen, weil ich einen tiefen, innigen Glauben an Gott hatte. Ich betete viel und war mit seinem göttlichen Plan für mein Leben einverstanden. Ich wusste, dass dieser schreckliche Haiangriff eine tiefere Bedeutung hatte und dass aus diesem schockierenden Ereignis etwas Wunderbares erwachsen würde. Sonst hätte er so etwas niemals erlaubt (Römer 8,28). Jetzt, acht Jahre später, bin ich der beste Beweis dafür, dass selbst aus einer Tragödie etwas Gutes werden kann. Durch meine Zielstrebigkeit und meinem Glauben konnte ich einigen Leuten Mut machen und ihnen Hoffnung geben. Mein Glaube war also für mich der beste Weg, mich aus meiner Situation zu befreien.

GesünderNet: Was hat Dir Dein Sport an körperlichen und seelischen Fähigkeiten gebracht?

Bethany Hamilton: Das Surfen gab mir vor allen Dingen Selbstverstrauen. Es half mir zu akzeptieren, wer ich war. Das macht mich stark für den Alltag.

GesünderNet: Triffst Du besondere gesundheitliche Vorsorgemaßnahmen, bevor Du losziehst?

Bethany Hamilton: Für mich als einarmige Surferin, ist es wichtig, dass meine Wirbelsäule gesund und stark ist. Ich muss mich auf dem Board halten können und muss jede Bewegung, die andere mit zwei Armen ausgleichen würden mit dem Rückgrat ausbalancieren. Ich muss vorsorgen und darf am Rücken nicht abbauen, da mir das sonst richtige Probleme bereiten könnte. Und hier kommt wieder die integrative Medizin zum Einsatz. Mein Trainer und mein Heilpraktiker Dustin Dillberg helfen mir hier vor allem mit der der „Egoscue-Methode“. Und natürlich achte ich auch sehr auf meine Ernährung. Du bist, was Du isst!

GesünderNet: Wie siehst Du den größten körperlichen Verschleiß in Bezug auf Deinen Sport?

Bethany Hamilton: Also bei uns Surfern sind es auf jeden Fall immer die Schultern, die Knie und der Rücken. Außerdem sind wir sehr viel in der Sonne und können daher Hautschäden bekommen.

GesünderNet: Hast Du einen besonderen Gesundheitstipp für Deine Sportkollegen?

Bethany Hamilton: Ich kann nur sagen: Ihr könnt all Eure Ziele erreichen! Seht nur zu, dass Ihr Euch gesund ernährt und nicht vergesst für später vorzusorgen, in dem Ihr Euch fit haltet. Ansonsten ist das Wichtigste, einfach Spaß an Eurem Sport zu haben!

Mehr über Bethany erfährt Ihr hier: www.BethanyHamilton.com

 

 

* Die integrative Medizin arbeitet mit körperlichen und laborchemischen Gesundheits-Checks, Physiotherapie, Akupunktur, Ernährungsanalysen und weiteren Naturheilverfahren sowie bei Bedarf mit systemisch orientierten Coaching, die auf die Ursachen einer Erkrankung unter Berücksichtigung der individuellen Krankheitsgeschichte abzielen.

 

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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