GNet extreme mit BMX-Profi Tobias Wicke Viktor Strasse

GNet extreme mit BMX-Profi Tobias Wicke

Tobias Wicke wollte als kleiner Junge Arzt werden oder in der Bundeswehr Karriere machen. Doch irgendwann wurde aus seinem Dreirad ein Bike und aus dem kleinen Jungen kein Arzt, sondern ein BMX-Profi mit zahlreichen Titeln, der Kids und Jugendlichen dieselben akrobatischen Tricks beibringt, die er selbst so meisterhaft beherrscht.

Tobias Wicke ist mehrfacher Deutscher BMX-Meister. Zudem gewann er 2005 die LG-World Championship und im Jahr 2000 die Playstation BMX-Weltmeisterschaft. Körperbeherrschung und Konzentration gehören zu den absoluten Anforderungen seines Berufes als BMX-Profi. Sieht man die vielen Bilder von seinen „Stunts“, weiß man auch warum. Es sind waghalsige Sprünge in schwindelerregenden Höhen. Warum ein so helles Köpfchen lieber jeden Tag das Schicksal herausfordert, anstatt Arzt zu werden, versuchten wir in einem Gespräch mit Tobi herauszufinden.

tobias wicke in action

GesünderNet: Was war Deine kurioseste Verletzung?

Tobias Wicke: Ich habe mir vor etwa 5 Jahren eine Talus Fraktur zugezogen, als ich einen, für mich neuen Trick bei der deutschen Meisterschaft probierte. Der Talus ist ein kleiner Knochen im Fußgelenk und wird erst unter großen Umständen bzw. Höhen in Mitleidenschaft gezogen. Bevor er bricht, würde man sich laut meinem Arzt eher den Fuß komplett zertrümmern. Somit hatte ich ja wirklich Glück und musste mein Rad nur für zwei Monate stehen lassen. Das Ganze hätte also auch schlimmer ausgehen können und war somit bisher meine kurioseste Verletzung. Am Ende reichten die Punkte dennoch und ich konnte meinen Titel wieder mit nach Hause nehmen.

GesünderNet: Wie viele und welche Verletzungen hast Du überhaupt schon gehabt.

Tobias Wicke: Durch mein jahrelanges Training habe ich gelernt, wie man relativ kontrolliert fällt. Daher hatte ich bis jetzt zumindest keine lebensbedrohlichen Verletzungen davongetragen. Ich habe durchschnittlich eine Verletzung im Jahr. Da spreche ich von Dingen wie Schlüsselbeinbruch, gerissene Kreuzbänder oder Menisken, etlichen Platzwunden, Schleimbeutelentzündungen, sowie etlichen Prellungen.

GesünderNet: Was war dein seltsamster Krankenhausaufenthalt?

Tobias Wicke: Für mich sind alle Krankenhausaufenthalte seltsam. Ich fühle mich dort einfach nicht wohl, eingesperrt und gelangweilt. Es riecht nach Medizin und man sieht leider viele kranke Menschen. Das ist kein schönes Gefühl und ich möchte jedes Mal einfach nur so schnell es geht wieder raus und rauf auf mein BMX.

GesünderNet: Hast Du schon mal alternative Heilmethoden ausprobiert?

Tobias Wicke: Nein bis jetzt noch nicht, aber ich bin auch nicht dagegen und würde es sicher mal probieren.

GesünderNet: Der beste Heilungsprozess, den Du an Dir erlebt hast…

Tobias Wicke: Das ist schwierig zu sagen. Was allerdings irre ist, offene Wunden heilen bei mir wirklich extrem schnell! Das finde ich super cool.

GesünderNet: Wie hilfst Du Dir bei Nervosität und in gefährlichen Situationen?

Tobias Wicke: Gegen Nervosität komme ich einfach nicht an. Ich glaube, so geht es sicher allen Sportlern vor dem Start. Sobald ich bei einem Wettbewerb kurz vor meinem Lauf stehe, geht es bei mir einfach nur noch drunter und drüber im Kopf. Dann setze ich mich auf mein Rad und gehe in mich, um mir meinen Run noch einmal genau durch den Kopf gehen zu lassen. Das Schöne ist, dass die Nervosität dann schlagartig verschwunden ist, sobald ich in die Rampe fahre. So kann ich mich dann direkt auf meine anstehenden Tricks konzentrieren. Eventuelle Gefahren gehe ich spontan an. Beispielsweise wenn ich in einer Backflipvariation das Rad aus irgendeinem Grund wegschmeißen muss, versuche ich dann trotzdem auf den Füßen zu landen und bestmöglich den Aufprall durch Abrollen des Körpers abzudämpfen.

GesünderNet: Was glaubst Du hat Dir Dein Sport an körperlichen und seelischen Fähigkeiten gebracht?

Tobias Wicke: Auf jeden Fall bekommt man ordentlich Muskeln, die permanent beansprucht werden, sowie ordentlich Reaktionsvermögen, Kreativität, Geschicklichkeit, Gleichgewichtssinn und vor allem motorisches Verständnis. Damit meine ich, dass die verschiedenen Körperteile auch wirklich das machen, was ich will.

GesünderNet: Die extremste Lage, in die dich dein Sport bisher geführt hat

Tobias Wicke: Ich habe einmal mit ansehen müssen, wie ein Sportkollege von mir lebensgefährlich gestürzt ist. Das war emotional als auch psychisch grenzwertig.

GesünderNet: Triffst Du besondere gesundheitliche Vorsorgemaßnahmen bevor Du losziehst?

Tobias Wicke: Direkt gesundheitliche Vorsorgemaßnahmen treffe ich nicht. Ich treibe nebenbei gerne Sport der mir Spaß macht, um mich fit zu halten (z.B. Snowboarding, Tischtennis, Bowling, „normales“ Radfahren, Badminton, etc.). Vor jedem BMX Training ziehe ich mir dann immer meine Schutzkleidung an, das heißt ich trage Schienbeinschoner, Knieschoner, Handschuhe und ganz wichtig einen Helm.

GesünderNet: Wo siehst Du den größten körperlichen Verschleiß in Bezug auf Deinen Sport?

Tobias Wicke: Der größte Verschleiß liegt sicherlich bei den Knien. Fast alle meine BMX-Kollegen weltweit haben Probleme mit den Knien. Dicht gefolgt sind leider auch die Zähne im Mund, sowie diverse Knochenbrüche und unzählige Platzwunden.

GesünderNet: Hast Du einen besonderen Gesundheitstipp für deine Sportkollegen?

Tobias Wicke: Safety First!

Man sollte immer auf sein Inneres hören und seine eigenen Grenzen nur dann überschreiten, wenn man sich wirklich sicher ist, sie meistern zu können. Und vor allem sollte man sich da nicht von anderen beeinflussen zu lassen!

 

Mehr über Tobias erfahrt hier auf seiner Homepage: www.tobiaswicke.de

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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