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Verhütung

Statt Kondom? - Pille für Männer

Um eine Schwangerschaft zu verhindern, gibt es diverse Methoden. Eine, die bisher noch fehlt: Die Pille für den Mann. Aber die Forschung ist dran.
Stichwort: Familienplanung. Es gibt viele Methoden, eine Schwangerschaft zu verhindern. Doch mit Ausnahme des Kondoms liegt diese Verantwortung fast immer bei der Frau. Pille, Spirale, Hormonstäbchen, Hormonring – alles Dinge, die den weiblichen Körper zur Empfängnisverhütung manipulieren. Das kann sich zukünftig ändern. Schon seit einigen Jahren forschen Wissenschaftler zum Thema Männerpille. Gibt es eine Möglichkeit, den Mann vorrübergehend unfruchtbar zu machen? Ja, doch über das Wie besteht noch Uneinigkeit.

Klar ist: Man kann mittels Hormonen dafür sorgen, dass die Spermienbildung soweit gedrosselt wird, dass Männer für eine bestimmte Zeit unfruchtbar sind. Die richtige Zusammensetzung ist allerdings noch nicht ausreichend erforscht.

Spermabildung mit Hormonen reduzieren

Eine von der Weltgesundheitsorganisation WHO unterstütze Studie hat zumindest in ihrer Wirksamkeit erste Erfolge gezeigt. Von den 320 Männern, die mit ihren Partnerinnen teilgenommen haben, reduzierte sich bei 95,9 Prozent die Spermienkonzentration auf 1 Million oder weniger je Milliliter Ejakulat. Normal sind 15 Millionen. Diese Verringerung reiche aus, um die Männer unfruchtbar zu machen. Das war das positive Fazit, das die Forscher aus ihren Untersuchungen zogen.

Als in der zweiten Phase der Studie die Paare ausschließlich mit der Hormonspritze für Männer verhüteten, wurden einige Frauen der teilnehmenden Paare innerhalb eines Jahres schwanger. Der Schnitt lag bei 1,57 pro 100 Frauen. Damit ist die „Männerpille“ zwar nicht ganz so sicher wie die für die Frau, bei der der Wert bei 0,1 bis 0,9 ungewollten Schwangerschaften je 100 Frauen pro Jahr liegt.

Pille für den Mann - Nebenwirkungen

Zu kämpfen hatten die Studienteilnehmer allerdings auch mit Nebenwirkungen. Zwar waren die meisten nicht gravierend (Akne, Muskelschmerzen, gesteigerte Libido), jedoch schlug bei manchen Männern die Hormongabe auch aufs Gemüt. 54 der Probanden klagten über emotionale Störungen, neun litten an depressiven Verstimmungen oder Depression und ein Teilnehmer beging nach der dritten Hormonspritze Selbstmord. Das führte letztlich zum Abbruch der Studie, obwohl die Familie des Opfers persönliche Gründe als Triebfeder für den Selbstmord angab.

Nachdem die Männer nach Abbruch der Studie keine Hormone mehr bekommen hatten, erreichten 94,8 Prozent von ihnen nach einem Jahr wieder normale Spermienmengen. Zwei Drittel der Paare würden trotz der Nebenwirkungen die Pille für den Mann als Verhütungsmethode weiterhin nutzen.
Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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