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Wissenschaft und Mythos

Mythos: Hilft Alkohol bei der Verdauung?

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Der Restaurantbesuch endet meist mit dem Zuprosten von Hochprozentigem. Schließlich hilft Schnaps bei der Verdauung. Oder etwa nicht? Das sagt die Wissenschaft.

Bereits 2010 versuchten Schweizer Wissenschaftler dem Phänomen mit dem Hochprozentigen auf die Spur zu kommen. Dem Heimatland der Forscher angemessen, war die Auswahl des kalorienhaltigen Essens in Phase 1 der Studie. Die Probanden verspeisten ein üppiges Käsefondue mit einem Fettanteil von 32 Prozent (ca. 780 kcal). 20 Teilnehmer, davon 14 Männer, im Alter von 23 und 58 Jahren nahmen an der Studie teil.

Je mehr Alkohol desto schlechter die Verdauung

Entscheidend war die Beigabe der Getränke. Während ein Teil der Teilnehmer eine halbe Flasche Wein zum Essen trank, bekam ein anderer Teil schwarzen Tee. Einige erhielten nach dem Essen zusätzlich Wasser, während andere den obligatorischen Verdauungs-Schnaps serviert bekamen. Das Ergebnis: Je mehr Alkohol aufgenommen wurde, umso trägerer agierte das Verdauungssystem. Vor allem die Kombination aus Wein und Schnaps schien die Verdauung um eine Vielfaches zu hemmen.

Warum das so ist, ist nicht eindeutig geklärt. Ärzte vermuten, dass der Alkohol die Muskulatur der Magenwände entspannt, was die Magentätigkeit, wie Pumpbewegungen, bei der Verdauung ausbremst. Und das, so vermuten Experten, löse den Placeboeffekt beim Verdauungs-Schnaps aus. Die Entspannung sorgt für ein angenehmes Wärmegefühl, hilft aber nicht beim Kampf mit den Kalorien. Die Magenentleerung mit Hochprozentigem wird eher stark verzögert als vorangetrieben.

Der richtige Schnaps zur richtigen Zeit

Im Gegensatz zum alkoholhaltigen Degistif empfehlen Ernährungsexperten den richtigen Aperitif. Einige hochprozentige Getränke, wie Sherry, Portwein oder auch Pils, enthalten spezielle Bitterstoffe. Diese Bitterstoffe stimulieren spezielle Zellen der Magenschleimhaut, wodurch mehr Säure freigesetzt wird. Die Säure hilft wiederum reichhaltige Gerichte besser zu verdauen. Um den Geschmack der Speisen durch den Aperitif nicht zu verfälschen, sollten Sherry und Co. circa eine halbe Stunde vor dem Essen genommen werden.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team