Clean Eating – was ist das? AOK Hessen

Clean Eating – was ist das?

Zurzeit in aller Munde: clean eating. Klingt hip, klingt gesund. Doch was bedeutet „clean eating“ eigentlich genau?

Neue Energie dank Superfoods

„Clean Eating“ klingt nicht nur hip, sondern auch nach gesunder und leichter Kost. Doch ist es damit getan? Nicht ganz. Denn das Grundkonzept umfasst in erster Linie die Verwendung von Nahrungsmitteln, die natürlich, vollwertig und unverarbeitet sind. Also ohne Farb-, Geschmacks- oder Konservierungsstoffe, ohne gesüßte Säfte und ohne Weißmehl und Zucker. Natürlich könnte man die Liste der Tabu-Zutaten noch lange fortführen, aber als erste Orientierung deckt die Aufzählung schon einiges ab.

Doch Clean Eating bedeutet nicht nur Verzicht, sondern auch die Verwendung von Lebensmitteln, die für viele möglicherweise in ihrem Speiseplan noch neu sind. Allen gemein ist, dass sie eine Vielzahl von Vitaminen enthalten, einen hohen Nährstoffgehalt haben und den Körper mit den notwendigen Spurenelementen und Mineralstoffen versorgen. Diese Lebensmittel nennt man, mindestens ebenso hip, neudeutsch „Superfoods“.

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Handelt es sich hierbei wirklich um eine neue Form der Ernährung? Wirklich neu ist das Thema nicht. Früher sprach man einfach von einer „gesunden und vollwertigen Ernährung“. Auf der anderen Seite wird dieser Vergleich der Clean-Eating-Bewegung nicht ganz gerecht. Denn neben der Verwendung natürlicher Rohstoffe, wie Fisch, Fleisch, Gemüse, Salat, Obst und Vollkornprodukte, werden die Gerichte mit Superfoods angereichert.

Entgegen der neumodischen Bezeichnung handelt es sich hierbei jedoch eher um alte und teilweise in Vergessenheit geratene, natürliche Lebensmittel. Aktuell in aller Munde: die Chia-Samen. Diese Samen, die bereits den Azteken zur Stärkung dienten, enthalten besonders viele Omega-3-Fettsäuren. Diesen ungesättigten Verbindungen, die der Körper nicht selber herstellen kann, werden verschiedene gesundheitsfördernde Effekte zugesprochen. Neben der durchblutungsfördernden Wirkung sind besonders die positiven Auswirkungen auf Gefäße, Blutdruck und Entzündungsmediatoren zu erwähnen.

Mindestens ebenso bekannt ist Stevia. Stevia wird als Zuckerersatzstoff verwendet und hat im Gegensatz zu den chemisch hergestellten Alternativen keine negativen Auswirkungen auf den menschlichen Körper, solange es in haushaltsüblichen Mengen konsumiert wird. Weitere bekannte Superfood-Lebensmittel sind Kurkuma, Quinoa oder Aloe vera.

Kritisch betrachtet muss man sagen, dass in Zeiten des Klimawandels ein Import transatlantischer Lebensmittel nicht gerade eine positive CO2-Bilanz abgibt und daher wenig nachhaltig ist. Eine ähnliche und nahezu genauso positive Nährstoffzusammensetzung wie Chia-Samen haben beispielsweise Leinsamen – noch dazu sind sie wesentlich günstiger. Aber auch andere heimische Produkte, die nicht das Label „Superfood“ tragen, haben eine super Nährstoffbilanz. Beispiele sind Sonnenblumen- und Kürbiskerne, Gartenkräuter, diverse Kohlsorten, Haferflocken, Honig, Rote Beete und rote Beerenfrüchte – um hier nur einige zu nennen.

Sollte ich meine Ernährung umstellen oder esse ich bereits „clean“?

Wer bei seiner Ernährung auf die Qualität der Nahrungsmittel achtet und darauf, dass sie vollwertig, frisch und nicht industriell verarbeitet sind, isst quasi bereits „clean“. Wer darüber hinaus noch seinen Speiseplan mit ein paar der eben genannten Superfoods bereichern möchte, tut bereits viel für seine gesunde Ernährung und damit für einen gesunden Körper.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team