AHA bis Urea – Schönmacher-Wirkstoffe - Teil 3 istockphoto.com/DomenicoGelermo

AHA bis Urea – Schönmacher-Wirkstoffe - Teil 3

Die Schönheitsindustrie hat eine Menge an Wirkstoffen und Substanzen auf den Markt gebracht, von denen wir teilweise keine klare Vorstellung haben, was sie wirklich sind, wo sie eingesetzt werden und welche Wirkungen sie haben. Wir bieten Euch hier einen kleinen Überblick über die bekanntesten Wirkstoffe in Kosmetika…

Alpha-Hydroxysäure (Fruchtsäure) „AHA“(alpha-hydroxy-acid)

Alpha-Hydroxysäuren sind kurzkettige Carbonsäuren. Sie finden sich verstärkt in Früchten und anderen Pflanzen wieder, weswegen man sie zum Teil auch als Fruchtsäuren bezeichnet. Aber auch Milchsäure und Glykolsäure sind Alpha-Hydroxysäuren. AHAs werden in verschiedenen Kosmetikprodukten verarbeitet und haben verschiedene Wirkungen. Man geht davon aus, dass AHAs das Zellwachstum stimulieren. Auch sollen sie Pigmentflecken mindern und Hornschüppchen auf der Haut entfernen. Des Weiteren soll AHA die Aufnahmebereitschaft der Haut für andere Wirkstoffe erhöhen. Dabei sollen Effekte wie eine straffere, ebenmäßigere Haut zu beobachten sein. In der Dermatologie wurden Hydroxysäuren bei Akne und Rosazea angewandt, um Hyperkeratosen (übermäßige Verhornung der Haut) zu beseitigen. In der Kosmetik beinhalten vor allem Peelings den Wirkstoff, um die obere Schicht der Haut abtragen zu helfen. Die Wirkung als Anti-Aging-Mittel wurde der Hydroxysäure wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen.

Antioxidantien

Antioxidantien kommen in verschiedenen Nahrungsbestandteilen vor. Vor allem Vitamine, Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe stellen Antioxidantien dar. Sie schützen den Körper vor den so genannten freien Radikalen, sind also „Radikalfänger“. Unter freien Radikalen versteht man Stoffwechselprodukte, die teilweise im Körper erhalten bleiben, um diesen an ein höheres Maß ihres Vorkommens zu gewöhnen. Steigt die Konzentration im Körper jedoch um ein Vielfaches an, wirken freie Radikale zellschädigend. Denn sie sind Moleküle mit einem Elektron. Deswegen erzeugen sie auch permanent Reaktionen mit anderen Stoffen, indem sie diesen wiederum die Elektronen entreißen. So entstehen noch mehr freie Radikale. Lebenswichtige Proteine, Zellwände und sogar die Erbsubstanz wird so immer stärker in Mitleidenschaft gezogen. Antioxidantien verbinden sich mit den freien Radikalen und beugen so einer Reaktion mit anderen Molekülen vor. Antioxidantien nimmt man am besten über die Nahrung auf. Lebensmittel wir Nüsse, Zwiebeln, Tomaten beinhalten diese. Auch Cremes können Antioxidantien enthalten. Allerdings sollen sie hier die Oxidation der kosmetischen Inhaltsstoffe durch Luftsauerstoff verhindern.

Salz des Toten Meeres (TMS)

Das Salz aus dem Toten Meer kannte man bereits im Altertum für seine heilende Wirkung bei verschiedenen Hauterkrankungen. TMS unterscheidet sich in seiner Zusammensetzung ganz erheblich von anderen Salzen und Meersalzen. Besonders ist die Tatsache, dass der Salzgehalt beim TMS bei 30 Prozent liegt, was 10-Mal höher als andere Meersalze ist. Dadurch finden sich erhöhte Konzentrationen von Mineralien, wie Magnesium, Calcium und Kalium. Dieser konzentrierte Mineralgehalt sorgt dafür, dass die Haut angereichert wird. Als Katalysatoren des Zellstoffwechsels schützen Magnesium Ionen z.B. vor der Hautalterung. In Peelings und Waschlotionen sorgt TSM für eine Regulierung der Hautabschuppung. Auch die Talgbildung in den Hautporen wird so normalisiert. Das Salz aus dem Toten Meer hat sich jedoch vor allem zur Behandlung von Neurodermitis und Schuppenflechte bewährt, da es durch die Zusammensetzung der Mineralien einerseits die Abschuppung normalisiert, die Haut beruhigt, Juckreiz mildert und andererseits auch die Hauterneuerung und -heilung beschleunigt.

Urea (Harnstoff)

Urea ist ein Wirkstoff, der im Körper enthalten ist. Es wird mit dem Urin ausgeschieden. In der Kosmetik wird Urea synthetisch hergestellt. Harnstoff besteht zum größten Teil aus Ammoniak und Kohlendioxid. Urea findet man in kristallinem Zustand, es löst sich jedoch in Wasser gänzlich auf. Aufgrund seiner hohen Wasserbindungsfähigkeit wird Urea häufig als Feuchtigkeitsspender in Cremes eingesetzt. Besonders eignet sich Urea bei sehr trockener und schuppiger Haut, da es aufgrund seiner polaren Struktur die Feuchtigkeit in der Haut hält. Auch bei Akne und Neurodermitis soll Urea helfen können, da es Juckreiz mildernd wirkt.

 

Quellen:

Bräutigam Brigitte, Lexikon der kosmetischen Rohstoffe, Books on Demand, 2010

Bräutigam Brigitte, Lotion, Cream & Badeschaum: Natürliche Kosmetik Selber Machen, Books on Demand, 2010

Elsässer Sabine, Körperpflegekunde und Kosmetik, Springer Medizinverlag, 2. Auflage, 2008

Halen, Vanessa, Die neuen Schönmacher, Books on Demand, 2008

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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