Liposome bis Q10 – Schönmacher-Wirkstoffe  - Teil 2 istockphoto.com/DomenicoGelermo

Liposome bis Q10 – Schönmacher-Wirkstoffe - Teil 2

Die Schönheitsindustrie hat eine Menge an Wirkstoffen und Substanzen auf den Markt gebracht, von denen wir teilweise keine klare Vorstellung haben, was sie wirklich sind, wo sie eingesetzt werden und welche Wirkungen sie haben. Wir bieten Euch hier einen kleinen Überblick über die bekanntesten Wirkstoffe in Kosmetika…

Liposome (Lipid-Membranvesikel)

Liposome sind aus Lipidmembranen geformte, kugelförmige Hohlkörper mit einem wässrigen Kern, die Nanometer klein sind. Lipidmembrane sind dabei ein Bestandteil des Biomembrans und dient der Trennung von einzelnen Bereichen einer lebenden Zelle. In der Medizin und der Pharmazie dienen sie als eine Art Vehikel, um bestimmte Arzneistoffe im Körper zu transportieren. Auch in der Kosmetik werden Liposome als Trägermittel verwendet, um Wirkstoffe oder Wasser in die Haut hineinzuschleusen. Je kleiner die Liposome ausgeformt sind, desto tiefer können sie in die einzelnen Hautschichten gelangen. Dabei werden diese entweder leer verwendet oder mit wasserlöslichen Wirkstoffen beladen, die sich im Innenraum auflösen. In der Kosmetik beinhalten viele Cremes und Gele Liposome. Der erste liposomhaltige Kosmetikartikel wurde von Dior hergestellt. In der heutigen Zeit ist der Hinweis auf enthaltene Liposome auf fast allen Cremes gegen Hautalterung, aber auch auf allen möglichen anderen Schönheitsprodukten, wie z.B. Lotionen, zu finden. Dank des Transports von wasserhaltigen Wirkstoffen durch Liposome wird die Hydration (Befeuchtung) der Hornhaut und der Epidermis erreicht.

Panthenol (Provitamin B5)

Panthenol selbst ist noch kein Vitamin. Es ist lediglich die Vorstufe des Vitamins Pantothensäure (Provitamin B5). Es hat aufgrund seiner Eigenschaft die Fähigkeit, leicht in die obere Hornschicht der Haut einzudringen. Erst hier wird aus dem Panthenol Pantothensäure. In der Medizin wird Panthenol zur Beschleunigung der Wundheilung der Haut sowie der Schleimhaut verwendet. Die Kosmetik findet aufgrund seiner glättenden Wirkung unterschiedliche Verwendung für das Panthenol. Besonders häufig wird es eingesetzt, um gereizte Haut zu beruhigen und Juckreiz sowie ähnliche unangenehme Reaktionen der Haut zu mildern. Panthenol verstärkt darüber hinaus die Hautbarriere und dient auch dazu, der Haut Feuchtigkeit zu spenden. Neben der Verwendung in Cremes ist das Provitamin auch oft in Shampoos, Haar-Pflegemitteln, Deos und Zahnpflegemittel zu finden. Auch in After-Sun-Lotionen kommt Panthenol vor, da die Haut nach dem Sonnenbaden oftmals dehydriert ist.

Poly-L-Milchsäure (Poly-L-Laktid)

Poly-L-Milchsäure ist die kristalline Form der Polymilchsäure, einem Teil von Poly-alpha-Hydroxy-Säuren, die einer Klasse von Polyestern angehören. Zwar kommen diese teilweise in der Natur vor, doch der Großteil wird synthetisch hergestellt. Poly-L-Milchsäure findet man in unterschiedliche Cremes. Hauptanwendungsgebiet ist jedoch der Einsatz als Falten-Filler, welches unter die Haut eingespritzt wird. Hier wird sie vollständig in Milchsäure umgewandelt und resorbiert. Dabei wird die körpereigene Kollagenproduktion angeregt. Jedoch sind bei tieferen Falten zwei bis drei Behandlungen notwendig, um ein sichtbares Ergebnis zu erhalten. Die Korrektur der Falte durch Kollagenbildung tritt dabei erst nach mehreren Wochen ein.

Q10

Q10 ist ein Koenzym. Koenzyme sind Substanzen, die durch ihr Zusammenwirken mit Enzymen biochemische Reaktionen beeinflussen. Q10 ist in beinahe jeder Zelle der Körpers enthalten. Es unterstützt die Oxidation von Nährstoffen in den Mitochondrien (Organelle, die der Energiegewinnung dienen) und unterstützt gleichzeitig die Zellatmung. Als fettlösliche Substanz schützt das Koenzym die Zellmembranen und verhindert ihre Alterung, indem es die Zellatmung sicherstellt. Auf der Haut angewendet, kann Q10 dem Alterungsprozess der Zelle und damit der Haut auf dieselbe Weise entgegenwirken. Außerdem stimuliert Q10 die Zellregeneration.

 

  

Quellen:

Bräutigam Brigitte, Lotion, Cream & Badeschaum: Natürliche Kosmetik Selber Machen,

Elsässer Sabine, Körperpflegekunde und Kosmetik, Springer Medizinverlag, 2. Auflage, 2008

Hübner Jutta, Komplementäre Onkologie, Schattauer Verlag, 2008

Kerscher Martina, Dermakosmetik, Steinkopff Verlag, 2. Auflage, 2009

Schubert Helmar, Emulgiertechnik, Behr’s Verlag, 1. Auflage, 2005

Umbach Willfried, Kosmetik und Hygiene von Kopf bis Fuss, Wiley-VCH Verlag, 3. Auflage

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team