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Fakten zu Zecken

Fallen Zecken vom Baum?

Im Frühjahr und Sommer sind die Zecken wieder aktiv. Hat es einen erwischt, spricht man umgangssprachlich von einem Zeckenbiss. Zu Unrecht. Denn tatsächlich beißen Zecken nicht. Fakten zu Zecken.
Zecken zählen zu den Spinnentieren und sie stechen ihre Wirte. Haben sie einen Wirt befallen, ritzen sie mit ihren Kieferklauen dessen Haut ein und dringen anschließend mit ihrem Stechapparat in die Wunde ein. Damit sie nicht direkt wieder abfallen, ist ihr Stechapparat mit Widerhaken besetzt.

Apropos fallen: Dass Zecken von Bäumen herunterfallen, ist nicht korrekt. In der Regel klettern sie nämlich nicht höher als 70 Zentimeter. Es stimmt aber, dass sie sich bevorzugt in den Wäldern Mitteleuropas aufhalten. In diesen fällt die Luftfeuchtigkeit auch über einen längeren Zeitraum von Tagen und Wochen nicht unter 80 Prozent. Auch hohes Gras, Waldränder, schattige Wiesen sind ein beliebter Lebensraum für Zecken.

Zecken – in dieser Zeit sind sie aktiv

Zwar wird gemeinhin der Sommer als Zeckenzeit eingestuft, allerdings ist die Zeitspanne deutlich länger. Ab Temperaturen von fünf bis sieben Grad werden die Spinnentiere aktiv. Schon im Frühjahr sind sie also auf der Suche nach Wirtstieren. Je milder der Winter, desto früher legen sie los, sodass sie durchaus von Februar bis November auf Wirtssuche sein können.

Zecken als Krankheitsüberträger

Zecken können Krankheiten übertragen, allen voran die Frühsommermeningitis, kurz FSME. Vor allem in Süddeutschland ist die Übertragungsgefahr groß, allerdings tragen in ganz Deutschland bis zu 20 Prozent der erwachsenen Zecken die für FSME verantwortlichen Borrelien in sich. Aber: Zecken übertragen Borrelien in der Regel erst zwölf bis 24 Stunden nach dem Stich. Wer sie also schnell entfernt, verringert die Gefahr einer Infektion enorm.

Zecken entfernen – so geht’s

Hat man eine Zecke entdeckt, sollte man sie möglichst bald entfernen. Im Idealfall verwendet man dazu eine Zeckenzange oder Zeckenkarte, beides gibt es in der Apotheke. Auch eine spitzzulaufende Pinzette kann man verwenden. Man greift das Tier am besten so nah an der Haut wie möglich, damit man die Mundwerkzeuge des Blutsaugers erreicht. Anschließend die Zecke gerade herausziehen. Nicht drehen! Vermeiden sollte man, am vollgesogenen Körper zu ziehen oder diesen gar zu zerquetschen. Vermeintliche Hausmittel wie Kleber oder Öl sollten nicht eingesetzt werden, da das Tier so gestresst wird und seinen Mageninhalt samt eventueller Krankheitserreger in die Haut abgibt. Hat man die Zecke vollständig entfernt, gilt es, die Wunde zu desinfizieren.

Schutz vor Zecken

Neben zahlreichen Mitteln auf natürlicher und chemischer Basis, ist vor allem Kleindung ein guter Schutz. Lange Hosen, die bis über die Schuhe reichen, erschweren es den Tieren sich am Bein festzuklammern. Für freie Hautstellen können Sprays eingesetzt werden. Die Stiftung Warentest empfiehlt Schutzmittel mit dem Wirkstoff Icaridin (der in herkömmlichen Insektenabwehrcremes vorhanden ist) zur Abwehr von Insekten. Der Schutz hält in der Regel etwa acht Stunden an, muss dann aber wieder erneuert werden.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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