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Makula-Degeneration – richtige Ernährung gegen die Altersblindheit

Prof. Dr. med. Curt Diehm befasst sich in seinem heutigen Gastbeitrag mit der Makula-Degeneration, einer auch als Altersblindheit bekannten Augenerkrankung. Und er verrät welche Rolle die Ernährung bei der Behandlung dieser Krankheit spielen kann.
Die Makula-Degeneration (AMD) ist eine Erkrankung des menschlichen Auges, die den Punkt des schärfsten Sehens auf der Netzhaut betrifft. Bei fortschreitender Krankheit wird durch das Absterben von Netzhautzellen die Sehfähigkeit zunehmend beeinträchtigt. Die häufigste Form ist die „senile“ Makula-Degeneration, die definitionsgemäß nach dem 50. Lebensjahr auftritt. Man geht davon aus, dass in Deutschland über zwei Millionen Menschen an dieser „Altersblindheit“ leiden. AMD ist in industrialisierten Staaten die häufigste Erblindungsursache bei über 65-Jährigen.

Nun hat die medizinische Forschung aufgezeigt, dass es relativ einfache Mittel gibt, um AMD frühzeitig zu begegnen oder zumindest zu lindern. Es spricht vieles für Erkenntnisse, die sich aus einer besseren Ernährung beziehungsweise einer spezifischen Ernährung ergeben. Bereits die alten Ägypter verzehrten Vitamin-A reiche Rinderleber, um sich vor Nachtblindheit zu schützen

In der sogenannten AREDS-Studie (Age Related Eye Disease) bekamen Patienten mit einer trockenen Makula-Degeneration eine Vitaminsupplementierung mit einer Mixtur von 500 mg Vitamin C, 400 mg Vitamin E, 15 mg Beta-Carotin, 80 mg Zink und 2 mg Kupfer. Diese Mixtur hat die Progression der Makula-Degeneration um 25 Prozent gebremst und den Sehverlust um 19 Prozent reduziert. Es ist unklar, ob es die antioxidativen Effekte dieser Vitamine sind, die diesen Effekt bewirkt haben. Die Autoren sind der Auffassung, dass AMD-Patienten hochdosiert Vitamine nehmen sollten und zusätzlich Lutein und Omega-3-Fettsäuren.

Traubenwirkstoff schützt das Auge

Auch die Substanz Resveratrol aus der Weintraube schützt im Alter vor dieser Erkrankung. Resveratrol ist ebenfalls antioxidativ, das heißt es verlangsamt die Zellalterung. Es ist hoch konzentriert besonders in roten Weintrauben enthalten. Forscher konnten zeigen, dass Resveratrol krankhaft wuchernde Blutgefäße in der Netzhaut in der Neubildung stoppen. Es sind sehr aufschlussreiche Untersuchungen an Mäusen durchgeführt worden. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob Resveratrol auch beim Menschen ähnlich wirksam ist.

Die Augen essen mit

Kürbis und Karotten bekommen den Augen gut. Gemüsesorten, die reich an so genannten Carotinoiden sind, können ebenfalls vor AMD schützen.
Forscher der University of Wisconsin weisen darauf hin, dass der großzügige Verzehr von carotinoid-reichem Gemüse zumindest bei Frauen unter 75 Jahren mit einem gesenkten AMD-Risiko einhergehen. Besonders zwei Carotinoide scheinen wichtig zu sein: Lutein und Zeaxanthin. Beide finden sich in gelbem und grünem Gemüse, darunter auch Erbsen, Broccoli und Mais.

Wer Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen (Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, Zuckerkrankheit) aufweist und täglich die Vitamine B6 und B12 sowie Folsäure zu sich nimmt, kann sein Risiko für eine altersbedingte AMD ebenfalls reduzieren. Dies legt eine weitere Studie von Ärzten aus Boston nahe. An diesen Forschungen nahmen 5200 Frauen teil, die mindestens 50 Jahre alt waren und bei denen kardiovaskuläre Risikofaktoren vorlagen. Nach durchschnittlich 7,3 Jahren hatten in der mit B-Vitamin behandelten Gruppe 5 von 2600 Patienten eine AMD entwickelt, in der Placebo-Gruppe dagegen 81 von 2598 Frauen. Dies entspricht einer signifikanten Risikoreduktion. Nach Angaben der US-Ärzte zeigte sich der schützende Effekt bereits zwei Jahre nach Beginn der Studie und hielt bis zum Ende der Studie an. Nach Ansicht der Autoren sind diese Ergebnisse der bisher stärkste Beleg für den möglichen Schutzeffekt der Supplementierung von Vitamin B6 (50 mg/Tag) und B12 (1 mg/Tag) sowie von Folsäure (2,5 mg/Tag).

Sport hält die Sicht scharf

Und ein weiterer Faktor hilft, im Alter die Sehschärfe zu bewahren. Wer sich an guten Augen und scharfer Sicht erfreuen möchte, ist mit regelmäßigem Training gut beraten. Eine ebenfalls US-amerikanische Langzeitstudie hat gezeigt, dass Sport einen Schutz gegen altersbedingte AMD bieten kann. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass die sportlichen Studienteilnehmer verglichen mit den „Couch-Potatoes“ unter den Probanden ein bis zu 70 Prozent geringeres Risiko hatten, innerhalb des Untersuchungszeitraumes an einer altersbedingten AMD zu erkranken. Und selbst Teilnehmer, die regelmäßig zügig spazieren gingen, konnten ihr Erkrankungsrisiko um 30 Prozent senken.

Der Autor

Prof. Dr. med. Curt Diehm zählt zu den führenden Medizinern im Südwesten Deutschlands, er ist Autor zahlreicher Fach- und Patientenbücher und langjähriger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäßmedizin. Seit Mitte 2014 leitet er als Ärztlicher Direktor die renommierte Max Grundig Klinik in Bühl. Alle Beiträge dieser Serie zum Nachlesen unter www.max-grundig-klinik.de.





Hier finden Sie alle Beiträge der Serie Gesund mit Diehm

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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