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Entstehung und Behandlung

Kopfhautpflege: Das hilft bei Schuppen

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Obwohl ganz natürlich und ungefährlich, Schuppen sind ein unangenehmes Problem. In den Haaren und auf dunkler Kleidung sehen sie unschön aus und man wirkt ungepflegt. Hartnäckig sind sie dazu – mit der richtigen Pflege kann man die Schuppen aber wieder loswerden.

Erneuerung der Hautzellen

Unter normalen Umständen bekommen wir den Prozess gar nicht mit: Alle vier Wochen erneuern sich unsere Hautzellen – auf dem Kopf wie auf der restlichen Haut unseres Körpers. Jeder Mensch verliert tagtäglich Hautschuppen. Neue Hautzellen kommen nach, die alten fallen vom Körper ab.

Diese Zellen sind aber so klein, dass wir sie mit bloßem Auge gar nicht sehen können. Sichtbare Schuppen entstehen hingegen, wenn die Bildung neuer Hautzellen zu schnell abläuft. Die alten Hautzellen können sich nicht richtig lösen, Zellhaufen bilden sich und verkleben miteinander: Dadurch werden die ungeliebten Kopfschuppen erst sichtbar.

Trockene und fettige Schuppen

„Man muss zwischen zwei Arten von Schuppen unterscheiden, den trockenen und den fettigen“, erklärt Dr. med. Eva Steinbrecher von der Hautarztpraxis in München. Für die Bildung derer gibt es dann auch unterschiedliche Ursachen.
Fettige Schuppen entstehen aufgrund einer erhöhten Talgproduktion, zusätzlich ist ein Pilz verantwortlich: Der Malassezia furfur ist ein ungefährlicher Pilz, der zur normalen Hautflora eines jeden Menschen gehört. „Dieser Pilz findet aber ein fettiges Hautmilieu hervorragend, er vermehrt sich und in Folge kommt es auch zur vermehrten Bildung von Schuppen“, erläutert Dr. med. Steinbrecher.

Gegen fettige Schuppen können zunächst Anti-Schuppen-Shampoos Abhilfe schaffen. Diese kann man zur täglichen Haarwäsche anwenden. Vermehrt werden auch Präparate eingesetzt, die gezielt den Pilz angehen: Arzneimittel mit den Wirkstoffen Ciclopirox und Ketoconazol sind in der Apotheke erhältlich. Diese speziellen Shampoos können einen Monat lang zwei Mal pro Woche angewendet werden. Allgemein gilt: Man sollte mit der Verwendung von den medizinischen Präparaten nicht übertreiben.

Dr. med. Steinbrecher warnt jedoch zur Vorsicht: „All diese entfettenden Präparate können einen Effekt in die falsche Richtung haben: Nämlich dass der Körper denkt, er müsse wieder mehr Fett produzieren.“ Ein Teufelskreis wäre die Folge.

Trockene Schuppen entstehen bei irritierter und gereizter Kopfhaut. Entgegen dem häufigen Glauben von mangelnder Pflege, geschieht das aber vielmehr aufgrund von zu viel davon: Tägliches Haare waschen mit heißem Wasser, die Verwendung von vielen Pflegeprodukten wie Haarschaum oder Haarspray, heißes Föhnen, all das tut der Kopfhaut nicht gut. Viele Pflegeprodukte enthalten ohnehin schon entfettende Stoffe, die die Kopfhaut austrocknen.

Bei der Behandlung von trockenen Schuppen ist weniger oft mehr: Es hilft schon, weniger heißes Wasser beim Waschen zu verwenden, heißes Föhnen zu vermeiden und eine Zeit lang auf Pflegeprodukte zu verzichten. Zusätzlich helfen milde, rückfettende Shampoos, wie sie in der Drogerie erhältlich sind. Von der Dermatologin gibt es einen weiteren, ganz natürlichen Tipp: „Einmal pro Woche kann man abends Mandelöl auf die Kopfhaut auftragen, über Nacht einwirken lassen und am Morgen wieder auswaschen.“

Auf die Ernährung achten

„Selbst das beste und schnellste Auto läuft nicht, wenn es kein Öl hat. Genauso ist es mit unserem Organismus“, macht Dr. med. Steinbrecher deutlich. Schuppen können unter anderem auch einfach durch Stress entstehen. „Da sind auch Faktoren wie eine ausgewogene Ernährung kleine Schräubchen, an denen man drehen kann.“

Wann muss man zum Arzt?

Eine gewisse Schuppenbildung ist ganz normal, nicht gefährlich, und in der Regel wieder einfach in den Griff zu bekommen. Einen Dermatologen sollte man allerdings dann aufsuchen, wenn eine starke Rötung auszumachen ist oder die Kopfhaut stark juckt oder anfängt zu nässen.

Weitere Informationen zur Dermatologie, über Krankheitsfälle und deren Behandlungsmöglichkeiten und zur Praxis von Dr. med. Eva Steinbrecher finden Sie unter http://www.derma-muc.de/.

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Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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