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Bessere Mundgesundheit

Ayurvedische Heilmethode - Das Ölziehen

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Die Anwendung von Öl auf den Körper wird in der alten ayurvedischen Naturheilkunde seit Jahrtausenden praktiziert. Laut der indischen Heilkunst hat Öl eine entgiftende, heilende und harmonisierende Wirkung auf den Körper. Eine besondere Art der Öl-Anwendung ist das Ölziehen. Aber was verbirgt sich dahinter?

Ob als Ölmassage, Stirnölguss oder Ölziehen: Anwendungen mit Öl zur Entgiftung und Heilung sind in der ayurvedischen Medizin seit Jahrtausenden bekannt. In Europa bekannt gemacht hat sie allerdings erst ein russischer Arzt in den 1990er Jahren. Auf einem Kongress von Onkologen und Bakteriologen stellte Dr. Fedor Karach das Konzept des Ölziehens vor.

Ayurvedisches Ölziehen: Entgiftung für den Körper

Das Ölziehen, bei dem (vorwiegend) Sesamöl im Mund hin- und hergespült wird, tötet Bakterien im Mund- und Rachenraum ab: Belastende Gift- und Schlackenstoffe sollen aus dem Körper gezogen und im Öl gebunden werden. Das Öl erreicht dabei Stellen im Mund, die mit der Zahnbürste unerreichbar bleiben: In Zahnfleischtaschen und zwischen den Zähnen siedeln sich gerne Bakterien an. Diese werden, glaubt man der Theorie, durch das Öl gebunden und dem Körper abgeführt. Durch das Ölziehen sollen Zähne, Zahnfleisch und Kiefer gestärkt werden. Zusätzlich soll die Methode Zahnfleischbluten, Karies, Mundgeruch, Mundtrockenheit und rissigen Lippen vorbeugen. Hier geht es zur Studie, dass die Ölziehkur einen positiven Effekt auf die Bakterien hat, die Karies verursachen. Eine ausführliche Studie, dass Ölziehen sich positiv auf Zahnbelag und Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) auswirkt, finden Sie hier.

Die Ölziehkur wird in der ayurvedischen Medizin weiterhin auch zur ganzheitlichen Therapie anderer Krankheiten eingesetzt. Die Theorie: Bakterien, die bereits im Mund abgetötet werden, gelangen gar nicht erst in unseren Körper und belasten somit nicht unser Immunsystem. In der Naturheilkunde wird das Ölziehen unter anderem bei chronischen Erkrankungen wie Migräne oder Rheuma eingesetzt. Die Kur kann Ekzemen und Thrombosen Abhilfe schaffen. Bei Beschwerden wie Arthrose, Bronchitis, Herz- oder Nierenbeschwerden, Magengeschwüren oder Darmerkrankungen könne die Kur der Theorie nach ebenfalls lindern oder sogar heilen.

Natürlich darf man nicht vergessen, dass die Ölziehkur hierbei kein Allheilmittel ist. Eine Garantie zur Linderung der Beschwerden gibt es nicht – das Immunsystem wird aber in jedem Fall gestärkt, und schaden tut es dem Körper auch nicht. Ein weiterer netter Nebeneffekt ist, dass bei der regelmäßigen Durchführung die Zähne etwas weißer werden.

Wie die Ölziehkur funktioniert

Ölziehen ist kostengünstig und kann ohne großen Aufwand praktiziert werden. Allein ein hochwertiges Öl sollte man sich anschaffen. In der ayurvedischen Heilkunde wird traditionell Sesamöl verwendet – Sonnenblumenöl oder ein gutes Rapsöl eignen sich aber ebenso. Es sollte kaltgepresst und nicht raffiniert sein.

Die Durchführung mag zu Anfang gewöhnungsbedürftig sein. Denn wie der Name Ölziehen besagt: Ein Esslöffel Öl wird etwa 20 Minuten lang durch ziehen, saugen und kauen durch den Mundraum gespült, bevor das Öl wieder ausgespuckt wird. Da die Bakterien in dem Öl gebunden werden, darf es auf keinen Fall heruntergeschluckt werden. Während des Ölziehens merkt man, wie sich die Konsistenz ändert: Von gelb und dickflüssig wird das Öl milchig, fast weiß, und flüssiger.

Man kann ein bis dreimal täglich mit Öl spülen. Wichtig ist, dass die Kur vor der Mahlzeit, am besten morgens auf nüchternen Magen durchgeführt wird. Danach sollte der Mund mehrmals mit Wasser ausgespült und die Zähne geputzt werden.

Das Ölziehen ist theoretisch unbegrenzt einsetzbar. Bis sich ein Effekt einstellt, sollte man die Ölkur allerdings etwa drei bis vier Wochen täglich durchführen.

Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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