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Vorsicht Sonnenfinsternis – so schützen Sie Ihre Augen

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Am kommenden Freitag gibt es in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. So können Sie das Phänomen beobachten ohne Ihre Augen zu schädigen.

Wenn sich der Mond vor die Sonne schiebt, ist das ein scheinbar seltenes Naturschauspiel. Doch so selten ist es gar nicht. In einem Jahrhundert kommt es etwa 240 Mal zu einer Sonnenfinsternis, zwei Mal pro Jahr sogar zu einer kompletten. Die vermeintliche Seltenheit kommt zustande, da die Finsternisse immer nur in bestimmten Regionen der Erde zu sehen sind. Am kommenden Freitag kann man wieder einmal das Phänomen einer Teilfinsternis in Deutschland beobachten.

Dabei ist es zentral, keinesfalls mit bloßem Auge direkt in die Sonne zu blicken. Das Tückische: Ähnlich wie bei einem Sonnenbrand, merkt man die Schädigung erst, wenn es zu spät ist. Schmerzen verursacht die starke Strahlung nämlich nicht. Zudem läuft man Gefahr, den natürlichen Blinzeln-Reflex zu unterdrücken, da man sonst schließlich nichts sehen würde.

In einer Pressemitteilung erläutert Toam Katz M.D., Facharzt für Augenheilkunde, die wichtigsten Regeln, wie man Schäden der Augen während einer Sonnenfinsternis vermeidet.

„Zum Betrachten einer Sonnenfinsternis bieten spezielle Sonnensichtbrillen einen guten Schutz. Im Gegensatz zu normalen Sonnenbrillen schützen sie die Augen auch vor Infrarot- und Ultraviolettstrahlen. Diese Brillen sind meist in einer günstigen Version aus Pappe beim Optiker oder im Internet erhältlich“, sagt der Experte. Von selbstgebauten „Sonnenfiltern“ wie gerußten Glasplatten oder CDs rät er dringend ab: „Sie lassen zu viel gefährliche Strahlung durch.“

Um eine Sonnenfinsternis möglichst groß und genau betrachten zu können, liegt die Versuchung nahe, zu Fernglas oder Kamera zu greifen. Aber: Finger weg! „Im Objektiv einer Kamera oder in einem Fernglas bündeln sich die Sonnenstrahlen wie hinter Brennglas. In dieser Stärke können sie die Netzhaut in Bruchteilen von Sekunden zerstören. Schwere Augenschäden sind die Folge – bis zur Erblindung“, erläutert Katz.

Sonnenfinsternis: Was passiert, wenn man ungeschützt in die Sonne blickt?

Blickt man ohne Schutz in die Sonne riskiert man schwere Augenverletzungen. „Wenn die Hornhaut, die Schutzschicht unseres Auges, einen Sonnenbrand erleidet („UV-Keratitis“), ist das sehr schmerzhaft“, sagt der Augenarzt, weitere typische Symptome seien „Rötungen, Juckreiz und vermehrter Tränenfluss“ sowie bei vielen Betroffenen „unscharfes Sehen, ein Fremdkörpergefühl im Auge und starke Lichtempfindlichkeit.“

Und auch Langzeitschäden können auftreten: „Die Sonnenstrahlen können die Eiweiße in der Linse verändern, wodurch eine Linsentrübung entsteht. Die Sehschärfe vermindert sich und Betroffenen erkranken frühzeitig an grauem Star“, sagt Katz und weiter: „Auch die Netzhaut kann dauerhaft durch die UV-Strahlen geschädigt werden. Sie beginnt, sich zu degenerieren, was zur Erblindung führen kann. Der Mediziner spricht dann von einer Moduladegeneration.“

Was tun, wenn die Symptome auftreten?

Wer trotz allem zu lange direkt in die Sonne geguckt hat und die beschriebenen Symptome einer UV-Keratitis zeigt, muss in jedem Fall zum Augenarzt. „Ein Salbenverband und Bettruhe lindern den Sonnenbrand und die Beschwerden klingen normaler Weise innerhalb von zwei bis drei Tagen wieder ab.“

Wer sich an die beschrieben Vorsichtsmaßnahmen hält und seine Augen schützt, kann sich am kommenden Freitag getrost zurücklehnen und das Naturschauspiel Sonnenfinsternis mit Schutzbrille beobachten.

Sonnenfinsternis, getty images
Foto: getty images


Dieser Beitrag stammt von Nils und dem GesünderNet-Team

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